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DIE GAZETTE 32,
Winter 2011/2012:

Thema: Was ist Geld?

Hans C. Binswanger:
Sakrales und Profanes

Birger P. Priddat:
Lakritz, Feigen und Biermarken

John Ralston Saul:
Geld gibt es eigentlich nicht

u.v.m.

Kulturzeit-Interview zum Heft,
22. Dezember 2011

 

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Der Präsident und seine Sprache
Klaus von Welser hat hingehört.

 

Titel 31

 

 

 

 

Die doitsche Frrrau, oder: Braun steht ihr gut

Eine der ersten FrauenFragen in der GAZETTE beschäftigte sich mit weiblichen Neonazis. Schon damals habe ich sie nicht wirklich ernst genommen, und bis heute kapiere ich nicht, dass es nach dem Holocaust überhaupt noch Nazis gibt. Am allerwenigsten verstehe ich, wie Frauen da mitmachen konnten/können – wohl wissend, dass es KZ-Wärterinnen und flammende Hitler-Verehrerinnen gab. Deshalb höre ich meiner Schwiegermutter (86) genau zu, wenn sie erzählt, wie das war mit „Eine deutsche Frau schminkt sich nicht“ und diesem ganzen Mist.

Immer noch kein Massenphänomen, sind die verkorksten Gören in Springerstiefeln von vor zehn Jahren nun erwachsen, und manche von ihnen, so Ulrike Heidenreich in der Süddeutschen Zeitung vom 21./22. Januar 2012, in der Mitte der Gesellschaft angekommen: als Erzieherinnen und im Elternbeirat, als Juristinnen, Lehrerinnen, Sozialarbeiterinnen. Oder als Mütter und Ehefrauen wie Sabine Rasch (50) – die mit den Hakenkreuztorten, die sich in der "Germanischen Weltnetzgemeinschaft" thiazi.net engagiert und ihre zehn Kinder zu strammen Nazis erzieht. Andere sind am Rand geblieben und kriminell, mutmaßlich sogar zu Mörderinnen geworden, wie Beate Zschäpe (37), die Dritte im Bunde der Zwickauer Terror-Zelle.

Bedeutet das nun, dass wir Angst haben müssen vor denen? Aber ich bitte Sie. Im Gegenteil: W i r werden s i e das Fürchten lehren. Indem wir sie gnadenlos outen, wo immer wir einer von ihnen begegnen. Wir werden uns über ihren grauenhaften Musikgeschmack lustig machen, über die deutschtümelnden „Pfadfinder“-Gruppen, zu denen sie unsere Kinder einladen möchten (danke, aber nein danke), über ihren entsetzlichen Kleidungsstil, ihre schlimmen Frisuren. Wir werden ihnen Schminktipps geben und sie bezüglich ihres Schuhwerks beraten. Kurz, wir packen sie bei ihrer Eitelkeit.

Denn eines ist klar: Mit vernünftigen Argumenten kommt man nicht weit bei Damen, die es schaffen, ihren geistigen Horizont derart zu verengen, dass sie den Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit und die „germanische Rasse“ supi finden. Aber sie sind Frauen, und auch bei ihnen zu Hause gibt es Spiegel. Und ich wette, im tiefsten Inneren wissen sie selbst, wie sie aussehen, und weshalb sie immer nur die letzten Loser als Freunde/Männer kriegen. Und hier, denke ich, kann sich das Konzept der „Frauenzeitschriften“ e i n m a l bewähren, das all jene mit Hohn und Spott verfolgt, die nicht besonders attraktiv und dann auch noch schlecht angezogen sind. Ich sehe es schon vor mir, ein brandneues Street Style-Blog namens „Neo-Nazissen in Deutschland“. Das wird lustig.

Eva Herold


Die Amis sind einfach zu bequem

Nahezu die Gesamtheit der 70 Millionen iPhones, 30 Millionen iPads und 59 Millionen andere Apple-Produkte werden außerhalb der USA hergestellt.
Ein Ex-Apple-Manager beschrieb, wie sich Apple sich auf eine chinesische Firma verlassen konnte, um nur wenige Wochen vor dem angekündigten Verkaufstermin dem iPhone ein neues Aussehen zu geben, ein neues Display in letzter Minute.
Die Displays kamen um Mitternach in der chinesischen Fabrik an. Der Vorarbeiter weckte die 8000 Arbeiter in ihren Schlafsälen. Jeder bekam ein Keks und eine Tasse Tee, und innerhalb einer halben Stunde begann eine 12-Stunden-Schicht zum Einsetzen der neuen Displays in die Gehäuse.
"Keine amerikanische Fabrik kann damit Schritt halten", erzählte der Ex-Manager.
(Quelle: The New York Times, SZ-Beilage, 30. Januar 2012)