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FrauenFragen Brauchen wir einen neuen Lebensborn? Von Eva Herold Dieser Beitrag entspricht wahrscheinlich nicht der Meinung des Herausgebers. Damit will ich gleich von vornherein betonen, dass es hierzulande (noch) so tolle Dinge gibt wie die Freiheit der Rede, das Bundesverfassungsgericht und Raucherbereiche in manchen Restaurants. Aber die Diskussion über das drohende Aussterben der Deutschen halte ich trotzdem für extrem heuchlerisch. Neue Babys braucht das Land titelte die AZ unlängst, und der Spiegel jammert: 30 Prozent der Akademikerinnen bekommen keine Kinder! Echt, oder? Könnte es sein, dass die sich in unserem schönen Deutschland umgesehen und dann ein bisschen weiter gedacht haben? Sich ungefähr vorstellen können, was sie erwartet: dass sie wahrscheinlich nach dem Studium höchstens als Praktikantin irgendwo unterkommen, zu einem Gehalt, das weder für ein Paar Manolos (das sind Stöckelschuhe, Dummkopf!) reicht noch für einen Jahresvorrat an Pampers? Dass sie angesichts der Ich bin doch nicht blöd-Singlekultur und steigender Scheidungszahlen schon rein rechnerisch wenig Chancen auf eine tragfähige Beziehung haben? Tja, und spätestens wenn sie mitkriegen, wie ihre alleinerziehenden Freundinnen sich abstrampeln, um über die Runden zu kommen, vergeht ihnen auch jede Lust auf selbstbestimmte Mutterschaft (einem wirklich blöden Euphemismus für: ich muss alles selber machen). Sogar wenn eine den passenden Mann fände, der gewillt wäre, das Armutsrisiko Kind mit ihr zu teilen sie könnte doch jetzt schon absehen, dass die wirklich unangenehmen Teile der Familienarbeit an ihr hängen bleiben. Denn dafür hat man die Frauen ja zur Schule geschickt: damit sie lernen, mit-, im Idealfall sogar vorauszudenken. Dumm gelaufen, wenn die Damen es dann tatsächlich tun. Mag sein, einige Primaten-Darsteller bedauern inzwischen klammheimlich die Einführung der generellen Schulpflicht auch für Mädchen (und im Fall von der Leyen neige ich sogar dazu, ihnen recht zu geben). Aber dieses Rad zurückzudrehen wird schwierig werden. Außer natürlich, wir lassen uns vom islamistischen Fundamentalismus überrollen. Das ist seltsamerweise die zweite große Angst der Politiker: dass mit uns auch unsere wunderbaren westlichen Familienwerte verschwinden. Wo hat man die eigentlich zum letzten Mal beobachtet? Nein, Herr Schirrmacher, ich meine nicht in irgendwelchen Extremsituationen, sondern im ganz normalen Alltag. Da sind inzwischen immer mehr Kinder von der sozialen Teilhabe ausgeschlossen so heißt das heute, wenn die Eltern nicht genug Geld für die neuesten Markenturnschuhe oder auch nur für die Klassenfahrt haben. Genug Kids verwahrlosen, werden verprügelt oder verprügeln selbst, vorzugsweise Ausländer (pardon: Menschen mit Migrationshintergrund). Genug Alte vergammeln in Heimen oder werden Wochen und Monate nach ihrem Tod in der Wohnung aufgefunden, und die Dunkelziffer derer, bei denen das Herzversagen von der lieben Verwandtschaft eigenhändig herbeigeführt wurde, ist laut Expertenmeinung ziemlich hoch. Merkwürdig, so etwas wird in den Fragebogen-Entwürfen für
einbürgerungswillige Herrschaften aus Ländern, in denen
eher mehr Kindersegen üblich ist, nicht erwähnt. Dabei gehören
mangelnder Familienzusammenhalt, alltägliche Kinderfeindlichkeit
und menschenunwürdige Altenverwahrung heute genauso zu Deutschland
wie Goethe und Schiller, Beethoven und Karl Marx. Ich schätze
mal, die Panikmache wegen der zu erwartenden demografischen
Katastrophe bedeutet im Klartext: Wir haben Schiss, dass unsere
Rente demnächst statt von unserem süßen blonden, blauäugigen
Nachwuchs von so dahergelaufenen Türkenlümmeln aufgebracht
werden muss. Dabei wäre das überhaupt die Lösung, denn
mit dem Gedankengut eines ostanatolischen Familienoberhaupts kriegt
man gebärunwillige Frauen recht gut in den Griff: Haltet sie
in der Wohnung, lasst sie Kochen und Kinderaufzucht bei Muttern lernen
statt Lesen und Schreiben, und sollten sie nicht spuren, gibt es immer
Möglichkeiten ... nein, Stockhiebe, Steinigung und Ehrenmord
sind selbstverständlich abzulehnen, also wirklich. |