Facharbeit im Leistungskurs Sport

Skate or Die!

"Zielsetzung dieser Arbeit ist es, das Skateboardfahren als echte Sportart zu vermitteln. Sowohl bei 'Nicht-Skatern', als auch bei besorgten Eltern soll ein gewisses Verständnis für die Motive, die einen Skater an seinem Sport faszinieren, geweckt werden. Die Faszination des Skatens soll hier vermittelt werden, und dennoch sollen die möglichen und wirklichen Konflikte, die Skaten mit sich führen kann, nicht verschwiegen werden.
Es ist im Zusammenhang der Erörterung der speziellen Sportart des Skatens, aber auch des 'Lebensstils', der damit verbunden ist, unmöglich, auf das enbtsprechende Vokabular zu verzichten, das sich von der gewöhnlich gesprochenen Sprache abhebt. Ein Verzeichnis der wichtigsten Grundbegriffe wird zum besseren Verständnis hinzugefügt."

Von Amadé Billesberger

Der Skater sieht die Welt als ein Hindernis, das es zu überwinden gilt. Dabei will der Skater das Hindernis möglichst kunstvoll und auf dem Rollbrett überwinden. Skaten ist also eine Art, sich fortzubewegen. Die vorgegebene Ordnung, wie sie zm Beispiel durch eine Steintreppe gegeben ist, die man normalerweise heruntergeht, wird durch den Skater oft durchbrochen. Der Skater sieht seine Aufgabe im Bewältigen der Stufen. Entweder er springt die Stufen nur mit einem "Ollie" herunter, um voranzukommen, oder erversucht einen schwereren Trick, den er so lange übt, bis er ihn "clean" steht. Erst dann hat der Skater sein Ziel erreicht und kann zufrieden zu neuen Taten schreiten bzw. skaten. Für einen Skater ist das Skaten mehr als nur eine Sportart, es ist Teil seines Lebens. Für viele Skater besteht daher die Gefahr, wie von einer "Droge" abhängig zu werden. Ihr Lebensinhalt wird von dieser "Droge" bestimmt, was Vernachlässigung anderer Bereiche zur Folge haben kann. ...

Wenn ein Skater ein Hindernis sieht, kommen ihm sofort zwei Gedanken in den Kopf, die einem "Nichtskater" nie einfallen würden: 1) Er überlegt, welchen Trick der selbst dort am liebsten machen würde. 2) Er stellt sich vor, welchen Trick ein Profi an diesem Hindernis machen könnte. ...

Jugendliche sehen das Skateboardfahren eher als eine Freizeitbeschäftigung, es ist eine ungezwungene Sportart, nicht wie der von den Eltern auferlegte Hockey- oder Fußballverein. Es ist eine Form geseligen Beisammenseins, bei der man sehr gut zusammen mit seinen Freunden einen Ausgleich zum "Rumhocken" oder Lernen hat. ...

Beim Snowboarden "erkauft" man sich die Zugehörigkeit zur Szene bis zu einem gewissen Grad, denn der Aufenthalt an einem Skiort ist, von der Ausrüstung einmal abgesehen, teuer. Beim Skateboarden hingegen "erkämpft" man sich die Anerkennung der Freunde und Kameraden bloß durch den Umgang mit dem Gerät. ...

[Zum Vokabular:]

Curbtricks:

a) Sliden: als Sliden bezeichnet man das Rutschen auf der Holzfläche des Decks, und unterscheidet:
- noseslide: Rutschen auf der Nase;
- boardslide: Rutschen auf dem Board zwischen den Achsen;
- tailslide: Rutschen airfdem Tail;
- nose-tail-bluntslide: schräg rutschen, entweder auf Nose oder Tail, mit Berührung der Rollen.

b) Grinden: als Grinden bezeichnet man das Rutschen auf einer oder beiden Achsen:
- 50-50 grind: Rutschen auf beiden Achsen;
- 5-0 oder pivit grind: Rutschen auf der hinteren Achse;
- nosegrind: Rutschen auf der vorderen Achse;
- K-grinds: schräger nosegrind;
- Smithgrind: Rutschen auf der hinteren Achse und in der Mitte des Boards;
- feeble-grind: dasselbe nur spiegelverkehrt;

2) Flattricks:

a) Ollie: Für den Ollie, die Basis für jeden weiteren Sprungtrick, stellt man sich mit dem vorderen Fuß ca. in die Mitte seines Boards, mit dem hinteren Fuß stellt man sich mit den Fußballen an das Ende des Tails. Jetzt poppt man das Ende des Bretts nach unten und zieht gleichzeitig mit dem vorderen Fuß nach oben. Mit Hilfe des Griptapes entsteht eine gewisse Reibung an dem vorderen Fuß, so dass man mit dem Deck in die Luft springst. Bei der Landung sollte man ruhig etwas in die Knie gehen, um den Schwung abzufedern.

b) Nollie: Voraussetzung ist der switch Ollie (siehe Grundbegriffe: "switch"). Man stellt sich mit seinem vorderen Fuß nicht ganz auf die Kante seiner Nose, sondern in etwa auf den mittleren Teil. Der Hinterfuß sollte sich kurz vor der Hinterachse befinden. Dann geht man in die Knie und macht einen switch Ollie, wobei sich der Oberkörper immer über dem Board halten sollte. Der Nollie ist also eigentlich der switch fakie Ollie.

c) Wheely/Nosewheely: Um einen Wheely zu stehen, muss man sich etwa wie beim Ollie auf sein Board stellen. Mit dem vorderen Fuß stellt man sich etwas weiter vor (bis kurz vor die vordere Achse). Man macht einen Ollie und bringt sein Gleichgewicht etwas in Rückenlage. Man kommt dann auf der hinteren Achse wieder auf und der Rest ist Übungs- und Gleichgewichtsfrage. Anfangs empfiehlt sich die ganze Sache auf einem Bordstein zu üben, dann erst auf höheren Obstacles.
Für den Nosewheely ist es notwendig, noch weiter mit dem vorderen Fuß vorzurücken, um dann mit der vorderen Achse aufzusetzen. Alles weitere ist auch hier Übungs- und Gleichgewichtsfrage.

d) bs/fs 180°-0llie: Für den 180°-0llie stellt man sich wie beim normalen Ollie in die Grundstellung. Dann holt man aus der entgegen gesetzte Richtung, in die man drehen will, viel Schwung und zieht zuerst einen Ollie wie gewohnt, bis zum höchsten Punkt, und dreht dann in die gewünschte Richtung, so dass man wieder fakie landet.

e) bs/fs Pop Shove-it: Vorraussetzung ist der bs/ fs 180°-0llie. Man stellt sich, um diesen Trick "bs" zu stehen, etwa mit dem Vorderfuß wie beim Kickflip und mit dem Hinterfuß wie beim bs 180°-0llie auf sein Deck. Jetzt allerdings hat der vordere Fuß nichts zu tun, der hinter umso mehr. Man stellt ihn ca. an eine Kante des Tails und poppt dann nach unten, allerdings auch gleichzeitig schräg nach hinten, so dass sich das Brett einmal um die Querachse dreht. Man versucht, das Deck in der Luft wieder zu catchen.
Um ihn "fs" zu stehen, stellt man sich genau wie beim backside Pop Shove-it, jedoch mit dem hinteren Fuß an die entgegen gesetzte untere Kante des Tails (fs 180°-0llie). Man poppt hier auch kräftig, aber eben nach vorne, so dass sich das Deck hinter einem einmal um die Querachse dreht. Dann springt man etwas nach hinten, um das Deck zu catchen (mit den Füßen zu fangen).

f) Kickflip: Dieser Trick ist, ebenfalls wie der Ollie, ein gewisser "Grundtrick". Danach kann man weitere Flips in Angriff nehmen.
Man stellt sich auch ähnlich wie beim Ollie auf sein Deck, jedoch mit dem Frontfuß leicht schräg, kurz vor der vorderen Achse. Dann zieht man seinen Fuß etwas schräg nach "vorn-unten". Wenn man das etwas geübt hat, merkt man langsam, dass man das Brett schon drehen kann, allerdings mit dem hinteren Fuß noch Schwierigkeiten haben wird, darauf zu kommen: Das ist nur eine Frage der Übung. Wenn man den Kickflip beherrscht, hat man die wichtigste Grundlage für alle Fliptricks.

g) Heelflip: Vorraussetzung ist der Ollie. Man geht hier zunächst einmal in die Grundstellung, genau wie beim Ollie. Schiebt dann seinen vorderen Fuß ein paar Zentimeter aus der Deckfläche heraus, um sein Brett besser drehen zu können, poppt kräftig nach unten und kickt seinen Fuß vor sich, dass sich das Deck in die entgegengesetzte Richtung des Kickflips dreht. Man zieht dann seinen Fuß wieder nach hinten und landet den Trick.

h) bs 180° Kickflip: Vorrausetzung ist der bs 180°-Ollie und der Kickflip. Hierbei stellt man sich in dieselbe Fußstellung wie beim normalen Kickflip, der hintere Fuß ist jedoch in der bs 180°-0llie-Stellung. Man poppt, und flippt gleichzeitig einen 90°-Kickflip. Optimal wäre es, dass man ihn am höchsten Punkt fängt und sich dann mit dem Brett die restlichen 90° dreht, so dass man fakie landet.

i) fs 180° Kickflip: Vorraussetzung ist der fs 180°-0llie und der Kickflip. Genau wie bs fängt man mit der Kickflipstellung an, den Hinterfuß nun aber in der fs-180°-0lliestellung. Man dreht sich dann fs 180°, flippt gleichzeitig zum Kickflip und fängt das Deck in der Luft to fakie. Bei diesem Trick ist es wichtig, mit dem Oberkörper über dem Brett zu bleiben.

j) Hardflip: Voraussetzung sind Kickflip und Pop shove-it. Man stellt sich auch hier in die Kickflip-Ausgangsstellung, geht jetzt tief in die Knie und poppt sehr kräftig, denn das Deck soll sich ja zwischen den Beinen drehen und man sollte mit dem hinteren Fuß auch wieder darauf landen. Deshalb braucht man etwas mehr Zeit als beim Kickflip. Dabei ist es notwendig, dass sich das Board schnell dreht. Wenn man es zwischen seinen Beine hindurch gedreht hat, sollte man beachten, dass man es nicht zu stark flippt. Man stellt seinen hinteren Fuß wieder auf sein Brett und fährt normal weiter. Das Tail müsste nun die Nose sein und umgekehrt.

k) 360°flip: Um diesen sehr schweren Trick zu stehen, stellt man sich mit dem vorderen Fuß wie bei Kickflip, mit dem hinteren ähnlich, wie man es bei dem Pop shove-it machen würde, auf sein Board. Dann haut man seinen hinteren Fuß hinter sich, um es um 360° zu drehen. Jetzt kickt man gleichzeitig seinen vorderen Fuß wie beim Kickflip nach vorne. Die ganze Sache sollte nur so lange dauern wie der Kickflip, um das Brett auch wieder unter seine Füße zu kriegen, bevor man den Trick landet.

3) Grabtricks:
Man unterscheidet zunächst:
- Nosegrab: Griff an die Nose;
- Tailgrab: Griff an das Tail. Und speziell:
- Indygrab (regulär): Griff mit der rechten Hand ans Board zwischen den Beinen;
- Mutegrab (regulär): Griff mit der linken Hand ans Board zwischen den Beinen;
- Backsidegrab (regulär): Griff mit der linken Hand am vorderen Fuß vorbei an die Hinterseite des Boards;
- Stalefish (regulär): Griff mit der rechten Hand am hinteren Fuß vorbei, an die Hinterseite des Boards.
All diese Grabtricks können mit Tweaks oder Shivties kombiniert werden, wobei man den Backsidegrab mit Tweak auch Methodair nennt.

4) Beispiele für "Old school tricks":
- 180°- Footslide: (regulär) man fährt fakie an, setzt den rechten Fuß auf den Boden, und durch Druck mit dem linken Fuß wird das Board um 180° geschoben (es slidet somit am Boden). Wenn das Deck wieder gerade ist, wird der rechte Fuß schnell wieder aufs Board gebracht und man kann weiterfahren.
- 360° Backsideslide: (regulär) Man fährt geradeaus und dreht seinen Körper und das Board um 360° und fährt möglichst geradeaus weiter.
- Backside-Boneless: Der vordere Fuß wird abgesetzt, das Board wird beliebig gegrabt und man drückt sich mit dem abgesetzten Fuß ab und springt dann nach oben; dann wird der vordere Fuß wieder aufgesetzt und man fahrt weiter.
- Onefoot-Ollie: Der Onefoot-Ollie ist ein Ollie, bei dem meist der vordere Fuß das Board verlässt, der hintere drauf bleibt und dessen Ziel es ist, den vorderen Fuß wieder aufs Board zu bekommen, zu landen und weiterzufahren.

5) Spins:
Unter Spins versteht man alle Variationen von Drehungen, um 180°, 360°, 540° und 720°. Einer der schwersten Spins ist der MC-Twist, eine Drehung von 540°, über den Kopf gedreht.
...


4. Mai 2002

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