Anthologien
 
 

 

Die Peinlichkeiten des Monats

Nancy Watzl, 19, Rekrutin im SPIEGEL-Tagebuch über ihre Grundausbildung:
Ich habe das erste Mal mit meinem Gewehr geschossen. Das war richtig toll. ... Ich bin stolz, dass ich mit der Waffe umgehen kann, dass es meine Waffe ist. Aus Spaß habe ich ihr einen Namen gegeben: meine Petra.
Da gibts nur eins: üben, üben, üben! Ernst Jüngers Sprach-Gewalt ("War es nicht, als spürte ich an den zuckenden Metallteilen des Gewehres, wie das Feuer in warme, lebendige Menschenleiber schlug? Satanische Lust, wie, bin ich nicht eins mit dem Gewehr?") ist das noch lange nicht.

Der Bremer Künstler Joachim Fischer über Einkaufszettel und ihre "Poesie":
Einkaufszettel haben Ähnlichkeit mit Gedichten. Sie sind bloß unverfälschter, der Autor feilt nicht an der Formulierung.
Das heißt: Der Krakel-Zettel ist echt ästhetisch. Fast wie Beuys' liquidierendes Diktum: "Jeder ist ein Künstler."

Der ganze Stolz des kleinen Bush (das Siegel des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika auf dem Cowboystiefel):

Wir dürfen gespannt sein, was er uns als nächstes vorzeigt.

Guido Westerwelle in der Verteidigung des Rechten-Slogans "Ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu sein":
Auch die Emotionen gehören zur Demokratie.
Darf's etwas mehr sein? Wir hätten da zum Beispiel noch das gesunde Volksempfinden und die Popularität der Todesstrafe

Der Ex-Ehrenvorsitzende der CDU beim Festakt der CDU Köln zum 125. Geburtstag Konrad Adenauers:
Wer wollte leugnen, daß die nationalsozialistische Barbarei über uns Deutsche gekommen ist und viele andere Völker?
Also, wir wüßten da schon ein paar Historiker, die dieser geschwollenen Unschuld beibringen könnten, daß diese Barbarei nicht einfach "über" einen "kam" wie aus heiterem Himmel.


24. März 2001

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