Der fliegende Tod
(1944)

Hörst du die Luft dumpf zittern
Wie von fernen Gewittern?
Die Diele bebt und es wankt der Schlot.
Das sind keine Wogen,
Die da rollen und jagen,
Das ist der fliegende Tod.

Er reitet auf eisernen Rossen,
Er wirft dich mit glühenden Geschossen,
Haucht dich an mit zersprengendem Hauch.
Er verbrennt dich mit Feuer,
Begräbt dich im Gemäuer,
Erstickt dich mit giftigem Rauch.

Hörst du's Pfeifen und Zischen?
Ein Schrei gellt dazwischen,
Dann ein Krach, als zerberste die Welt.
Du kannst ihm nicht entrinnen,
Er ist draußen, er ist drinnen,
Unter Bäumen, auf der Wiese, im Feld.

Er sieht dich ohne Augen,
Kein Gewölbe mag taugen
Zum Schutz vor des Mörders Begier.
Er greift dich um die Hüfte,
Er wirft dich in die Lüfte
Wie im Traume der wütende Stier.

Er zerreißt dich in Fetzen,
Schon spürst du mit Entsetzen
Am Hals seine würgende Hand.
Da löst sich die Klammer,
Und mit pochendem Hammer
Jagt er weiter ins schaudernde Land.

(Ricarda Huch, 1864 ­ 1947)


Le déserteur
(1954)

Monsieur le Président
Je vous fais une lettre
Que vous lirez peut-être
Si vous avez le temps
Je viens de recevoir
Mes papiers militaires
Pour partir à la guerre
Avant mercredi soir
Monsieur le Président
Je ne veux pas la faire
Je ne suis pas sur terre
Pour tuer des pauvres gens
C'est pas pour vous fâcher
Il faut que je vous dise
Ma décisison est prise
Je m'en vais déserter

Depuis que je suis né
J'ai vu mourir mon père
J'ai vu partir mes frères
Et pleurer mes enfants
Ma mère a tant souffert
Qu'elle est dedans sa tombe
Et se moque des bombes
Et se moque des vers
Quand j'étais prisonnier
On m'a volé ma femme
On m'a volé mon âme
Et tout mon cher passé
Demain de bon matin
Je fermerai la porte
Au nez des années mortes
J'irai sur les chemins

Je mendierai ma vie
Sur les routes de France
De Bretagne en Provence
Et je dirai aux gens:
Refusez d'obéir
Refusez de la faire
N'allez pas à la guerre
Refusez de partir
S'il faut donner son sang
Allez, donnez le votre
Vous êtes bon apôtre
Monsieur le Président
Si vous me poursuivez
Prévenez vos gendarmes
Que j'en aurais pas d'armes
Et qu'il pourront tirer

(Boris Vian, 1920 ­ 1959)

I Ain't Marching Anymore
(1965)

Oh I marched to the battle of New Orleans
At the end of the early British war
The young land started growing
The young blood started flowing
But I ain't marchin' anymore

For I've killed my share of Indians
In a thousand different fights
I was there at the Little Big Horn
I heard many men lying
I saw many more dying
But I ain't marchin' anymore

It's always the old to lead us to the war
It's always the young to fall
Now look at all we've won with the sabre and the gun
Tell me is it worth it all

For I stole California from the Mexican land
Fought in the bloody Civil War
Yes I even killed my brother
And so many others
And I ain't marchin' anymore

For I marched to the battles of the German trench
In a war that was bound to end all wars
Oh I must have killed a million men
And now they want me back again
But I ain't marchin' anymore

For I flew the final mission in the Japanese sky
Set off the mighty mushroom roar
When I saw the cities burning
I knew that I was learning
That I ain't marchin' anymore

Now the labor leader's screamin' when they close the missile plants,
United Fruit screams at the Cuban shore,
Call it "Peace" or call it "Treason,"
Call it "Love" or call it "Reason"
But I ain't marchin' any more

(Phil Ochs, 1940 ­ 1976)

28. Februar 2003

Leserbrief

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