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Biotechnologische Revolution

Thatcherismus in der Wissenschaft

Die gen-politische Debatte hat an Schärfe zugenommen. Handelt es sich um einen "Putsch aus dem Labor" gegen die Gesellschaft (Hans Magnus Enzensberger)? Oder nur um einen nicht weiteroriginellen "Kulturkampf" (Peter Glotz)? Die Antwort: Es geht um Geld. Immer mehr verschmilzt die Wissenschaft mit ihrer möglichst sofortigen Verwertung. Und unser aller Zukunft liegt womöglich bald in den Händen einer Handvoll Experten im Dienst ökonomischer Interessen.

Von Michael Müller

I.

"Irgendetwas geht seinen Gang", antwortet in Becketts Endspiel der Diener Clov auf die angstvolle Frage seines Herrn, was eigentlich passiert. "Irgendetwas" geht vor sich, was wir noch nicht richtig fassen können und was auch mit den Begriffen Globalisierung und Wissensgesellschaft nur unzureichend beschrieben ist. Die Zweifel nehmen zu, nicht nur bei der zunehmenden Zahl der "Globalisierungsgegner", die zu einer politischen Bewegung mit hoher Sprengkraft werden. Immer weniger Menschen trauen der Politik zu, dass sie die Privatisierung der Welt verhindern kann. Und auch die Politik entfernt sich von ihnen, sinnbildlich an der neuen Mauer von Genua, die zum Schutz der Regierungschefs aufgebaut worden war.

Die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft wird vorangetrieben durch die immer engere Verzahnung von Ökonomie und Wissenschaft, die Verwirtschaftlichung der Wissenschaft. Globalisierung und die biotechnologische Revolution, die sich zur Leitwissenschaft dieses Jahrhunderts aufschwingt, drohen gleichermaßen bisher gültige Konstanten für Sicherheit und Identität der Einzelnen und ihrer Gesellschaften zu untergraben. Der neue flexible Kapitalismus ist "mehr als eine bloße Mutation des alten Systems" (Richard Sennett); ebenso ist eine menschenverändernde Biomedizin mehr als eine quantitative Erweiterung von Heilen und Helfen. Durch den Utilitarismus des Wettbewerbs und der Verwertungsinteressen werden die Grenzen dessen, was wir als "Gesellschaft" und als "Mensch" erfahren, hinausgeschoben, hin zu einem grundlegenden Paradigmenwechsel.

Der diskontinuierliche Umbau der Wirtschaft, der die Verbindungen der Gegenwart mit den Erfahrungen der Vergangenheit zerstört, führt in eine existenzbedrohende Desintegration der Gesellschaft; die Verwandlung der Medizin von einer heilenden zu einer menschenmachenden Praxis zersetzt das Menschenbild und die soziale Wirklichkeit mit unbekannten Folgen. Seit den Anfängen der abendländischen Philosophie ergeben sich jedoch die Würde und der Eigenwert des Einzelnen aus dem Gewachsensein. Was passiert, wenn nun immer mehr Gemachtheit an die Stelle der Physis, des Gewordenseins, tritt, eine Entwicklung, die mit der Biogenetik eine neue Dimension erreicht?

Sollten wir das nicht wissen, bevor wir es tun? Die Frage: "Was bedeutet es eigentlich, Mensch zu sein, mit allen seinen Beziehungen zur Mitwelt und in seiner Verantwortung zur Nachwelt?" wird von theoretischen zu einer höchst praktischen und politischen Frage.

Für die Versprechen der Biogenetik, die in einem engen und radikalen Zusammenhang mit der Transformation in Wirtschaft und Wissenschaft stehen, reicht der einfache Optimismus nicht aus, der sich auf den zweiten Blick oftmals als Überhöhung ökonomischer Interessen oder als die Eindimensionalität einer Fachdisziplin entpuppt. Es geht um die grundsätzliche Dimension des Themas, zumal die Bio- und Gentechnik faszinierende Möglichkeiten auch diesseits eines "Umbaus" des Menschen eröffnet. Ein Beispiel ist die individualisierte Therapie für gezielte Hilfen durch die Ermittlung spezifischer Ursachen und Zusammenhänge von Krankheiten.

Natürlich muss die Gesellschaft für Innovationen und Veränderungen offen sein, denn davon hängt die Gestaltung eines guten Lebens ab. Und natürlich sind Ethik und Moral nicht statisch, sondern kulturabhängig. Eben deshalb auch liefern die Lebenswissenschaften nicht "wertfreie" Vorgaben, zu denen die Politik sich dann im Nachgang verhalten kann. Ihre Anwendung darf nicht unabhängig von der Verwertung gesehen werden, da ihre Entwicklung nicht so sehr durch die wissenschaftlichen und technologischen Abläufe als solche geprägt wird, sondern weit mehr durch die Formen und Methoden ihrer wirtschaftlichen Verarbeitung, zu denen auch die Allmachtphantasien und schlagzeilenträchtige Eitelkeit einzelner Forscher gehören, oder die in Wirklichkeit kaum begründete Angst um den Standort. Deshalb sind auch die Lebenswissenschaften keine "objektiven" Wahrheitsmaschinen, unterliegen sie keiner "Evolution", sondern sind durch und durch von der Gesellschaft geprägt, ihren kulturellen Werten, dem Stand von Qualifikation und Bildung sowie von den sozialen Kräfteverhältnissen.

Die "Putschisten aus dem Labor" (Hans-Magnus Enzensberger) wie James Watson, der Pionier der Molekularbiologie, wollen "die Evolution verbessern, wann immer das möglich ist, sofern wir damit gesündere und klügere menschliche Wesen schaffen." Denn "menschliches und anderes Leben (sei) nicht durch Gott geschaffen, sondern entsteht durch einen evolutionären Prozess." Dieser fundamentalistische Kinderglaube entspringt direkt, aber unironisch Aldous Huxleys neuer Welt der Tüchtigen, in der sich die Gen-Reichen zu neuen Menschen aufschwingen, während der andere Teil den Boden unter den Füßen verliert.

Auch in der Wissenschaft brechen die Kontroversen auf. Lee M. Silver aus Princeton weist auf die fragwürdigen Konsequenzen hin: "Affen zu klonen ergibt nur Sinn, wenn man das Verfahren beim Menschen anwenden will". Und während der Molekularbiologe Gregory Stock im gentechnisch perfektionierten Menschen die Zukunft sieht, warnt sein Münchner Kollege Jürgen Brosius vor den Folgen: "Wir sollten verstehen, dass unsere Beurteilung, ob ein Gen gut oder schlecht ist, nur für die Gegenwart relevant ist. Unter anderen Bedingungen, wie verändertem Klima, könnten Gene, die wir heute so schnell loswerden wollen, lebenswichtig werden. Die genetische Variabilität sichert unser Überleben." Deshalb ist es kein bloßer Alarmismus, wenn Jürgen Habermas beim Gen-Tuning vor der schleichenden Selbstinstrumentalisierung und Selbstverdinglichung des Menschen warnt.

II.

In den vergangenen Monaten hat die biopolitische Debatte an Schärfe zugenommen, was Peter Glotz in eklatanter Verkennung als medialen "Kulturkampf" abtut. Während der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Ernst-Ludwig Winnacker, noch um ein sorgfältiges Abwägen bemüht ist, zu erklären versucht und auch Einwände bedenkt, fährt Hubert Markl schon die größten Geschütze auf. Der oberste Repräsentant der Max-Planck-Gesellschaft bezichtigt allerlei kritische Einwände der moralischen Überheblichkeit und Technikfeindlichkeit.

Statt die Chance des reflexiven Disputs, der auch ein Teil der demokratischen Fortschrittsgeschichte ist, zu nutzen, sieht er die Freiheit der Wissenschaft bedroht. In einer Art Luther-Rede vor der Hauptversammlung seiner Organisation, die in der aktuellen Ausgabe noch einmal Nature erscheint, bleibt er weit hinter seinen intellektuellen Fähigkeiten zurück, wenn er den "biopolitisch gleichgeschalteten Gesamtbioethikrat deutscher Tageszeitungen" verteufelt, so "dass sich so mancher Lebenswissenschaftler bald nur noch in Begleitung eines Verfassungsjuristen und Moraltheologen ins Labor trauen wird".

Statt mit der vom Wissenschaftler verlangten Radikalität des Denkens zu argumentieren, wie aus der wissenschaftlichen Erkenntnis ein demokratisch legitimierter Prozess der Umsetzung werden kann, schüttet er vom positiven Recht über das Naturrecht bis zu einem individualistischen Evolutionismus alles in ein semantisches Reagenzglas. Nichts gegen Zuspitzungen, aber die in der Sache unterkomplexe Argumentation von Herrn Markl ist über weite Teile eine dem Thema nicht angemessene Polemik. Umso mehr, weil eine Grundsatzdebatte über ein zeitgemäßes Wissenschaftsverständnis überfällig ist.

Es gehört zu den zentralen Errungenschaften der Moderne, die Wissenschaft von der klerikalen und feudalistischen Unterdrückung zu befreien und ihr die Freiheit des Erkennens zu garantieren. Das Ergebnis kann aber nicht sein, dass die Wissenschaft heute der Gesellschaft scheinbar alternativlos eine "evolutionäre" Bahn diktiert. Wenn der Präsident der MPG die "Verunsicherung ernst nehmen" will, kann er nicht Forschung und Wissenschaft sakrosankt als "integralen Ausdruck unserer Menschwürde" hinstellen und die Wechselwirkungen mit dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen System tabuisieren. Damit fällt Markl in ein vormodernes Verständnis von Wissenschaft zurück. Die Wissenschaft muss sich legitimieren, sie hat keine Lizenz zur Weltverbesserung.

Vor allem aber ist erstaunlich, dass ein Wissenschaftsmanager wie Markl, der das Spannungsverhältnis zwischen Staat, Wirtschaft und Wissenschaft gut kennt, auf die gewichtigen Veränderungen im Wissenschaftssystem nicht eingeht. In vielen Bereichen der Forschung ist es eine Schimäre, ungebrochen von der Wissenschaftsfreiheit zu reden; und die meisten Wissenschaftler, nicht nur die Naturwissenschaftler wissen, dass sie ihre Unschuld längst verloren haben, nicht erst seit der Spaltung des Atomkerns. Tatsächlich hat die öffentliche Debatte nämlich weniger mit Technikfeindlichkeit oder Zukunftsangst zu tun, auch geht sie weit über die Reiztechniken PID und embryonale Stammzellenforschung hinaus.

Im Kern geht es vielmehr um die Frage, ob sich eine wissenschaftliche Elite zu einer Art höhere Gewalt aufspielen und mit den Weihen eines vermeintlich "höheren Wissens" vollendete Tatsachen schaffen darf. Oder ob Technik ein Instrument ist, das sich verbindlichen Grenzziehungen fügt und in einem kreative Wettbewerb alternative Möglichkeiten eines guten Lebens zulässt. Wolfgang Frühwald, Präsident der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, hat dazu in der Zeit vor dem Verdacht gewarnt, "die Forschungsfreiheit als einen absoluten Wert der Menschenwürde überzuordnen." Die Bestimmung dessen, was Menschenwürde ist, muss auch die Sache aller Menschen sein, nicht nur bestimmter "Expertengruppen".

Doch derzeit überwiegt eine Goldgräberstimmung – und dann muss man schnell sein, nicht gründlich. Weltweit werden die Claims abgesteckt und durch Patente abgesichert, in der Hoffnung, am Ende menschliche Embryonen zu erzeugen und auszubeuten. Einige Firmen haben längst eine so mächtige Position eingenommen, dass die Kooperation mit ihnen, wie der Stammzellerforscher Austin Smith feststellt, ein "Pakt mit dem Teufel" sei.

Allein bei den umstrittenen embryonalen Stammzellen, bei denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie die Anlagen zur Menschwerdung haben, geht es um einen lukrativen Markt, den Experten auf 7 bis 14 Milliarden Mark pro Jahr schätzen. Das erklärt das Interesse, obwohl es nachweislich Alternativen gibt. DFG-Vormann Winnacker ist sogar davon "überzeugt, dass nur das Potenzial der adulten Stammzellen das halten wird, was es verspricht". Trotzdem heißt es: Tempo zuerst, ohne Rücksicht auf die Grenzen, die bisher im Konsens der Wissenschaft nicht überschritten wurden.

Auch wenn die neuen Strukturen noch flüssig erscheinen: die immer engere Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft wirkt ebenso planvoll wie blind. Die Konstruktion der Zukunft droht zunehmend in die Händen einer kleinen Elite von Börsenanalysten, Rechtsanwälten, Wissenschaftstechnokraten und Technologiekonzernen zu geraten, die ihre eilige "Vollendung der Tatsachen" (Lothar Hack) mit der Freiheit der Wissenschaft legitimieren. Selbst Gutgläubige werden stutzig, zu dick tragen vor allem amerikanische Wissenschaftler auf, bei denen Forschung und ökonomischer Verwertung derartig eng verzahnt sind, dass von der Unabhängigkeit der Wissenschaft nicht mehr viel übrig bleibt. Die hohen Investitionen müssen rasch Renditen abwerfen, die Erwartungen an der Börse werden mit kühnen Versprechen bedient. Es sind eben nicht nur "Scharlatane und Geschäftemacher", wie Hubert Markl beschwichtigend abtut, sondern das in einigen Bereichen ganz normale Funktionieren des "wissenschaftlich-industriellen Komplexes", das ist es, was beunruhigt.

Unter dem Druck der internationalen Konkurrenz verschmelzen Grundlagenforschung und Anwendung. Die "Bewährungsregeln" (Peter Weingart) werden außer Kraft gesetzt, Interventions- und Reflexionsmechanismen unterlaufen. Unternehmen wandeln sich zu industriellen Technologiekonzernen. Aus Forschern werden Teilhaber und Unternehmer. Diese Verlagerung der Zukunftsgestaltung in privatwirtschaftlich verengte Rationalitätskonzepte wird vermutlich die größte normative Ausstrahlung auf die Ausgestaltung der Gesellschaft entfalten. Ethik-Dumping droht zum Standortfaktor zu werden.

Auf derlei Fragen geht der Wissenschaftsmanager Markl nicht ein, obwohl sie darüber entscheiden, wie die Zukunft aussehen wird, auch wie groß der Gestaltungs- und Freiheitsspielraum der Wissenschaft und Forschung bleiben wird. Das erstaunt umso mehr, weil Markl am Anfang seiner Berliner Rede die sozialen und kulturellen Bezüge des Menschseins sogar herausstellt. Doch dann folgt statt einer Grundsatzrede eine Aufwärmung szientistisch-sozialdarwinistischer Klischees, eine Art wissenschaftlicher Thatcherismus, bei dem im freien Spiel der Evolution letztlich nur der alles bestimmende Markt als "Wissenschaftsfreiheit" etikettiert wird. Da waren wir doch schon sehr viel weiter.

III.

Die Debatten der letzten Jahrzehnte über Technikbewertung und Technikgestaltung, in Westeuropa mit der Kontroverse über die Grenzen und über die Qualität des Wachstums, in Osteuropa mit dem Richta-Report über den Reformkommunismus, hatten ein zentrales Ergebnis: Wirtschaft und Technik sind gestaltbar. Die Politik muss dafür den Möglichkeitsraum sichern und erweitern. Technik ist nämlich zuerst ein sozialbestimmter Prozess. Rentabilitäts- und Verwertungsinteressen, die Pluralität der Wissenschaftsorganisation und die Breite der Forschung müssen sich gegenüber der Gesellschaft legitimieren und vor ihren kulturellen Wertvorstellungen Bestand haben.

Deshalb muss die Debatte über die Nutzung der Biogenetik in aller Breite in der Gesellschaft geführt werden, wobei nicht nur die Möglichkeiten der biotechnologischen Revolution einzubeziehen, sondern auch die Erkenntnisse der Ökologie zu berücksichtigen sind. Das dauerhafte "Mitsein" von Mensch und Natur wird zur zentralen Kategorie einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Der bisherige Regulierungsmodus "Technikkontrolle durch Technik" (Rainer Wolf) gerät damit an Grenzen, weil er nur Einzelaspekte technischer Gefährdungen bewertet, eine umfassende Bewertung von Technikfolgen und Techniklinien jedoch ausblendet.

Vor allem sind aus der Tatsache Schlussfolgerungen zu ziehen, dass Grundlagenforschung, Technik und ökonomische Verwertung immer enger ineinander greifen. Die Grundlagenforschung ist keine platonische Ideenschau, die deswegen im Wortsinne "rein" genannt werden könnte, sondern längst eine Veranstaltung zur Veränderung der Realität. Für eine Wissenschaft aber, die nicht nur Wahrheiten erkennt, sondern auch die Lebenswelten radikal verändert, müssen neue Formen der Freiheitsbeziehung gefunden werden. Die Garantie der Forschungsfreiheit ist der veränderten Sachlage anzupassen, auch im Eigeninteresse der Wissenschaft, um ihrem eigenen Anspruch, Teil der Gesellschaft zu sein, gerecht werden.

Jedes wissenschaftliche Handeln ist strukturell bereits technologisch, damit wirtschaftlich verwertbar und auch weltverändernd. Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker müssen sich in den Institutionen der Demokratie der Frage stellen, welche Gesellschaft aus der Anwendung ihrer Erkenntnisse entsteht. Umgekehrt muss die Technikfolgenabschätzung aus seiner Nischenrolle heraus und wichtige Grundlagen für den öffentlichen Diskurs über neue Technologien und ihre Alternativen schaffen. Es geht eben nicht nur um Entscheidungen, für die ein gewaltiger ökonomischer Druck aufgebaut wird, sondern auch um die Wirkungen für die Gesellschaft, für unsere Kultur, für ein gutes Leben, die bedacht werden müssen. Das ist die ureigenste Aufgabe der Politik in der Demokratie.

Die Geschichte der Atomenergie belegt, dass die Verengung auf die wissenschaftliche und technologische Potenzierung nur einer Kraft in die Blockade führt, Alternativen zu entwickeln. Auch deshalb darf die Wissenschaft keinem technologischen Evolutionismus anhängen, sondern muss die Bedingungen und Folgen ihrer Praxis bei der Herstellung der sozialen Realität sehen. Die Aufgabe der Politik ist es, hierfür die Voraussetzungen zu verbessern.

Wenn die Politik es nicht vermag, die stärksten weltverändernden Kräfte – Wirtschaft und Wissenschaft – in zivilgesellschaftliche Verfahren einzubinden, dann wird die Demokratie zu einem leeren Regelwerk. Doch es ist viel zu gewinnen: Europa kann durch mehr Pluralität in der Biotechnologie und die Rückkopplung ihrer Entwicklung mit der Gesellschaft nicht nur eine bedeutende ökonomische Rolle spielen, sondern vor allem eine starke moralische. Das entspricht unserem Verständnis von Aufklärung und Vernunft.

Der Autor ist stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, zuständig für Umwelt, Bildung und Forschung.
Eine gekürzte Fassung des Textes wurde in der ZEIT vom 16. August 2001 veröffentlicht.

27. August 2001

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