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Schon wieder ein worst case scenario
Bush ante portas
Von Günther Zäuner
Im Irak hat er sich bereits festgefressen. Der selbsternannte Weltpolizist
Dabljuh will jedoch mehr. Nachdem er die Achse des Bösen liquidiert
haben wird, steht ein weiterer Staat, mitten im Herzen Europas, an oberster
Stelle seiner Prioritätsliste Österreich. Das Austria-Dossier
soll bereits an oberster Stelle seines Aktenstapels mit den Schurkenstaaten
dieses Globus auf seinem Schreibtisch im Oval Office liegen. Es gibt
eine Menge Gründe für eine Invasion.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung,
die Generaldirektion für Öffentliche Sicherheit und das Heeresnachrichtenamt
(HNA) allesamt Schlapphüte mit der Lizenz zum Würstelholen
erfuhren von den Okkupationsabsichten Dabljuhs, wie üblich,
zuletzt. Dabei stehen die Zeichen längst auf Sturm und die Auguren
des CIA und NSA vermelden bislang nichts Gutes.
Spätestens seit Anfang März dieses Jahres steht es für
Dabljuh fest. Österreich muß wieder einmal von der Weltkarte
gefegt werden. Ausschlaggebend war der größte Erdölfund
seit fünfundzwanzig Jahren ausgerechnet im österreichischen
Weinviertel, im Raum Matzen. Obwohl mit dem IQ eines texanischen Bohrturms
ausgestattet, läßt sich Dabljuh in Sachen Öl nichts
vormachen. Da steigt selbst dem friedliebendsten Texaner der Stetson
hoch.
Sollte Dabljuhs Erzfeind Saddam Hussein nicht erledigt werden können
und ins Exil flüchten, ist wohl sonnenklar, wohin sich der irakische
Schlächter absetzen wird. Für ihn und seinen Clan gibt es
derzeit nur einen sicheren Ort das Bärental im Kärntnerischen,
ein idealer Treffpunkt für alle Narrischen, dessen Besitzer niemand
Geringerer als der Kärntner Landesauptmann Jörg Haider ist.
In besseren Bagdader Zeiten war Haider Saddams Lieblingsbesucher, der
auch schon mal mit einem Doppelgänger vorlieb nahm, wenn der Despot
selbst keine Zeit für seinen österreichischen Freund hatte.
Außerdem versteht sich Haider auch mit Saddams Söhnen Odai
und Kursai sehr gut, die ebenso wie Haider die Liebe zu den schönen
Dingen des Lebens verbindet.
Seine Besuche würdigte Haider sogar in einem Buch Zu Gast
bei Saddam Im Reich des Bösen". Gut, über den
Untertitel wird man noch im Bärenteil bei passender Gelegenheit
reden müssen, wenn sich die Husseins erst mal eingelebt haben.
Das Buch erschien auch noch dazu in einem Wiener Verlag, der erst kürzlich
negativ aufgefallen war, indem er ein kritisches Buch über den
österreichischen Bundespräsidenten herausbrachte. Es reicht,
wenn man in eigenen Land einen Michael Moore hat. Da braucht niemand
einen kompletten Verlag im künftigen Invasionsobjekt! Angeblich
will Haider auch das Klagenfurter Wahrzeichen, den Lindwurm, gegen eine
Saddam-Statue austauschen. Die Briten sollen ein paar günstig im
Angebot haben.
Ein weiterer entscheidender Punkt für eine bevorstehende Invasion
in diesem Land ist Nepotismus. Zum einen haben wir einen Nachrichtensprecher
in der wichtigsten News-Sendung des Landes, in der Zeit im Bild",
der zugleich auch noch der Sohn der Unterrichtsministerin ist. Aber
viel schwerwiegender ist das Haiders Schwester, Ursula Haubner, im Kabinett
Schüssel II zur Staatssekretärin gekürt wurde. Immerhin
ist Dabljuhs Bruder Jeb nur Gouverneur von Florida. Was Schüssel
selbst betrifft eventueller Betrug am Wähler Schwamm
drüber. Zumindest soll das Dabljuhs engste Vertraute, Condoleezza
Rice, ihrem Chef geraten haben.
Historisch gesehen ist der Kommunismus kaum erst seit einem Augenblick
vernichtet, kann doch tatsächlich in der steirischen Landeshauptstadt
Graz bei den letzten Gemeinderatswahlen ein Kommunist punkten! Bloß
hat er nichts davon. Viele Stimmen, aber keine Mandatare. Na und? Damals
begann auch alles im kleinen...
Überhaupt, dieses Kärnten, die Steiermark und große
Teile von Oberösterreich. Seit jeher braun verseucht. Und in Oberösterreich
liegt nicht von ungefähr der Geburtsort eines gewissen Herrn Schickelgrubers...
Sollte es tatsächlich zu bewaffneten Zusammenstößen
kommen, werden Rumsfeld, Powell & Co noch manche harte Nuß
zu knacken haben. Dagegen ist der Häuserkampf in Bagdad eine etwas
härtere Übung. Viel Spaß bei der Auseinandersetzung
mit der kärntnerischen Schlitzohrigkeit, der steiermärkischen
Bauernschlauheit und der Sturheit oberösterreichischer Mostschädel.
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel wird bei einer Invasion sicher
keine Probleme verursachen und sich sicherlich mit dem Job eines Protektoratskanzlers
zufrieden geben. Hauptsache, er muß nicht seine schönen Visitenkarten
wegschmeißen. Außerdem weiß er ja seit seinem ersten
Kabinett wie ein Marionette zu funktionieren hat.
Ein weiterer triftiger Grund, Österreich endlich an die amerikanische
Kandare zu nehmen, ist dieses völlig ungenierte Aufrüsten
des Bundesheeres, indem die derzeitige Regierung nicht müde wird,
für den Ankauf von Abfangjägern einzutreten.
Doch wir lassen uns von den Amis keine Angst einjagen. Gegen unsere
infame und hinterhältige Guerillataktik können selbst Dabljuhs
Heerscharen mitsamt ihrem High-Tech-Kriegsgerät einpacken. Gegen
den österreichischen Amtsschimmel ist jede Großmacht chancenlos.
Daher ist es bei einem Angriff auf die Alpenrepublik von enormer Wichtigkeit
diesen Umstand zu berücksichtigen. Sollte es den USA einfallen,
díe Invasion beispielsweise an einem Freitag nachmittag anzusetzen,
kann es leicht sein, daß im österreichischen Verteidigungsministerium
bei eventuellen Anrufen ein Tonband läuft: Lieber Feind.
Da wir uns seit vierzehn bereits im Wochenende befinden, sind derzeit
unsere Stellungen unbesetzt. Deponieren Sie inzwischen Ihre Wünsche.
Ab Montag, acht Uhr früh, schießen wir dann umgehend zurück."
Doch wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen, da es längst
nicht als erwiesen gilt, daß die amerikanischen Strategen Österreich
überhaupt auf der Weltkarte finden. Zumindest das FBI schafft es
nicht. Wer es nicht glaubt, nachzulesen unter www.fbi.gov/hq/cid/arttheft/geomaps/europe.jpg.
9. April 2003
Leserbrief
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