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Kein Vergleich!
Frage: Darf ein deutscher Journalist über diese
Entwürdigungen berichten? Von Tim Frohschütz Man kennt das ja: Kriege sind, abgesehen von der Propaganda, schmutzig. Auch der Vorfall hier ist manchem Journalisten keinen Atemzug wert, geschweige denn einen Artikel. Schließlich sind wir inzwischen ganz andere Gräuel gewöhnt.
Beobachtet haben die Szene die norwegische Reporterin Line Fransson und der Fotograf Tomm W. Christiansen, die für die norwegische Zeitung Dagbladet in Bagdad waren. Ein Anruf bei der Redaktion ergab, dass die beiden Journalisten und ihre Wort- und Bildberichte als absolut vertrauenswürdig gelten.
Die andere Hälfte, die bedenkenlos rassistische, liefert der amerikanische
Offizier in dieser Szene, Leutnant Eric Canaday. Sie hätten, erklärte
er, die Idee zu diesem Vorgehen von Einheimischen erhalten; es biete
sich ja auch an, da die Männer im Verdacht stünden, in dem
Park nebenan leichte Handfeuerwaffen gestohlen zu haben. "Also
nahmen wir ihnen die Kleider weg und schoben sie raus, nachdem wir ihnen
'Dieb' draufgeschrieben hatten", sagte er lachend, "es war
tatsächlich ziemlich erfolgreich. Und so schlimm, wie es aussieht,
war es gar nicht. Wir machen das sowieso nur mit Leuten, die Waffen
stehlen. Ein bisschen öffentliche Schande, kein physische Verletzung,
und morgen ist alles wieder in Ordnung." So glatt, so einfach, so ohne schlechtes Gewissen kann es zugehen, wenn Zivilisationen aufeinandertreffen. Am besten reden wir nicht mehr darüber. Siehe dazu auch: Amnesty International. 30. April 2003 |
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