Die Gazette Nr. 9, Dezember 1998:

Die Peinlichkeiten des Monats

Hellmuth Karasek:
„Ich weiß sehr wohl, wie man deutsch schreibt, und ich bin mit meiner Sprache
sehr einverstanden."
Da sind wir aber froh, daß die beiden sich einig sind. Das war nämlich nicht immer so.

Johannes Willms verlangt „ganz konkret" eine Antwort auf die Frage::
„Wieviel Demokratie läßt sich mit den Erfordernissen der Globalisierung vereinbaren?"
Ginge es nicht auch andersherum: Wieviel Globalisierung läßt sich mit der Demokratie vereinbaren? Klingt nicht ganz so verfassungsfeindlich, oder?

SPIEGEL-Fernsehprogramm:
„Mit dem Vaterwerden hat es nicht geklappt, am Schluß des Films startet der ehemalige Hauptkomissar im Auto mit seiner Freundin einen zweiten Versuch. Die Folge - Symbol, Symbol - Verkehrsstau."
Schön, daß ihr auch Stotterer beschäftigt, aber das ist doch nur logisch, logisch und sprachlich parterre, aber kein Symbol, Symbol.

Gerald Segal, NEWSWEEK-Kolumnist:
„Die Erfolgsgeschichte: Die Arbeitslosigkeit in Europa ist stabil."
Das wird unsere vier Millionen aber freuen.

Hans von Massow, Leserbriefschreiber:
„Die voranschreitende Liberalisierung der Welt bewirkt, daß Tabus nicht mehr unter dem Deckmantel der politischen Korrektheit diktiert werden können. Diesem unaufhaltsamen Trend muß man sich wie den Gesetzen der Globalisierung stellen."
Offenbar ein Naturereignis wie Mitch. Außer die Globalisierung ist selber ein Tabu unter dem Deckmantel der politischen Korrektheit.