Nr. 6. September 1998
 
Ich fing sehr langsam an und und besiegte Mr. Turgenjew.
Dann trainierte ich hart und besiegte Mr. de Maupassant.
Mit Mr. Stendhal habe ich zweimal unentschieden gekämpft,
und beim zweiten Mal hatte ich einen kleinen Vorsprung.
Aber niemand kriegt mich in den Ring mit Mr. Tolstoy, außer ich
werde verrückt oder noch sehr viel besser.
(Ernest Hemingway am 13. Mai 1950 in The New Yorker)
Inhalt

Selbstanzeige

Der Kommentar
von Louise Lasalle 
Gastkolumne
Philipp Reuter 

Interviews
mit Michael Naumann
und Drake McFeely

Leseproben:
Pierre Bourdieu 
Robin Dunbar
Aphorismen 

Schaufenster

Goethe-Kalender

Net-Ticker

Buchkunst
Lyrik, Kurzprosa

Fotogalerie Peuckert

Unzeitgemäß
Aristoteles 
Lese-Effekte
Gustave Flaubert 

Die Adresse
Kunst&Politik 

Die Marginalie
von Thomas Mägerlein 

Leserbriefe
Impressum


 

Selbstanzeige 

Die September-Nummer enthält eine bisher in Deutschland unbekannte Episode aus dem "Dritten Reich": Himmler als Manuskript-Räuber, auf der gewalttätigen Jagd nach der "Germania" in Italien.. 
Neu in dieser Ausgabe, mit der sich die Zeitschrift aus den August-Ferien zurückmeldet, sind das Schaufenster und der Goethe-Kalender. Im Schaufenster wird von Zeit zu Zeit ein lohnenswertes Buch vorgestellt. Der Kalender bringt monatlich einen unklassischen Artikel aus einem im Juli nächsten Jahres erscheinenden Goethe-Lexikon. Demnächst beginnt dazu noch ein sechsteiliges Goethe-Rätsel mit diesem Lexikon als erstem Preis. 
Das Interview mit dem Verleger Michael Naumann wurde wenige Tage vor seiner Designierung zum SPD-Kulturbeauftragten geführt. 
Ein etwas ungewöhnlicher Beitrag zur Rechtschreibdiskussion und zum Erlebnis der Fremde ist „Reise-Unerholung" (siehe Kurzprosa) von zé do rock, dem Erfinder des Ultra-Deutsch und Verfasser des Reiseberichts „fom winde ferfeelt" (Berlin 1995). 
Damit und bis nach der Wahl viel Vergnügen wünscht 

der Herausgeber 


Leserbriefe

Ein herausragend geführtes Interview in der "gazette" Juni 1998: A. B. Bengsch im Gespräch mit Z. Kolitz. Warum erfährt man in anderen Medien von dieser Geschichte nichts? Einfühlsame Fragen und nachdenklich stimmende Antworten. Ein beeindruckendes Dokument, dieses Buch, das ich mir sogleich bestellt habe ein genialer Autor, wie man dem Gespräch entnehmen kann. Bitte publizieren Sie doch weiterhin Interviews mit Personen der Zeitgeschichte. Diese Personen müssen ja nicht unbedingt außerordentlich populär sein. 
Prof. Dr. Bertram Trebla 
Historiker 
Wien 

meine mail sollte weder vorwurf noch aufforderung bedeuten, lediglich ein freundlicher nudge sein: wo bleibt ihr denn?  hatte ich naemlich entweder ueberlesen oder vergessen, dass gesagt war, im august keine ausgabe (erinnert mich an die maxime 'don't advertise in august'). 
sie interpretieren's als schmeichelhaft, was sie offensichtlich fuer einen positiven ausdruck nehmen -- und dann haben sie recht.  wenn immer sich in einem land kulturell etwas tut, ist das begruessenswert: und was hat es in deutschland auf diesem gebiet schon gegeben! ihr oeuvre hat durchaus das zeug, zu einem nachhaltig positiven faktor zu werden (... sie sollten vielleicht mal wieder zu wissen tun, wie sich die 'leserschaft', der ladefaktor entwickelt). 
und nachdem kultur inzwischen auch ein faktor im wahlkampf geworden ist, dank teils unserm freund michael naumann und teils der voelligen absenz massgeblicher themen, besteht noch hoffnung. 
was ihnen fehlt, sind gutgeschriebene kolumnen, am besten zu aktuellen und widerspruechlichen themen; for pete's sake, sie muessen doch auf niemanden ruecksicht nehmen! ad hominem-bezuege wie in greiwes kommentar geben eine menge wuerze und provozieren interesse ... von kontroverse zu schweigen:  all das brauchen sie dringend, wenn ihre unternehmung abheben soll (im guten sinn:  ich dachte, nicht unbedingt das englische „off the ground" schreiben zu sollen, aber abheben erinnert dann doch etwas an abgehoben, und das wollen wir wohl nicht). 
h d laun, new york 
 

Die Zeitschrift ist , da im unendlichen "Netz" auch unendlich viel Müll aufzufischen ist, von erfreulicher Qualität und angenehm ernstzunehmen. 
Uneingeschränkt positiv sehe ich die ständigen Rubriken: Unzeitgemäßes, Leseeffekte, Leseproben, Buchkunst, Fotogalerie. 
Eine im Sinne des transportierendenMediums interessante Erweiterung ist der Net-Ticker mit der schönen Fülle gut edierter Nachrichten. 
Ein bißchen zeternder Beschwörungsjournalismus, wie er gelegentlich als Beitrag erschien, ist zu verkraften. Beiträge von zu viel Naivität, wie manchmal in den frühen Nummern, ließen mich eher seufzen, aber davon scheinen Sie sich ja selbst abgewendet zu haben. 
Was von Nachwuchsautoren kam, ist mager. Meistens. Wer ist eigentlich die gescheit kommentierende Autorin in Nr.5? Ihre "Gerade jetzt" betitelten Lyrik-Beiträge sind gut und haben nichts von dem Bemühungsmuff an sich, der einen immer so verlegen macht, wenn man ihn bei dichtenden Leuten antrifft. 
Ich hoffe, daß Sie auf Ihrem erfreulichen Niveau weiterarbeiten können. 
Maria Mackenroth 

  Schreiben Sie uns doch auch mal


Impressum

Herausgeber: Fritz R. Glunk, Irschenhauserstraße 2, D-81379 München 
Glunk@Gazette.de 
Redaktionelle Mitarbeit: Bernd Eichhorn, Eva Herold, Mariela Sartorius 

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Leserbriefe bitte an: Leser@Gazette.de 
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