Nr. 5, Juli/August 1998
 
Hab keine Angst vor großen, langen Wörtern.
Große, lange Wörter bezeichnen kleine Dinge. Alle großen Dinge
haben kurze Namen. So wie Leben und Tod, Frieden und Krieg.
Oder Tag, Nacht, Liebe, Haus. Lerne die kurzen Worter
auf große Art zu benützen. Es ist schwer, aber sie sagen, was du meinst.
Wenn du nicht weißt, was du meinst, dann
nimm große Wörter. Das führt die Leute oft in die Irre.
(Der Dichter Art Kudner in „Advice to His Son")
Inhalt

Selbstanzeige

MAI-Special

Der Kommentar
Gastkolumne
Ulrich Greiwe 

Brief aus Frankreich
von Sophie Pruneaux 

Das Interview
mit Wolfgang Beck 

Leseproben
Alberto Manguel, Karlheinz Stierle, Friedemann Bedürftig 

Net-Ticker

Buchkunst
Lyrik, Kurzprosa:
Robert Rodewald 
Fotogalerie Peuckert

Unzeitgemäß
Hans Wimmer 
Lese-Effekte
Dante Alighueri 

Die Adresse

Die Marginalie
von Klaus Weinzierl 

Leserbriefe
Impressum


 

Selbstanzeige 

Die aktualisierte Juli-Nummer enthält eine neue Rubrik, den "Brief aus ...", der auch künftig in ungezwungener Folge auftauchen soll. Diesmal schreibt Sophie Pruneaux aus Paris (und natürlich zur WM). 
Robert Rodewald, die bisher kaum bekannte, aber sehr originale, kräftige „Stimme einer neuen Generation", ist in dieser Ausgabe nicht nur mit einer Probe seiner Lyrik vertreten, sondern auch mit „Wien- eine Weltverschwimmung", einem Prosatext, zu dem er auch den Kommentar - ganz eigener Art - geschrieben hat. Von nun an wird Die Gazette in einer besonderen Rubrik ausgewählte Kurzprosa jüngerer deutschsprachiger Schriftsteller veröffentlichen. 
Bei den Leseproben ist auf ein kleines Wunder hinzuweisen. Der dtv hat in einem Anfall von Wagemut ein Paris-Buch von so überragender Einsicht und Reflexionshöhe herausgebracht, daß man fast wieder an die fortdauernde Existenz eines gebildeten Lesepublikums glauben möchte. Auch wenn Wolfgang Beck vom C. H. Beck Verlag in dieser Hinsicht ein wenig pessimistischer klingt (siehe das Interview). 
Die Skandalnachricht des Monats ist unerreichbar die Website des Börsenvereins und ihr bejammernswert verlotterter Zustand (siehe Net-Ticker). Man kann nur dringend - und mit einigem Recht - hoffen, daß die Internet-Verschlafenheit des Verbands nicht die seiner Mitglieder widerspiegelt. 
Voranzeige: Im August 1999 wird, aber ja doch, der zweihundertfünfzigste Geburtstag Goethes gefeiert. Ab der nächsten Nummer, die im September 1998 erscheint , erhält Die Gazette aus diesem Anlaß zehn Monate lang eine neue Rubrik, den „Kleinen Goethe-Kalender". Gewinn und Vergnügen beim Blättern wünscht Ihnen 

der Herausgeber 



Leserbriefe

Schreiben Sie uns doch auch mal.

Zum Kommentar der Juni- Ausgabe: 

Gratulation. Das hat Weltzeitungsniveau. Den Zusammenhang zwischen neoliberaler De-Regulierung und sich selbst verstärkendem Hang zum Egoismus hatte ich auch so im Kopf, ich hätte es aber nie so gut formulieren können. Danke. 

Franz Anneser, Thürnthenning 
 

Liebe Macher der Gazette, 
Eure Arbeit ist begeisternd. Eure kritischen Beiträge zu gesellschaftlichen Entwicklungen beweisen die Fähigkeit Eurer Autoren, richtig zu analysieren. 
Macht weiter so. 
Eine kleine persönliche Erfahrung als Denkanstoß in Richtung der Ursachenforschung unserer derzeitigen Entwicklungen vor allem hinsichtlich Globalisierung und Kapitalismus möchte ich geben : 
Als Unternehmer hat mich stets die Tatsache gestört, daß die dramatische Entwicklung der Unternehmensschulden und damit der Zinslast der Unternehmen als nebensächlich, respektive natürlich, empfunden und dargestellt wurde. (Ähnliches gilt für die Schulden des Staates). Die Kostenposition "Zinsen" ist die einzige volkswirtschaftliche Größe die im Verlauf der Entwicklung aller kapitalistischen Länder auf allen Ebenen (Unternehmen, Staat, private Haushalte) zugenommen hat und die Volkswirtschaft heute weit mehr belastet als die meisten sich vorstellen können. Jeder von uns braucht  nur einmal den Haushaltsplan seiner Gemeinde daraufhin zu untersuchen und er wird feststellen, daß die Zinsen häufig schon die Personalkosten einer Gemeinde überschritten haben. ... 
Nein , ich will nicht einer Abschaffung von Zinsen das Wort reden, aber darauf hinweisen, daß es Lösungen gibt, die uns dazu bewegen sollten, einmal über diese Entwicklung und vor allem ihre Auswirkung auf unser tägliches Leben nachzudenken. Das kann durchaus dazu führen, daß wir mit dem Wissen wahrer Ursachen und neuen Lösungsansätzen mit großem Selbstbewußtsein politisch aktiv werden können. 

Andreas Bangemann 
 

Eine Idee setzt sich durch 

Es gibt eine Menge Magazine im Internet - aber nur eine Gazette. Die erste Ausgabe hatte 17.000 Zugriffe zu verzeichnen. ... Seit März wird die Literatur- und Kulturzeitschrift  von Fritz R. Glunk herausgegeben. Lesenswerte Kommentare zum (kultur-)politischen Zeitgeschehen, Essays, Interviews, Lyrik und mehr folgen einem Konzept mit hohem Anspruch. Auf eine symbolüberfrachtete Ästhetik verzichten die Herausgeber. Stattdessen gibt es so wundervolle Rubriken wie die „Fotogalerie" oder „Buchkunst". In der April-Ausgabe zeigt letztere die Meggendorfer „Ziehbildbücher". 
Eine Perle unter den elektronischen Magazinen. 

Com! Das Online-Magazin, Juni 1998 



Impressum

Herausgeber: Fritz R. Glunk, Irschenhauserstraße 2, D-81379 München 
Glunk@Gazette.de 
Redaktionelle Mitarbeit: Bernd Eichhorn, Eva Herold, Mariela Sartorius 

Leserbriefe bitte an: Leser@Gazette.de 
Manuskripte bitte an: Redaktion@Gazette.de