Buchkunst
Clement de Jonghe
Afbeeldinge der Vornaemste Steden van Europa
Amsterdam 1675
Der um 1624/25 in Brunsbüttel geborene Clement de Jonghe betätigte
sich als Buchhändler und Graphikverleger in Amsterdam. Sein Geschäft
befand sich in der Kalverstraat. Es wurde nach seinem Tode 1677 von seinem
Sohn Jacobus noch zehn Jahre weitergeführt. Clement de Jonghe war
mit Rembrandt bekannt, der ihn 1651 porträtierte.
Die vorliegende Sammlung von Stadtansichten trägt nur einen handschriftlichen
Titel, doch ist das Werk wohl mit einem unter dem lateinischen Titel Icones
praecipuarum urbium totius Europae laufenden Atlas identisch. Die Blätter
zeigen oben jeweils das Stadt- und Landeswappen; unten werden sie von Versen
und Inschriften in Latein, Französisch, Holländisch, in einigen
Fällen auch Deutsch begleitet, die zumeist von A. Montanus stammen.
Dargestellt sind Rom, Wien, Konstantinopel, Sevilla, Paris, Rouen, Dieppe,
Dünkirchen, London, Kopenhagen, Stockholm, Krakau, Danzig, Leiden,
Hoorn, Utrecht, Münster, Venedig, Genua, Neapel, Prag, Köln,
Augsburg, Nürnberg, Straßburg, Frankfurt, Frankfurt, Basel,
Pernambuco, Genf, Batavia (Indonesien) und der Markt in Amsterdam.
Der tiefliegende Horizont verleiht den Stadtabbildungen Weite und Tiefe.
Auch die Staffagefiguren dienen durch ihre Verkleinerung der Verdeutlichung
der Tiefenausdehnung.
Die Ansicht Londons ist nach dem großen Brand von 1666 entstanden;
da ein Exemplar der Ansichtenfolge im British Museum handschriftlich 1675
datiert ist, dürfen diese Jahre als Entstehungszeit angenommen werden.
(aus: Fünf Jahrhunderte Buchillustrationen, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg 1987)