| Für Büchersammler
Hier soll auch einmal eine Adresse für Sammler vorgestellt werden:
eine liebevolle, gerade weil nicht in allen Details perfekte, kommerzielle
Website für Sammelgegenstände (fast) aller Art, nicht nur für
alte Bücher. Die Welt der Sammler ist unendlich; da sammelt einer
Vorabversionen von Software oder Swarowski Silver Crystal (was das ist,
wissen wohl nur wahre Eingeweihte), andere suchen Kaffemaschinen (aber
nur solche vor 1960) und alte Telefone, Kaugummiverpackungen und Rubbellose,
Brummkreisel und Zippo-Feuerzeuge, und einer sogar Sand aus aller Welt
(der Sammler vergütet den freundlichen Einsendern auch die Portokosten). Daneben
gibt es die ernsthafteren Gruppen von Sammelgegenständen wie Comics,
Fotoapparate, Uhren, Spielzeug, Antiquitäten, Kunst, Ansichtskarten
und Briefmarken (samt der schönen Abbildung einer blauen und roten
Mauritius). Sehr anschaulich ist die kleine Geschichte der Münzen,
samt der englischen und französischen Qualitätsbezeichnungen.
Noch seriöser geht bei Schallplatten zu. Hier wird dem Interessierten
sogar eine präzise Tabelle geboten, anhand derer er den Wert seiner
alten Platte je nach Zustand des Covers und der Platte selbst ausrechnen
kann (ebenfalls mit genauer Erklärung der Qualitäts-Kennzeichnungen
M = Mint, VG = Very Good, G = Good, W = Worn und F = Fair).
Das Sammelthema, das Die Gazette interessiert, sind natürlich
Bücher.
Hier werden nicht nur die Preise sehr teurer alter Bücher angegeben
(etwa die Frischauer-Bibel mit zweitausendfünfhundert, ein Stundenbuch
aus Flandern mit dreißigtausend oder Ridingers Reitschule mit fünfundvierzigtausend
Mark). Verdiensvoll ist vielmehr der Hinweis auf schöne alte Bücher,
die bei weitem nicht so viel Geld kosten müssen. Hier findet man zum
Beispiel eine Populäre Naturgeschichte in drei Bänden von 1848
für vierzig Mark oder einen Amadis de Gaule von 1779 für eigentlich
unerklärliche fünfzehn (in Worten: fünfzehn Mark).
Und selbstverständlich bietet die Sammler-Seite ein Anschlagbrett
mit Suchanzeigen. Da hängen dann Suchanfragen nach Bavarica, alten
Kochbüchern oder lokalen Bildbänden. Auch Wissenslücken
werden hier womöglich geschlossen. Einer fragt, was sein altes Buch
mit fünfzig Kupferstichen wohl wert sei, ein anderer möchte sein
Büchersammeln „qualitativ verbessern" und fragt deshalb, welche Kriterien
den Wert eines antiquarischen Buches ausmachen. Ein Dritter, der sich vermutlich
erst noch präziser ausdrücken müßte, hat auf dem Dachboden
seiner Eltern „einen alten deutschen Bücherband" gefunden und möchte
wissen, wie wertvoll er sei. Auf Nachfragen erklären die Absender,
daß sie die erhofften Antworten tatsächlich erhalten. Die Seite
lebt also, wenn auch noch nicht glänzend (in den letzten zwölf
Monaten hatte die Bücherseite nur eintausend Besucher).
Wohl nichts für Profis also, aber für Amateursammler eine
gute Einführung und Erst-Information. |
Ausschnitt aus
Jacques Louis David, Der Raub der Sabinerinnen
Münze mit dem Kopf des Caesar Augustus |