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Vom Nutzen und Schaden der Museen
Vor der Französischen Revolution gab es kaum eine öffentliche
Gelegenheit, die Werke berühmter Maler zu sehen. Die meisten
Kunstwerke hingen und standen in Palästen und Privathäusern
(ein paar immerhin in Kirchen). Erst Napoleon führte hier
zu einer Innovation: Seine systematischen Kunsträubereien
wurden zwar 1815 durch Rückgabe zum Teil wiedergutgemacht,
aber es blieb noch genug in Paris zurück, um den Louvre zu
einer wahrhaft königlichen und allen zugänglichen Sammlung
zu machen. In England begann man um diese Zeit immerhin, die Privatsammlungen
einer ausgewählten Kennerschaft zu öffnen: jungen Künstlern,
zur Weiterbildung.
Bald ließ sich über Ausstellungen auch das nationale
Prestige heben. Den Durchbruch schaffte hier Lady Chamberlain,
die Frau des britischen Außenministers und Faschismus-Bewunderers.
Ohne Schwierigkeiten überredete sie Mussolini, einer Londoner
Ausstellung die schönsten Kunstwerke Italiens zu leihen,
darunter Botticellis "Geburt der Venus". Schon hier
finden sich die Charakteristika heutiger Mega-Expositionen: unverantwortliche,
überzogene Leihgaben-Forderungen, der politische bis nationalistische
Druck dahinter, ein Monster-Katalog als Souvenir und die PR-Behauptung,
etwas derartiges werde man in Jahrzehnten nicht noch einmal erleben.
Der bis heute spürbare Effekt: Kunstwerke werden, oft gegen
den Willen der eigenen Kuratoren, um die ganze Welt gekarrt. Nur
um den Leihgebern Prestige einzubringen, den Sponsoren Auftritte
und dem Museum zahlende Gäste.
Der scharfe Kritiker dieser Reise-Praxis ist Francis Haskell in
seinem Buch "The Ephemeral Museum. Old Master Paintings and
the Rise of the Art Exhibition". Haskill ist darin nicht
nur fachkundig, sondern auch ehrlich: Er gibt zu, manche Groß-Ausstellung
habe ihm sogar ausgesprochenes Vergnügen bereitet.
Die Macht der Bilder
Ein Ikonoklast ist nicht nur ein Gegner, sondern ein Zerstörer
von Bildern. Der Ikonoklast fürchtet, sozusagen vormodern,
die Macht des Bildes. Er handelt mit Leidenschaft und aus Überzeugung.
Und er ist nicht immer ein Mann. Im Jahr 1914 wurde die Venus
von Velazquez in der Londoner National Gallery von einer Suffragette
an mehreren Stellen aufgeschlitzt. Die Vorkämpferin für
das 
Frauenwahlrecht "tötete" damit das Objekt der
Begierde ihrer männlichen Gegner.
Die Geschichte der - speziell der im Islam und im Judentum religiös
begründeten - Bilderfeindlichkeit beschreibt Alain Besançon
in seinem faszinierenden Buch "L'image interdit". Das
Werk hat nur einen kleinen Nachteil: Es nimmt seinen Untertitel
"Une histoire intellectuelle de l'iconoclasme" ein wenig
zu wörtlich und spart kräftig an Bildern und Illustrationen.
Ist der Autor selbst heimlicher Ikonoklast?
Keine frühen Triumphe
Das Fernsehen, erwartete man noch vor kurzem, würde irgendwie
vom Internet abgelöst, beseitigt, überrollt - je nachdem.
Aber auch jetzt, nachdem die dot.com-Upstarts reihenweise in de
Knie gegangen sind, kommt bei den großen Fernsehsendern
keine rechte Freude auf. Denn mit den Internet-Firmen sind auch
deren TV-Werbegelder in den USA verschwunden.
Noch im letzten Jahr haben siebzehn Internet-Firmen je drei Millionen
Dollar für einen Dreißig-Sekunden-Spot bezahlt. In
diesem Jahr sind nur noch drei von ihnen bereit dazu. Der Preis
ist bereits um fünfundzwanzig Prozent gefallen. CBS hat regelmäßig
noch eine Woche vor der Sendung zehn Prozent seiner Werbeblöcke
nicht verkauft.
NBC, einer der vier großen USA-Sender, will in den nächsten
Monaten sechshundert Stellen streichen, bei CNN stehen vierhundert
Stellen und dazu vier Shows auf der roten Liste, und CBS und ABC
haben einen Einstellungsstop verhängt.
Weiterreichende Konsequenzen hat das sich verringernde Internet-Engagement
der Fernsehsender. News Corp verkündete Anfang Januar die
Schließung seiner Online-Abteilung und die Enlassung von
zweihundert Mitarbeitern. CBS hat schon im letzten Jahr ein Viertel
seiner Online-Mannschaft nach Hause geschickt, NBC sogar fast
die Hälfte.
Man hört fast das Aufatmen der Sender: Ihre Internet-Aktivitäten
waren ohnehin immer defensiv gemeint, und diese Verteidigung kann
man sich nun nach den Internet-Firmen-Pleiten wohl sparen.
Geheimnisvoller Molière
Es war manchmal lebensgefährlich, Ludwig XIV. zu amüsieren.
Jean-Baptiste Lully zum Beispiel stach sich beim Dirigieren den
eigenen Stab in den Fuß und starb kurz danach am einsetzenden
Wundfieber. Und Molière, der selbst seinen "Eingebildeten
Kranken" spielte, fragte am 17. Februar 1673 vor seinem Auftritt:
"Ist es nicht gefährlich, den eigenen Tod vorzutäuschen?"
und starb - zwar nicht auf der Bühne, aber zwei Stunden nach
der Aufführung zu Hause. Der Bühnen-Stuhl, in dem er
seine ängstliche Frage stellte, ist noch heute in der Comédie
Française zu sehen, in dem von ihm gegründeten Theater.
Anekdoten solcher Aussagefähigkeit präsentiert Virginia
Scott in ihrem Buch "Molière: A Theatrical Life".
Sie ist, wie alle Molière-Biographien, mangels relevanter
Dokumente darauf angewiesen, ein möglichst farbiges Zeit-Bild
herzustellen, in dem dann die wenigen bekannten Lebensdaten Molières
ihren Platz finden (darunter die ihm schon von den Zeitgenossen
nachgesagte Liebe zu seinem Protégé Baron).
"Gott ist Nigerianer",
sagt Olusegun Obasanjo gern, der Präsident des Landes. Er
meint damit: Gött läßt offenbar nicht zu, daß
Nigeria völlig vor die Hunde geht oder, einschlägiger,
endgültig zur Hölle fährt.
Allerdings ist es nicht so, daß genau das völlig ausgeschlossen
wäre. Für den Engländer Karl Maier (in seinem neuen
Buch "This House has Fallen: Midnight in Nigeria") ist
dieses Land "der größte mißglückte
Staat in der Dritten Welt". Und doch sieht er noch nicht
das Ende: Unruhen und Massaker flammen hier immer wieder auf -
und gehen vorbei.
Aber für die meisten ist Nigeria eine blindwütige Jagd
- auch der Armen - nach Beute. Was Maier über die neuerlich
enthüllten Bereicherungen des früheren Militärdiktators
Abacha berichtet, ist atemberaubend (Colin Powell, der neue US-Außenminister,
nannte kurzerhand alle Nigerianer "Verbrecher und Diebe").
Aber er schreibt auch von Anwälten, die sich für die
Menschenrechte engagieren, von freundlichen Priestern und furchtlosen
Journalisten.
Es ist seit dreißig Jahren das erste lesbare und informative
Buch über Nigeria.
Gar nicht so heimliche Verführer
Es gibt kostenlose Computerprogramme, die nur deshalb kostenlos
sind, weil der Käufer sich mit speziellen Werbeeinblendungen
einverstanden erklärt. Das Dumme ist: Die Einverständniserklärung
findet sich irgendwo unten in der sogenannten Lizenzvereinbarung,
die jeder bloß anklickt, aber nicht liest. Effekt: Auf der
Festplatte nistet sich ein ungewolltes Programm ein, das beim
Start des Computers automatisch eine Verbindung zum Internet herstellt
und die Werbung herunterlädt.
Die Version 8 von WordPerfect zum Beispiel geht ähnlich vor.
Solange man die Software nicht bezahlt hat, wird man mit Werbung
traktiert. Aber auch nach der Bezahlung verschwindet das eingebaute
Werbe-Programm nicht immer aus dem Computer. Selbst wenn manche
Anwendungen dieser Art deinstalliert wurden, funktioniert das
Werbe-Programm immer noch.
Besonders übel treibt es mit diesen Spielchen die Firma Aureate
(die sich vor kurzem in Radiate) umbenannt hat). Ihre versteckten
Programme sollen sich mittlerweile auf 30 Millionen Computern
befinden. Ein Gegenmittel immerhin bietet die Firma Gibson Research
mit ihrem kostenlosen Gegen-Programm optout (siehe auch grc.com/optout.com).
Der Ungelesene
Frantz Fanon wurde auf Martinique geboren und in Frankreich zum
Psychiater ausgebildet. 1953 ging er nach Algerien und engagierte
sich im Befreiungskampf auf der Seite der Algerier. Als Arzt war
er im vollem Umfang über die Foltermethoden der französischen
Verhörtechniker informiert.
Berühmt wurde er mit seinem heute nur noch wenigen bekannten
Buch "Die Verdammten der Erde", einer "nichtmarxistischen
Bibel der Unterdrückten" (The Economist).
Interessanter als seine zeitgebundenen Meinungen zur "reinigenden"
Qualität der Gewalt ist sein Erlebnis des eigenen "Andersseins".
Daß Fanon Schwarzer war, wurde ihm erst in Frankreich bewußt
gemacht, als ihm die französischen Stereotypen aus jeder
Kakao-Werbung anstarrten. Der Schock saß tief. Noch auf
dem Sterbebett hatte er den Alptraum, in eine Waschmaschine gesteckt
und "entnegert" zu werden.
Seine Werke sind heute ungelesen. Sein Leben wenigstens kann man
in der schönen Biographie von David Macay "Frantz Fanon:
A Life" nachlesen.
Was sind Nazi-Souvenirs?
Die Suchmaschine Yahoo! treibt seltsame Spielchen. Nach der Verurteilung
durch ein französisches Gericht nahm man zwar am 11. Januar
einen großen Teil der eintausendneunhundert bis dahin angebotenenNazi-Souvenirs
aus dem Katalog aber vierhundert davon werden weiterhin verkauft
- zumeist Banknoten, Münzen und Briefmarken aus dem Dritten
Reich. Man sieht das wohl nicht als Souvenirs aus der Zeit der
Nationalsozialisten an.
Auch wird weiterhin Hitlers "Mein Kampf" verkauft -
zu Bildungszwecken.
Gleichzeitig will die in Süd-Kalifornien ansässige Firma
dort auf dem Klageweg geltend machen, daß ein französisches
Gericht keine Jurisdiktion hat über Content, der in den USA
hergestellt wurde.

Ihr Kommentar
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Der interessante Schnee von gestern
Nicht alles Neue ist wirklich neu. Besonders
nicht in den IT-Technologien, die nur deshalb dauernd so hochgeschrieben
werden, weil die Schreiber entweder nichts davon verstehen oder
ein kurzes Gedächtnis haben. Oder beides.
Es lohnt sich also, wenigstens im Hinblick auf die USA, ein Blick
in die Essay-Sammlung "A Nation Transformed by Information".
Wenn man hier von der frühen und schnellen Verbreitung des
Telefons liest, dann hört sich die vorgeblich einzigartige
Durchsetzungsgeschwindigkeit des Computers nicht mehr ganz so
imponierend an. Oder dies (hätten Sie's gewußt?): Die
Erfindung der Schreibmaschine verdreifachte sozusagen über
Nacht die Erfassung und Speicherung von Information.
Faszinierender noch liest sich das Hauptthema des Buches: Offene
Informationssysteme sind für die Anregung weiterer Innovationen
ergiebiger als geheimgehaltene. Das trifft nicht erst für
IBM und seinen frühen PC zu, sondern auch schon auf RCA,
die von Anfang an ihre Fernsehtechniken, oder AT&T, die 1952
ihre Transistortechnologie veröffentlichten.
Über die frühe Kunst des Reisens
Francis Galton war eine schillernde Figur der
viktorianischen Epoche. Nicht nur hat er den Antizyklon entdeckt
und das Wort dafür erfunden, er war auch ein starker Verfechter
der Volksgesundheit durch Eugenik (und vielleicht hat er auch
dieses Wort erfunden). Vor allem aber war ein leidenschaftlicher
Reisender.
Er pflegte dabei (nachzulesen in seinem jetzt wieder erschienenen
Buch von 1872 "The Art of Travel") eine Philosophie
der genießenden Langsamkeit. Eine Reise sollte eine Erfahrung
sein, keine Suche: "Interessieren Sie sich hauptsächlich
für den Fortgang Ihrer Reise und schauen Sie nicht mit Begehrlichkeit
auf ihren Endpunkt."
Aber auch die Praxis findet Berücksichtigung, sowohl im Abschnitt
über den Selbstbau eines Schlafsacks, als auch in dem köstlichen
Kapitel über "Ekelerregende Nahrungsmittel, die das
Leben verhungernder Menschen retten können".
Harry Potter? Verboten!
Eine Schule, selbstverständlich eine christliche,
in Queensland (Australien) hat "Harry Potter und der Feuerkelch"
für ihre Schüler verboten. Dr. Chas Gullo, Lehrer an
dieser Schule, hat - sagt er - ein Kapitel gelesen und wurde allein
hier mit vier Morden konfrontiert. "Das war ganz schön
unheimlich", meinte er nach diesem Schock.
Einige Eltern fanden den Mut, zu protestieren: Die Potter-Bücher,
hielten sie dem Vor-Leser entgegen, seien Produkte der Phantasie
und stellten keinerlei Bedrohung dar.
Besser spät als nie
Im Jahr 1876 reichte Mark Twain (er fing damals
gerade mit "Huckleberry Finn" an) eine kleine Erzählung
bei der Zeitschrift "Atlantiv Monthly" ein. Sie wurde
nicht angenommen. Jetzt - einhundertfünfundzwanzig Jahre
später - hat sich die Zeitschrift umbesonnen: Die Erzählung
mit dem Titel "A Murder, a Mystery and a Marriage" wird
gedruckt.
Das Honorar ist noch geheim.
Memoiren sind nicht das große Geschäft
Wenn Ex-Präsidenten in den USA ihre Erinnerungen
aufschreiben, muß das nicht immer ein Riesengeschäft
sein. Eine der großen Ausnahmen ist die Autobiographie von
Präsident Grant, der es - anders als heutige Autoren aus
dem Weißen Haus - schaffte, keine öde Textsammlung,
sondern eine wirklich persönliche gehaltene Lebensbeschreibung
zu liefern.
So sieht man auch Clintons Memoiren ohne übertriebene Erwartungen
entgegen. Sein Fünf-Millionen-Dollar-Vorschluß ist
denn auch spürbar geringer als der für Hillarys Erinnerungen
(acht Millionen).
Man kann darauf wetten, daß die Worte "Monica Lewinsky"
bei Clinton nicht vorkommen werden. Aber auch ein zarter Hinweis
auf die Geschichte, meint der Verleger, wäre schon gut fürs
Geschäft.
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Wer oder was ist Ginger?
Dean Kamen hat eine Erfindung gemacht (Codename
"Ginger"), eine Alternative zu einem heutigen Produkt,
das "schmutzig, teuer, manchmal gefährlich und oft frustrierend
ist, speziell für die Menschen in der Stadt". Das Dumme
ist, er sagt nicht, was er erfunden hat. Genauer: Er will es erst
nächstes Jahr sagen.
Die Investoren sind von "Ginger" überzeugt: Es
sei bedeutsamer als das Internet und werde seinen Schöpfer
reicher machen, als Bill Gates heute ist.
Und einem Verlag war die Sache einen Vorschuß von einer
Viertelmillion Dollar wert: Für dieses Honorar schreibt nun
Steve Kemper ein "Ginger"-Buch, das mit der Enthüllung
der Erfindung erscheinen soll.
Uns können Sie vertrauen!
Angenommen, Sie begegnen einer Organisation namens
"Mütter gegen Umweltverschmutzung" oder "Umwelt-Informations-Rat"
oder "Amerikanischer Rat für Wissenschaft und Gesundheit"
- geht Ihnen da nicht das Herz auf? In Wahrheit arbeiten diese
wohlklingenden Gruppen für Unternehmen, die sich von der
Regierung oder Umweltaktivisten mit Auflagen bedrängt fühlen.
Die American Heart Association und die American Cancer Society
verkaufen ihr Gütesiegel gern an Pharma-Unternehmen oder
sogar Orangensaft-Hersteller. Und ein früherer Schatzkanzler,
Lloyd Bentsen, ist als Lobbyist für eine Kreditkartenfirma
unterwegs.
Sie sind die Experten. Sie verlangen unser Vertrauen. Und doch
ist es die hinter ihnen stehende "Industrie, die die Wissenschaft
manipuliert und unsere Zukunft aufs Spiel setzt" (so der
Untertitel des Buches von John Stauber und Sheldon Rampton "Trust
Us, We're Experts", das im Januar herauskam).
Ihr Buch ist nicht nur eine düstere Enthüllungsstory,
sondern gibt auch praktische Ratschläge, wie mit den angeblichen
Experten-Äußerungen umzugehen ist, wie man ihre - nur
- acht rhetorischen Tricks entlarvt und wie man einen selbsternannten
wissenschaftlichen Artikel gegen den Strich lesen muß. Und
die wichtigste, schon aus Watergate-Zeiten stammende Regel: "Geh
dem Geld nach!"
Warum erst jetzt?
Warum wird erst jetzt die Todesstrafe in den
USA zum Thema? Nicht nur in der EU, sondern in den Vereinigten
Staaten selbst? Es kann doch nicht nur daran liegen, daß
Texas in diesem Jahr vermutlich vierzig Menschen hinrichten wird
(was selbst für Texas Rekord wäre) und der derzeitige
Präsident Texaner ist.
Natürlich nicht. Der Hauptgrund liegt in der landesweiten
Zunahme an vollzogenen Todesstrafen seit 1990. Und diese kräftige
Zunahme bewegt nicht nur die ohnehin eifrigen Gegner, sondern
in wachsendem Umfang auch die Befürworter der Todesstrafe
(die in den USA noch immer die Mehrheit bilden). Zumindest verspüren
sie ein beginnendes Unwohlsein angesichts des Umfangs und der
möglichen Ungerechtigkeit ihrer Anwendung.
Robert Jay Lifton und Greg Mitchell beschreiben den langsamen
Meinungsumschwung in ihrem Buch "Who Owns Death? Capital
Punishment, The American Conscience, and the End of the Death
Penalty". Lifton hat sich bereits einen Namen gemacht mit
seinem Buch über "The Nazi Doctors", in dem er
die Perversion der Wissenschaft zur politischen Doktrin untersuchte.
Das Bild, das die Autoren von den amerikanischen Einstellungen
zur Todesstrafe zeichnen, ist umfassend, fair und komplexer als
schnelle Meinungsumfragen. So zeigen sie zum Beispiel auch, daß
diejenigen, die unmittelbar und praktisch mit den Hinrichtungen
zu tun haben, oft das größte Unbehagen daran spüren.
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