|
|
"Ihr habt es ja nicht anders haben wollen" (2. Teil) Demohngeachtet habe ich noch einmal einen Paroxismus von Patriotismus erlitten, (mit der Rheinischen Landwehr) den letzten Feldzug wieder mitgemacht, d.h. fürchterlich exercirt, zu Compiegne, Noyon und Ham in der Picardie tüchtig gegessen und getrunken und nun wieder unbestimmten Urlaub genommen ... Eichendorff hält sich überhaupt am liebsten frei von Zwängen,
die ihm als Einschränkung seines dichterischen Elans erscheinen
(zu diesen Zwängen zählt sogar seine Ehe, so daß er
sich manchmal wünscht, seine Frau solle ihm wieder, wie früher,
nur Geliebte sein). Jeder Verfaßer, oder wer sonst sonst deßen Rechte erworben, soll für seine Schriften den freien Gebrauch der Preße, die freie Herausgabe u. der freie Verlag, jeder gewerbsberechtigte Inhaber einer Schriftdruckerei oder lithographischen Anstalt der freie Druck der zur Preße übergebenen Schriften, jedem gewerbsberechtigten Buchhändler der freie Verkehr mit den gedruckten Schriften in der Art gewährt seyn, daß das Erscheinen einer Schrift in der Regel weder von der Erlaubniß des Staates, noch von einer Genehmigung der Censur abhängt. Der Entwurf scheitert natürlich, die Zeit ist für ein solches Pressegesetz noch nicht reif. Später allerdings, kurz vor der 48er Revolution, läßt er sich politisch ganz anders ein: Hinter diesen letzten Trümmern einer tausendjährigen Kultur lauert freilich die Anarchie, die Barbarei, und der Kommmunismus; der Proletarier hat an der willkommenen Bresche, wie zur Probe, schon die Sturmleiter angelegt. Nach der Revolution aber sieht Eichendorff die staatsbürgerliche
Freiheit nicht mehr bei den "Rechten", sondern bei den "Linken"
(in dem Gedicht mit den Schlußzeilen: "Da ist es nicht mehr
Zeit, vornehm zu schmollen / Ihr habt es ja nicht anders haben wollen.").
|
| Essays Interview Leseproben Net-Ticker TextBilder Rubriken Archiv |