Nr. 33, Februar 2001

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Über das Lesen

I. Einleitung. In einer Zeit, wo fast ein jeder liest und die Zahl der Bücher Legion ist, verdient die Leselust eine ernste Berücksichtigung.

II. Übergang. Sie kann nützen und schaden; dies hängt ab
1. von der Wahl dessen, was man liest,
2. von der Art und Weise, wie man liest.

III. Ausführung. A. Das Lesen s c h a d e t, wenn man
1) schlechte Bücher,
2) ohne Ernst, bloß zum Zeitvertreib, ohne tieferen Zweck liest.
B. Das Lesen n ü t z t, wenn man liest:
a) Was?
1) Was sittlich gut,
2) was belehrend,
3) was schön ist.
b) Wie?
1) Mit Aufmerksamkeit,
aa. auf den Inhalt, bb. auf die Form;
2) mit der Feder in der Hand, um sich Auszüge zu machen;
3) mit stetem Rückblick auf das Frühere; namentlich muß man sich am Schlusse des Buches über den dadurch bewirkten Fortschritt Rechenschaft geben.

IV. Schluß. Dies muß besonders die Jugend beherzigen, die so leicht auf verderbliche Abwege gerät, damit sie vor Zeitverschwendung und vor Aneignung sittenverderbender Grundsätze bewahrt bleibt.

Disposition Nr. 110 aus: Jos. Venns Deutsche Aufsätze, verbunden mit einer Anleitung zum Anfertigen von Aufsätzen, 340 Dispositionen, sowie über 500 Themata zur Auswahl, vorzugsweise für die oberen Klassen der Gymnasien und höheren Lehranstalten.
35. Auflage. (85-90. Tausend).
Altenburg.
Verlagshandlung H. A. Pierer.
1899.

Leserbrief dazu

 
 
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