Nr. 31, Dezember 2000

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 Die Marginalie
 

 

Augusta Laar

Speisekarte

Wer mir das bestellt hat / die Fingerlinge unter der Decke / oder das müßige Maß an Beschlingerung / aus dem PflanzenTamTam / .hi-hi-hi sagte die RadioPuppe / das war nicht echt / das war ein großes Gestückel / hat es wehgetan? hat es Dich etwa entzückt? nicht aufgeben Du saftiges Sofagetüm. / Immer noch leckst Du mir die Lippen blütig, blütig / Das Süper-Menü hat nicht geschmeckt / bä-bä, es hat mich so süssig so grüsig beflügelt mein Sofagestüt / meine Eigenweide mein Ziegenblatt altes Geliebel / mein Fass mein Schaf mein f





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Kommentar der Autorin:

Hier gibt es ein Menü aus Wörtern, Buchstaben und Lauten. Das Lebensmenü ist sozusagen aufgetischt, in seiner geheimnisvollen Sinnlichkeit (Beschlingerung-PflanzenTamTam), ohne daß man weiß, wer´s war. Also wer ist der Schöpfer des Ganzen? So eine Frage kennen wir. Die Antwort wird zuerst zurückgegeben an die Fragestellerin und dann im sinnlichen Bereich abgetastet. Wer fragt? Ist sie das wirklich selbst? (RadioPuppe) Und wenn, wie ist das Gefühl für die einzelnen Gänge? Schon längst schöpft sie sich ihre Worte selbst. Aus vorhandenen Zutaten des täglichen Lebens. Und benennt die Dinge neu und sinnlich erkennbar. Sie entscheidet intuitiv. Das kreative Erleben besteht aus ü-s, die sich in die Worte hineinfügen weil sie es so will. Also so ist das. Man schafft sich das Menü aus dem Material, das man vorfindet. Und das hat Spaß gemacht, selbst wenn es nicht geschmeckt hat. Das Gedicht endet mit einer Blitzinnenschau. (Eigenweide) aus Vergangenheit (Ziegenblatt altes Geliebel) Bestandsaufnahme Jetzt (Mein Fass mein Schaf)und komprimiert resoniert, bis der Buchstabe f übrigbleibt - f wie forte (Dynamik) -mein f= meine Profession als Lyrikerin, Zusammensetzung von Laut und Buchstabe / Musik und Sprache


 

 
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