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Hans Pfitzinger Fingerzeige Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden junge Frauen, die während der
deutschen Besatzungszeit mit Soldaten der Wehrmacht ins Bett gegangen
waren, kahlgeschoren, vergewaltigt und nackt durch die Stadt gejagt.
Weil die Regierung ihres Herkunftslandes der heimischen Regierung den
Krieg erklärt hatte, wurden Zehntausende von Staatsbürgern
mit japanischen Vorfahren in Internierungslager gebracht und von der
Außenwelt abgeschnitten. Als ein hoher politischer Funktionär, Präsident der Arbeitgeberverbände,
getötet wurde, setzte die Regierung die Verfassung außer
Kraft und begann, unter Mithilfe der meisten Zeitungen, Zeitschriften
und Fernsehsender, eine beispiellose Hetzjagd nach einem Dutzend "Terroristen".
Zur selben Zeit wurde Staatsbeamten, die in Opposition zur Regierung
standen, per Erlass verboten, ihren Beruf auszuüben. In Teilen des Landes können Menschen aus südlichen oder fernöstlichen
Ländern nicht mehr auf Straßen oder Plätzen unterwegs
sein, weil sie sich damit in die Gefahr begeben, erschlagen oder verprügelt
zu werden. Die Regierung unternimmt erst jahrelang nichts, dann fordert
sie zu einem Demonstrationszug auf. Politiker großer Parteien, die an der Regierung waren oder gerade
sind, fordern, den Zuzug von Menschen anderer Religion und Hautfarbe
zu begrenzen und nur noch "Ausländer" zu dulden, die
unserer Wirtschaft und dem Rentensystem nützen. "Approach love and cooking with reckless abandon." Menschen mit dunkler Hautfarbe gelten als minderwertig. Wenn sie Pech
haben, werden sie öffentlich einer Straftat bezichtigt, die sie
gar nicht begangen haben, und ohne Gerichtsverhandlung am nächsten
Baum aufgehängt. Ein Volk, dessen Land von fremden Einwanderern besetzt ist, wird daran
gehindert, sich seine eigenen politischen Institutionen zu schaffen
und auf seinem Boden einen eigenen Staat zu gründen. Erwachsene
und Kinder, die dagegen protestieren, werden erschossen. Ein nach demokratischen Wahlen an die Macht gekommener Staatschef soll
aus dem Amt entfernt werden, weil er der Regierung der USA nicht ins
außenpolitische Konzept passt. Deswegen lässt sie ihn von
ihrem Geheimdienst ermorden. Ein nach demokratischen Wahlen an die Macht gekommener Staatschef soll
aus dem Amt entfernt werden, weil er der Regierung der USA nicht ins
außenpolitische Konzept passt. Deswegen wird sein Land monatelang
bombardiert, die Natur verseucht, Brücken gesprengt, tausende von
Menschen umgebracht. Eine Gruppe von 40 Staatsbürgern,
die sich friedlich in einer Stadt im äußersten Südosten
des Landes versammeln und Bier aus Dosen trinken, wird von einer Hundertschaft
Polizei eingekreist und verhaftet, weil sie anders aussehen als die
meisten Einheimischen. Die überwiegend jungen Menschen frisieren
und kleiden sich wie Punks. "Widme dich der Liebe und dem Kochen mit hemmungsloser Hingabe." Ein adeliger Schriftsteller, der sich sonst friedlich seinen Seitensprüngen
widmet, wütet in geschriebenen Attacken gegen "Nacktschädelgesindel".
Andere Kulturtreibende fordern, mit dem "Spuk" endlich gewaltsam
aufzuräumen: "Haut die Glatzen, bis sie platzen." Argumente,
so das Argument, könnten jetzt nicht mehr helfen, da müsse
Gewalt her, pardon, Gegengewalt natürlich. "Was bedeutet es, wenn man Pazifist ist und erschossen wird?"
John Lennon fragt sich das, im September 1980, als er in einem Gespräch
an Mahatma Gandhi und Martin Luther King erinnert. Drei Monate später
wird er erschossen. Merke: Wer gewalttätig wird, hat schon verloren. Dabei ist es gleichgültig, ob Sie an Karma glauben oder Ihren gesunden Menschenverstand bemühen. Und: Es ist falsch, andere Menschen totzuschlagen. Das gilt immer. Und überall. Dumm gelaufen Jetzt, nach der Diskussion, machen alle triste figura. Bassam Tibi,
weil man seine "Leitkultur" so furchtbar mißversteht.
Der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU), weil man
ihn erst gar nicht wahrnahm, obwohl er doch den schönen Begriff
bereits im März 1999 besetzt hatte und gar zu gern schadenfroh
darauf hingewiesen hätte, daß der Begriff von einem Einwanderer
stammt. Jörg Schönbohm (CDU), der das Wort sogar schon ein
Jahr vorher in die politische Debatte gebracht hatte - ebenso unbeachteterweise.
Theo Sommer, der aufgeregt darlegt, daß die Besatzer sich ganz
zu Unrecht auf ihn berufen. Angela ("Ich will eine Wir-Gesellschaft!")
Merkel, die mit dem schlappen Versuch baden ging, auch noch eine nationale
"Vaterland"-Debatte dranzuhängen. Und Friedrich Merz,
der zur besten Sendezeit, in der Haushaltsdebatte, zugeben mußte,
daß der Begriff tatsächlich "mißverständlich"
"sein" "könnte". Ein Wort zur Leit-Cultur Die Anfrage der "Königsberger Hartung'schen Zeitung",
wie ich zu dem kühnen Vorpreschen des Reichstagsabgeordneten Mey
mich stelle, darf ich als Bitte um fachmännischen Rat auffassen.
Fachmännisch, weil nun einmal ausgemacht scheint, daß es
der Künstler sei, der in den Angelegenheit der Kultur orientiert
und zu Hause ist. Antwort auf eine Umfrage der "Königsberger Hartung'schen Zeitung" vom 11. November 1928 Mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Verfasser ist der Redaktion bekannt. |
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