Nr. 31, Dezember 2000
 
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Die Bibel im Netz

Das Papier-Exemplar der Gutenberg-Bibel in der British Library kam 1829 in ihren Besitz, als sie die Bibliothek von König Georg III. übernahm. Das Pergament-Exemplar wurde ihr kurz nach 1846 testamentarisch von Thomas Grenville vermacht.
Im März 2000 arbeiteten zehn japanische Digitalisierungsexperten in der British Library und stellten aus beiden Exemplaten zwei jpg-Bilderfolgen her. Die Seitenabbildungen sind ab sofort von jedermann einzusehen, und zwar in drei verschiedenen Bildformaten (deren größtes bis zu 1 MB umfaßt, mit entsprechenden Ladezeiten). Die Bildqualität erlaubt auch den peniblen Vergleich der beiden Exemplare, wobei die Unterschiede Rückschlüsse auf Rationalisierungen des Gutenbergschen Druckbetriebs zulassen (zum Beispiel der Verzicht auf den Rot-Druck für die Rubrikentitel oder die Erhöhung der Zeilenzahl pro Seite; das Grenville-Exemplar ist damit deutlich einfacher ausgeführt als das Papier-Exemplar Königs Georg III.)
Die Seiten-Bilder stehen als jpg-Dateien im Netz und sind damit (auch noch im größten Format) komprimiert. Forscher, die jedoch die unkomprimierten Bilder brauchen, können sich dazu per E-Mail mit Kristian Jensen, dem Chef der Inkunabel-Abteilung der British Library, in Verbindung setzen.
Aber auch für jeden Buchliebhaber ist der vollständige Einblick in die beiden Exemplare eine Lesefreude.

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