Nr. 29, Oktober 2000
 
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Wurt es kummen?

Ach, wie war sie doch vordem so leicht, die „Aufgabe" unserer Dichter! Es brauchte nur das schlichte „Hinaustreten au dem Ich-Raum in den Volksraum", und schon wußte der junge Schreiber, was nottat: die „dröhnenden Schritte der Millionen durch die Kräfte der Seele zu verinnerlichen" und „männlicher Klang zu sein in der aufbrechenden Zeit der Sänge und Gesetze". Und wes das echte deutsche Herz da klingend überquoll, das verlangte zwanghaft nach einer sehr eigenen Sprache.

In dem Schauspiel „Dämonen über uns" (1934) veranschaulicht Georg Schmückle eine entscheidende Stunde in dem jahrhundertelangen Kampf ums Reich. Auch in dieser dramatischen Dichtung läßt sich erkennen, daß Schmückle geschichtliches Schicksal und gegenwärtiges Geschehen so miteinander zu verbinden weiß, daß daraus eine wirklich künstlerische Einheit wird. In den beiden „Engel Hiltensperger"-Dichtungen und in „Dämonen über uns" reißt uns das flammende, jedes echte deutsche Fühlen beglückend bestätigende und jedes deutsche Herz im Tiefsten erschütternde Bekenntnis zur Idee des Reiches mit, durch das sich der Dichter seiner selbst entäußert hat, so daß er nichts mehr ist und sein will als nur noch Sprecher seines Volkes, Mund und Gemeinschaft, Künder deutschen Schicksals. Die Sprache, die Georg Schmückle sich für diese Dichtungen gechaffen hat, tut das Ihre, um uns durch die Gestaltung des Aufflammens und des Zusammenbruches der großen Bauernerhebung zu begeistern für die Herrlichkeit des Reiches, dessen Bild noch in dern letzten Worten des sterbenden Engel Hiltensperger mit sieghaftem Leuchten in der Nacht der deutschen Not erstrahlt: „O Teutschland! Was Wunders bistu voll! Was ich erdenket, die Wind tragens ins Land, kann nimmermehr vergehn! Das Reich! Das Reich! So ein jeder nützet anders sinnet und trachtet, dann des Reiches Herrlichkeit, alsdann wurt es kummen und die deutsche Nation wurt erstrahlen fort alle Zeit und Ewigkeit! ... O teutsches Land, o herrlich Land! ... Du - aller - Länder Kron!"

Aus: Hellmuth Langenbucher, Volkhafte Dichtung der Zeit, Junker und Dünnhaupt, Berlin 1941

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