Nr. 28, September 2000
 
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Das Quedlinburger Evangeliar



„Schön mit goldenen Buchstaben auf Pergament geschrieben": Mit dieser Beschreibung steht die Evangeliensammlung im Bücherveichnis (1812) des Doms von Quedlinburg. Üblicherweise stammen in Gold geschriebene Codices aus dem Umkreis von Kaisern und Königen, Bischöfen und allenfalls Äbten. An einer dieser Stätten ist auch der Ursprung des kostbaren Quedlinburger Evangeliars aus dem neunten Jahrhundert zu suchen.
Es werden vier Schriftarten verwendet: Monumentalcapitalis, Capitalis rustica, Unziale und Minuskel. Die erste von ihnen ist auf der Abbildung zu sehen.
Der Text im Rechteck unter den vier Evangelistenbildern ist wie hier in der Monumentalcapitalis gehalten (wobei jedoch noch die C, wie in der Abbildung erkennbar, und die G eckig geschrieben wurden). Der Text selbst ist das sogenannte Incipit („[Hier] beginnt ..."), das heißt der Titel des Buches oder des Großkapitels, eine "Titelseiten"formel, die in allen Büchern des Mittelalters beibehalten wurde.
Über dem V in „EVANGELIU" und dem C in „SCD" ist ein horizontaler Strich angebracht, ein sogenannter Kürzungsstrich (hier mit zwei Zapfen), der anzeigt, daß die Wörter als „evangelium" bzw. „secundum" zu lesen sind.

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