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Was heißt ferhoodled?
Die Adresse dieses Monats interessiert nur Übersetzer
aus dem Englischen. Alle anderen können sich gleich woandershin
weiterklicken.
Der gegenwärtige Präsident der USA ist berüchtigt dafür,
daß er ein ziemlich privates Englisch spricht. Mit Glück
findet der nicht-amerikanische Leser und Übersetzer einen Ausdruck
wie flummoxed noch in einem (guten) Wörterbuch, aber was
in aller Welt meint Clinton mit bumfuzzled? Oder mit ferhoodled?
Es sind nur einige seiner sprachlichen Regionalismen, die selbst in
den USA weithin unverständlich bleiben.
Aber Hilfe ist nah. Sie kommt von der University of Wisconsin
und heißt DARE oder ausgeschrieben Dictionary of American Regional
English. Drei Bände, insgesamt A bis O sind erschienen, am
vierten Band wird von den zwölf festangestellten Lexikographen
und ihren unzähligen Informanten zur Zeit gearbietet. Das DARE
hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst alle nur regional verbreiteten
Wörter der Amerikanischen zu erfassen.
Sicher interessiert es nur wenige Menschen, daß eine French
harp (in Texas) genau dasselbe ist wie eine mouth organ (im
Südwesten). Es kommt auch nicht oft vor, daß eine Bibliotheksleiterin
verzweifelt, weil ein Besucher Bücher über dry-land fish
sucht und sie in der gesamten Fisch-Literatur nichts darüber findet
- weil das Wort im Staat Tennessee einen eßbaren Pilz bezeichnet.
Aber für diese wenigen, die es wissen müssen, ist DARE da.
Manchmal weiß auch DARE nicht weiter. Es kann dem Wort zwar eine
Bedeutung zuordnen, sucht aber für den endgültigen Eintrag
weitere Informationen und vor allem Belege. Für Fragen dieser Art
stellt es eine Wort-Liste
ins Internet. Und dieser Katalog ist ein Einblick in den lebenden
Organismus einer Sprache.
Da wird zum Beispiel nach Fundstellen für rumpelkammer außerhalb
Wisconson gefragt, nach der genauen Bedeutung von sheep mustard
(das irgendein Gemüse bezeichnen muß), weiteren Vorkommnissen
von roller broom oder nach welchen Regeln das Kinderspiel slap
in the back gespielt wird. Manche Wörter in diesen Hilferufen
an virtuelle Freiwillige mögen Augenblicksbildungen sein und dem
Untergang geweiht, aber erstens: Weiß mans? und zweitens: Das
hält einen pflichtbewußten Linguisten nicht davon ab, nach
Belegen zu suchen.
Merke: Die Verdienste von Lexikographen werden notorisch unterschätzt.
Ihr
Kommentar
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