Nr. 27,  August 2000
 


 

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Die Marginalie

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Selbstanzeige

Die August-Nummer enthält gleich drei große Essays: einen Brief aus Frankreich von Stefan Georg Troller, den dritten, über Paraden, Vivendi und den Pariser "Diebsmarkt"; einen kongenialen Beitrag von Hans Pfitzinger zum - hätten Sie's gewußt? - Jean-Paul-Jahr ("Warum kein Mensch mehr Jean Paul lesen will"), und schließlich die still erheiternden Beobachtungen von Vasile V. Poenaru (Toronto) über Schwitters' "Anna Blume" auf der Expo 2000.
Mit der sich übrigens auch die Marginalie befaßt, Jan Ulrich Haseckes bange Selbstbefragung: "Muss ich, oder läuft die EXPO auch ohne mich?" Zum Jean-Paul-Jubiläum auch noch eine schöne Fundsache aus den kleineren Texten des Autors: über die Sinnlosigkeit staatlicher Bücher-Zensur. Und als Ergänzung zu Trollers Promenade eine kurze Vorstellung des großen Paris-Fotografen Brassaï.
Auch das Interview tritt diesmal doppelt auf: ein "wortlaut.de"-Gespräch mit dem Romancier Roberto Bolaño und ein SZ-Interview mit dem Biochemiker Erwin Chargaff über Karl Kraus, das Genom-Projekt und einen Fortschritt, der keiner ist.
In den Rezensionen finden Sie den furiosen Debut-Roman "Red Rain" von Marcus Jensen und mit leichter Verspätung zum 20. Juli Hans Mommsens "Studien zur Geschichte des deutschen Widerstands" unter dem Titel "Alternativen zu Hitler". Und als dritte ein Hinweis, der allenfalls für Katzen-Esoteriker nicht unnütz ist.
Bei den Lese-Effekten ein Nachtrag: Machiavellis Brief vom 10. Dezember 1513, vollständig, nachdem wir ihn im letzten November nur unvollständig zitierten und dafür prompte Kritik einstecken mußten.
Im Net-Ticker schließlich eine mögliche Sensation: ein Emily-Dickinson-Foto (es gibt nämlich fast keins von ihr).

Der Herausgeber

PS
Wieso interessiert sich Microsoft plötzlich für Die Gazette? Die Antwort steht hier in den Leserbriefen.

PPS
Noch eine herzliche Bitte: Schicken Sie uns nicht mehr ganz so viel Lyrik, wir sind wirklich gut versorgt damit; für gute Essays sind wir dagegen immer dankbar.

Das Zitat für Leser

Dass jemand, anstatt zu sagen: "Hallo, Mama, wie geht's, wir kommen jetzt in den Tunnel, ich ruf gleich wieder an", sagen würde: "Gelassen stieg die Nacht ans Land."

(Wagenbachs Traum, DIE ZEIT 13. Juli 2000)

 

Themen

Erwin Chargaff: "Sie wollen gute Geschäfte machen, Geschäfte mit dem Leben, Geschäfte mit dem Tod."

Roberto
Bolaño: "Wenn ich nichts finde, schaffe ich mir une bibliothèque imaginaire."

Von wem wir altmodische Tugenden wie Geschmack und Bildung nicht mehr erwarten dürfen, sagt uns Elke Pohn.

Ist das ein Computer? Ein Detail aus der Constitutio Criminalis Theresiana 1768.

"Einstweilen kann ich nur eines tun: langsam weitersteigen."
Matthias Falke, Die Leiter

"I find Inreiherollschuhlaufen very toll" - der nicht enden wollende Kampf um die Sauberkeit der Muttersprache.

Bundeskanzler Schüssel: "'Ehre' und 'Treue' müssen weiter verwendbar sein."

John Ralston Saul: "Je länger diese Hühnchen tot sind, desto weniger schmecken sie nach Hühnchen."




   
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