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Günter Franzen Der Unberührbare Die um den Prinzen zu Sayn-Wittgenstein gescharte christlich-soziale
Bruderhorde ist mit dem Versuch, ihr bröckelndes Lügengebäude
mit dem fiktiven Nachlaß fiktiver jüdischer Emigranten zu
sanieren, gescheitert. Der Wink mit dem antisemitischen Zaunpfahl hat
weder die Presse noch die parlamentarischen Ermittlungsinstanzen nachhaltig
abzulenken oder einzuschüchtern vermocht. Der Ekel über die
zinsträchtige Restverwertung des Holocaust und die Erleichterung
über die späte Aufdeckung des Coups halten sich die Waage,
aber eine Frage rumort unüberhörbar im Hintergrund: Wie viele
der am Rande oder jenseits der Legalität operierenden sehr ehrenwerten
Stiftungen, Scheinfirmen und Vereinigungen mögen es wohl sein,
die sich seit Gründung der Bundesrepublik hinter den Kulissen des
kollektiven Gedächtnistheaters in aller Seelenruhe der Lebenden
und der Toten bemächtigen, um die Rendite für einen umgepolten,
auf gewundenen Pfaden von der Vernichtung zur Unberührbarkeit führenden
Umgang mit sogenannten "jüdischen Mitbürgern" abzuschöpfen
und auf die eigenen Mühlen zu lenken? kalwa, roll over zu der von ihnen als erforschung des amerikabilds der deutschen ausgegebenen artikelserie ist grundsaetzlich zu sagen, dass ein, wie sie schreiben, 'in new york und west cornwall/connecticut' lebender seinem gewaehlten aufenthaltsort gemaessere themen behandeln sollte; wer holte sich schliesslich von seit einem dutzend jahren in japan lebenden amerikanern tiefschuerfende auskuenfte ueber die derzeitige situation der amerikanischen filmindustrie? wenig wunder also, dass hier mit hilfe von ferndiagnose (die bisher nur in kleinen medizinischen teilgebieten einigermassen ist) aus schlagwoertern, klischees, zitaten, zahlen, - sowie missverstandenem und nicht-zum-thema-gehoerigen eine schnipseljagd gezeigt wird, die in den sprichwoertlichen wald fuehrt, welcher jedoch vor lauter baeumen ... dabei gibt es zumindest eine handvoll herrlicher deutschland/usa-themen, die verbittert auf berichterstatter warten, beispielsweise die ebenso unterschiedlichen wie interessanten zeitungs- oder theater- oder orchesterkulturen. aber da ist es selbstredend nicht mit gerade mal erinnertem, dem schnellen griff in den zettelkasten oder hurtig angelesenem getan: das verlangt intensives und solides studium der materie, und damit hat der vertrackte zeitungeist auch im journalismus nicht mehr viel im sinn; wenn aus keinem anderen, so aus dem grund, dass es weder geschaetzt noch angemessen bezahlt wird -- wobei nicht klar ist, ob die bezahlung oder die wertschaetzung dabei den ausschlag gibt: in unserer vom geld getriebenen gesellschaft, in der alles billig (und nichts recht?) sein muss, wird's wahrscheinlich die bezahlung sein so ist diesem schon ob seiner aetherischen qualitaet schwierigen thema in einem grenzland, das einer restlosen bewaeltigung ohnehin widersteht, nicht beizukommen. ergebnis: vor uns liegen zehn seiten, die wissenwertes enthalten, das leicht auf eine einzige gepasst haette; ergo neun seiten wissensmuell mehrerer wahrheits- und wichtigkeitsstufen vor ueber sechzig jahren in die vereinigten staaten gekommen, habe ich in jugendlichem leichtsinn vor etwa vierzig jahren die maxime aufgestellt, dass ueber dieses land alles behauptet werden koenne; es sei irgendwo wahr: aber genauso wahr ist auch dessen gegenteil. ich hatte glueck; wenn wir von der um der pointe willen geschehenen ueberhoehung absehen, musste ich bisher nichts zuruecknehmen. und noch lerne ich jeden tag neues, erstaunliches, absurdes und frappierendes ueber die vereinigten staaten hinzu, das meine these erhaertet ... und das wird wohl bis an mein lebensende so bleiben. wie soll sich jemand, wie soll sich ein ganzes volk, wie sollen sich diese 80 millionen deutsche der nach wie vor unterschiedlichsten staemme ein auch nur halbwegs zutreffendes bild von solch einem grossen und dem widerspruechlichsten land der welt machen? eine zugegebenermassen umstaendliche art, darzubringen, dass es unmoeglich ist, die vereinigten staaten und die in ihnen herrschenden verhaeltnisse, von denen herr kalwa in grossangelegter, wenngleich nicht unbedingt beabsichtigter themenverfehlung schreibt, restlos oder auch nur gut zu kennen. und ist gutes kennen nicht voraussetzung fuer ein urteil, und ist ein gutes urteil nicht voraussetzung fuer ein bild? aber, um einmal spezifisch zu werden: wie viele deutsche und in deutschland praktizierende anwaelte, von richtern soll hier gar nicht erst die rede sein, kennen das amerikanische justizsystem? oder wie viele journalisten --herr kalwa streift dieses problem, das ich hiemit boeswilligerweise auf die insassen des auswaertigen amts einschliesslich seiner auslandsvertretungen ausdehne-- haben mehr als eine ahnung davon, was die amerikaner, im weissen haus, im state und defense department und deren und anderen einschlaegigen unterorganisationen immer so spielen? die antwort auf beide fragen lautet: so gut wie keine; und das liegt nicht unbedingt an der tatsache, dass die amerikanische seite selbst nicht immer sicher ist, wo sie hin will wirkt sich das, wenn ueberhaupt, auf das bild aus, das sich die deutschen von den vereinigten staaten zurechtzimmern? auch diese antwort duerfte negativ ausfallen. das bild wird dadurch wahrscheinlich weniger beeinflusst als von den wohl jedem deutschen leser gelaeufigen, in den 'vermischtes'-spalten deutscher zeitungen zusammenzitierten und zwischen wider- und wahnsinn oszillierenden gesetzesauszuegen aus einer anzahl amerikanischer staaten, darunter keineswegs an letzter stelle, muss ich leider sagen, mein heimatstaat new york. auch die zeit spielt eine rolle und einzelfaelle oder solche, die sich um einzelpersonen ranken: so ist sicherlich amerika zum zeitpunkt der beerdigung john kennedys wegen seiner witwe jacqueline ganz anders eingeschaetzt worden als am tag ihrer eheschliessung mit ari onassis die erkenntnisse der von herrn kalwa aktivierten 'grossen zahl deutscher', die 'vermutlich der ansicht ist, die verhaeltnisse in den vereinigten staaten so gut zu kennen wie in keinem anderen land' bleiben ungeschmaelert, denn derlei ist relativ. es kann ja durchaus sein, dass mehr deutsche sich --und gar besser-- in den usa auskennen als in irgendeinem anderen land (ich koennte mir sogar denken, dass mehr deutsche eine groessere affinitaet den usa gegenueber haben als anderen staaten). aber das land kennen, das tun sie nicht. schon aus diesem einfachen grund kann das bild auch nicht akkurat sein. beispiel: obschon von zeit zu zeit durchaus darueber berichtet wird, wer weiss in europa beispielsweise schon, dass amerikanische behoerden normaliter um des dienstes am buerger da sind und nicht, ihn zu kontrollieren? und dass es den buergern obliegt, ihre behoerden unter kontrolle zu halten? immerhin aber gibt es allgemeingueltiges, auf das es sich einigen laesst. wenn wir (warum eigentlich? was ist daran so wichtig?) mithin ueber die vereinigten staaten und ihr bild in einzelnen laendern klar kommen sollen, waere zunaechst die erstaunliche feststellung zu machen, dass diesen in jeder beziehung maechtigen --um nicht zu sagen uebermaechtigen-- koloss der fast kindlich zu nennende, sicherlich jedoch naive wunsch beseelt (sollte ein koloss eine seele haben), von jedem geliebt zu werden. dieser drang ist nicht nur auf den koloss als solchen beschraenkt; er bringt selbst hartgekochte maenner wie die kriegsverbrecher (ex-aussenminister) kissinger und (ex-verteidigungsminister) mcnamara dazu, die drolligsten verrenkungen zu machen. ich glaube nicht, dass die beweggruende dafuer auf den alten sinnspruch von den huren zurueckzufuehren sind, die im alter fromm werden zum vergleich wenn wir das volk hernehmen, das aehnlich haeufig von sich spricht und gleichermassen von sich eingenommen ist, finden wir etwas ganz anderes. die franzosen sehen sich als grande nation; die immer mal wieder rundum erneuerte marianne drapiert zu strammnationalen, von leuten wie hector berlioz und darius milhaud (selbst die vornamen strotzen stolz) erfundenen klaengen ihren glorienschein so kunstvoll, dass keiner dessen loecher sehen kann, und niemand schert sich einen deut, wie andere voelkerschaften sich zu diesem rummel à la chauvin stellen oder was sie davon halten. die franzosen sind allerdings auch weitgehend individualisten strengster observanz, und das waren die amerikaner zumindest bisher eher nicht (gewisse anzeichen einer besserung lassen sich aber inzwischen finden, wenn auch nicht ueberall im land: die usa haben ebenfalls ihre meck-pomms) die vereinigten staaten macht ihre sollen wir sagen liebesbeduerftigkeit jedoch keinsfalls und nimmer so dusselig, dass sie darueber ihre groesse, ihre mission, ja ihre sendung vergaessen. und ihre groesse ist nicht auf geografisches ausmass beschraenkt; auch ihr verstaendnis und langmut, ihre generositaet und bereitschaft, beispielsweise im kosovo-krieg, ueberlegene technik kostenlos zur verfuegung zu stellen und ihre nicht selten demonstrierte selbstlosigkeit gehoert hierher -- die ausnahmen, beispielsweise den golfkrieg weitestgehend auf auslaendische kosten gefuehrt zu haben, bestaetigen, wie immer, die regel. ihre mission, verwaschen seit dem hinscheiden der sowjetunion und dem nicht-so-recht-durchschlagen der 'new world order', muesste jenseits des primus inter pares-anspruchs klar definiert werden, was vielleicht der im jahr 2001 antretende praesident einmal schafft; aber bis dahin den atem anzuhalten, ist niemandem anzuraten. (dabei steht das meiste eigentlich schon in der mehr als 200 jahre alten unabhaengigkeitserklaerung.) schon bin ich dabei, den gleichen fehler wie herr kalwa zu machen und
ueber amerika zu schreiben statt ueber die wenn nun jedoch wider meinen glauben diese uebernahme dem deutschen selbstgefuehl aufgeholfen haben sollte, dann besteht die gefahr, dass auch herr piech recht hat und saemtliche anderen deutschen autobauer, die ihre stetig anschwellenden heilixblechle mit immer groesseren, aufwendigeren, staerkeren und mehr treibstoff schluckenden triebwerken ausruesten: zeigen wir's doch der welt mal! was aber passiert der allgemeinen psyche, wenn bramarbas piëch den schwanz einziehen muss, weil selbst seine bis zum unklugen ueberhoehten milliardengebote die volkswagen ag fuer rolls royce eben nicht akzeptabel machen -- ist das nicht eine schoene demonstration richtig verstandenen (auch national-) stolzes -- und wollen wir nicht vergessen, dass auf dem europaeischen herd sueppchen simmern, die das deutsch-amerikanische menu nicht kennt: zunaechst mal zwischen den insularen briten und allen kontinentalen per se, die hier quasi erst in zweiter linie durch deutsche dargestellt werden -- dann aber auf einer anderen schiene wieder die produzenten von beispielsweise rommels kuebelwagen waren? und was, wenn bmw sich in england nun schon seit einem jahr, und immer verbissener, nicht nur bis in den erzgrundsboden hinein blamiert, sondern darueber fast in den bankrott treiben laesst? was uns zu den fragen bringen koennte, wirken (1) sich solche schlappen fuer das deutschlandbild ueberhaupt aus (ja?) und (2) dann auf das bild amerikas in deutschland ein? wenn, wie herr kalwa meint, die daimler-benz-uebernahme von chrysler das amerikabild deutschlands aendert, muesste auch diese antwort positiv ausfallen nach meinem dafuerhalten duerften solche geschehnisse rund um das auto auf das bild, das sich ein volk von einem anderen macht, bestenfalls marginal einwirken. wenn aber ein paar jugendtrunkene halbstarke aus langeweile von einer autobahnbruecke mit wackersteinen auf drunterwegfahrende pkws zielen und dabei zwei menschen toeten und vielen toedliche schrecken einjagen, erbeben die stammtische unter der wucht einer entruestung, die viele klischees schon wieder einmal bestaetigt sieht, und herr kalwa schlaegt durchaus in diese kerbe -- aber wie nachhaltig das im grossen rahmen ist, und was davon dem grossen bild einverleibt wird, laesst sich unmoeglich sagen, wie auch unbekannt ist, welchen einfluss die bier- oder bartische auf die gesamte volksmeinung haben ... ich schaetze ihn eher gering ein mehr oder minder gehoeren fuer mich auch die professionellen meinungsfinder à la allensbach in die kategorie der weniger einflussreichen. erstens, weil ich solche umfragen haeufig mangels intelligenz belaestigend finde und deshalb wenig ernstzunehmende antworten gebe (was noch nie bemerkt wurde), zweitens die fragen haeufig so suggestiv gestellt sind, dass sie ohne ziemlichen aufwand unabhaengige antworten entmutigen; drittens, weil die fragen dann bei publikation in der regel nicht praezis wiedergegeben und viertens, im normalfall die befragten nach einem muster gepickt werden, das ich nicht als repraesentativ erkennen kann. fuenftens und wichtigstens ist fuer mich die tatsache, dass ich generell solchen instituten zu trauen nicht imstand bin falls mich jemand fragen sollte, welche einrichtung, welche umstaende die volksmeinung in diesem fall stark beeinflusst, kann ich nur an die bildmedien denken, angefangen mit --und bis zum heutigen tag vor allem-- dem hollywood-film. es gibt doch wohl keinen menschen, dem nicht die grosszuegige und ausserhalb der usa bis dahin unbekannte (wohl eigens fuer diesen zweck erfundene?) geste des die-zeche-im-hinausgehen-bezahlens imponiert, und zwar mit einem per rechte hand auf den tisch fallen gelassenen, aus einem in der linken hosentasche befindlich gewesenen geldbuendel gezogenen geldschein unbekannter denomination. oder, bei geld zu bleiben, wo sonst gab es die gewohnheit, bei bar- oder kneipenbesuchen den monetaeren inhalt der hosen-, im zweifelsfall auch jackentaschen auf den tisch zu deponieren ebenso wie zigaretten und feuerzeug? die fruehen namhafteren spielfilme aus hollywood, weitgehend von regisseuren gemacht, die vor hitlers horden aus europa geflohen waren, haben oft ein idealisiertes bild nicht nur vom land gezeichnet, sondern auch von der bevoelkerung: viele menschen haben damals gedacht, in den usa muesste es eine pracht sein zu leben -- aber nachdem sie nicht zu propagandazwecken, sondern fuer den einheimischen gebrauch gedreht worden sind, war ganz offenbar die ueberhoehung dann auch wieder nicht so stark, dass --nach abzug der traumfabrik zugestandenen prozente-- sie penetrant oder unwirklich empfunden worden waere ob es, zwischen jener zeit und heute liegen zwei, drei generationen, dieses in mehrfacher beziehung virtuelle amerika irgendwann einmal gegeben hat, weiss niemand; wenn ja, muss es in den fruehen sechzigern gewesen sein. zu jenem zeitpunkt gab es aber auch schon die verdummung als politisches programm (nixon hat einmal geaeussert, es reiche, wenn die schule kenntnisse vermittelt, die zum nachrechnen der lohntuete ausreichen). seit damals ist denn auch das zweite effektiv und direkt auf das bild des betrachters wirkende medium, das fernsehen, umgekrempelt worden. zeit dafuer wurde es, als die bilder des vietnamkriegs jeden abend zur prime time zu sehen waren: die letzten bilder von kriegsereignissen, die amerika zu vertreten hatte. bei den naechsten kriegen gab es nur noch an krude videospiele erinnernde, voellig antiseptische (und sehr ermuedende) ziel- und treffuebungen. die zivilen gegenstaende der prime time-sendungen wurden ebenfalls umfunktioniert, aus nachrichten wurde infotainment, und selbst das reichte noch nicht; ueberall erbluehten die freak shows in der prime time, und jedes dahergelaufene starlet, jeder gehirntote rapper wurde gehoert, besprochen, bewundert, lobend weitergereicht. zeitgleich damit, 'people' war die erste dieser publikationen, entstand ein wahrer blaetterwald, der sich um die masse, vorlieben, kleider, lieblingsspeisen, friseure, wohnsitze, finanzen usw usf ad infinitum bis zu kopulationsgewohnheiten (bizarr) und -frequenzen (superhoch) dieser nullitaeten angesiedelt hat. die vielzahl der ernstzunehmenden fernsehshows orientierte und bewegte sich in richtung nullpunkt -- wer sein amerikabild davon beeinflussen laesst, kann genauso gut deutschland mit 'big brother' gleichsetzen die ernstzunehmende literatur entwirft, wie ueblich, weil fiktional, die glaubhaftesten und verlaesslichsten abbilder amerikas; und nachdem deutschland das ausland ist, in dem unsere literatur am meisten gelesen wird, bin ich eigentlich recht sanguin-optimistisch, dass sich daraus ein amerikabild ergibt, das von der wahrheit vielleicht gar so weit nicht entfernt ist wo bleibt das selbsterlebte? hoere ich leser fragen: wir sind schon mehrmals in amerika gewesen, atlantikkueste! pazifikkueste! florida bis key west! route 66 fast komplett gefahren! grand canyon, monument valley und die wuesten! uns macht keiner mehr was vor! ja. sie haben sicher viel erlebt, aber reisende machen immer den fehler, dass sie sich selbst und ihre vorurteile dorthin mitnehmen, wo sie unter dem vorwand hingehen, neues erfahren zu wollen. aber sprechen sie die sprache gut, sind sie interessiert genug, dass sie die feinheiten dessen, was um sie herum vor sich geht, mitbekommen, und dazu gehoert die lektuere der tagespresse ebenso wie das geduldige anhoeren des gesamten lokalen radiospektrums (fernsehen ist bei weitem weniger aufschlussreich und deshalb vernachlaessigenswert)? dass sie, auch wenn die sprachlichen voraussetzungen nicht gegeben sind, nichtsdestoweniger eine menge lernen, muss erfahrungsgemaess nicht gleich heissen, dass sie ihr bild auch nur annaehernd so grundlegend revidieren, wie das unter umstaenden angezeigt waere es gibt viel schatten in unserem land. aber es gibt auch licht. wir haben seit dem zweiten weltkrieg fast ein uebermass an idealismus, ideen, geld, aufwand aller art in den rest der welt gesteckt, und es geschafft, ein einigermassen faires und auf allseitig respektierten regeln fussendes internationales gebaeude zu schaffen, das es zunaechst den industrienationen ermoeglicht hat, ihren buergern ueber generationen einen vorher in der geschichte nie dagewesenen allgemeinen wohlstand zu ermoeglichen. es hat den anschein, dass der wohlstand in den naechsten jahrzehnten auch auf weitere laender ausgedehnt werden kann, und wenn wir mit unseren ressourcen und moeglichkeiten vorsichtig genug umgehen, sprich dem kapitalismus nicht restlos das feld ueberlassen, und alle den guertel nur ein wenig --muss nicht unbedingt weh tun, wenn wir's gleich machen-- enger schnallen, laesst sich das vielleicht sogar ermoeglichen, ohne dass wir die grundlage aller prosperitaet, das wohlergehen unseres planeten, noch weiter schmaelern. auch das gehoert zu dem amerikabild, das sich vernuenftige menschen machen muessen dieser diskurs zum bild der deutschen von amerika ist wohl am besten mit einem zitat von walker evans, einem fotografen, komplettiert und abgeschlossen: 'starre, horche, belausche, lerne: stirb mit etwas wissen. du bist nicht lang hier' |
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