Nr. 26, Juni/Juli 2000
 
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Ein Buch der Aufklärung



Der Schöpfer dieser Bilder-Bibel von 1735 ist Johann Jakob Scheuchzer, der in Zürich als Ober-Stadtphysikus und als Professor der Mathematik am Gymnasium tätig war. Er hatte bereits mehrere Werke über Astronomie und Meteorologie, über Erdkunde und Ethnographie geschrieben.
Was nun noch zu tun war, versuchte er in seiner "Kupfer-Bibel": Es ging ihm um nichts Geringeres, als die Aussagen der Bibel mit den Erkenntnissen der zeitgenössischen Wissenschaft zu vereinen, in seinen Worten: "den Text der Heiligen Schrift nach den Grundsätzen der neueren Philosophie und Naturwissenschaft zu erklären".
Die Abbildung zeigt die Tafel XXIII, die Erschaffung des Menschen "ex Humo", aus der Erde, komplettiert durch Embryonen in verschiedenen Stadien der Entwicklung bzw. Skelettierung.
Der Autor stellte die Zeichenvorlagen zusammen, und zwar nicht nur aus Büchern, sondern - wie man sieht - vor allem aus Naturalien- und anatomischen Kuriositätensammlungen. Danach zeichnete Johann Melchior Füssli die Abbildungen, die anschließend von einundzwanzig meist Augsburger Künstlern in Kupfer gestochen wurden. Dann wurde das gesamte Werk von dem Augsburger Verleger Johann Andreas Pfeffel bei Christian Ulrich Wagner in Ulm gedruckt. Insgesamt schmückten siebenhundertfünfzig solcher Tafeln die "Kupfer-Bibel", die auch unter dem anderen, sprechenderen Titel "Physica sacra oder Naturwissenschaft der Heiligen Schrift" herauskam.

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