Nr. 25, Mai 2000
 
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 Die Marginalie
 

 

Maja Das Gupta

MERLE

Ronja legt Kohlen nach. Scheißkalt hier, denkt sie, ScheißOstwind. Oder Südwind? Egal, jedenfalls Wind, jedenfalls kalt. Sie nimmt den Sack Kohlen, legt die Kohlenschaufel in den Sack, den Sack auf die Schulter und geht in den Nebenraum. Sie schleudert den Sack auf den Boden. Ein echter Geheimtip diese Milchbar. Ein anderer Ausdruck dafür, daß nie jemand da ist. Woher auch. Hier gibt es wirklich genügend Kneipen und Bars. Trotzdem soll sie jeden Tag antanzen, trotzdem jeden Tag den Boden schrubben, trotzdem jeden Morgen neun Milkshakes zubereiten und sie auf die Theke stellen, neun Milkshakes, die nicht getrunken werden, neun Milkshakes, die sie abends wieder wegschütten darf. Die Chefin kommt sonst nie vorbei, aber als Ronja einmal gegen diese Regel verstößt, hört sie eine Stimme, ganz nah an ihrem Ohr - wenn sie ihren Job nicht ordentlich mache, es finde sich leicht ein anderes Mädchen dafür – die Chefin auf einmal hinter ihr, und sie hat nichts antworten können. Sie braucht den Job. Ronja ist siebzehn, Ronja ist heimatlos, Ronja ist völlig gestört, singt Ronja vor sich hin. Ronja hat die Lehre geschmissen, Ronja sollte Schneiderin werden, aber Ronja ist alles, nur kein tapferes Schneiderlein. Ronja ist alles, singt Ronja, Ronja ist alles, was sie sein will. Ronja will gar nichts sein. Ronja will Frühling. Ronja pustet den Kohlestaub von den Fingern und denkt nach. Frühling! Der könnte in dieser Stadt erfunden worden sein. Eine Durchbrechung des Graus, das sich als Blau ausgibt, der Himmel bekennt endlich wieder Farbe, die Blumen scheinen zu sagen, tut uns leid, daß es so lange gedauert hat, sorry, da sind wir wieder und sind wir nicht schön? Aber jetzt ist November. Der Frühling ist noch einige Milkshakes entfernt. Ronja versucht auszurechnen, wie viele Milkshakes sie noch auf die Theke stellen wird, bevor der Wind nachläßt. Neun mal fünf – fünfundvierzig pro Woche, das-macht-im-Monat, das-heißt-mal-vier, das-ist-das-könnte- sein, ach egal, in Mathe schon immer eine Niete gewesen und wichtig ist es ja auch nicht. Trotzdem rechnet Ronja weiter, als sie die neun Milkshakes für den heutigen Tag macht. Sie konzentriert sich mehr auf das Rechnen als auf das Eingießen, Hälfte daneben, Scheiße, ScheißMilch, ScheißBoden, nun muß sie den Boden wieder schrubben. Egal, sagt sich Ronja, egal, ich mache es einfach wie Beppo Straßenkehrer. Sie holt sich Eimer und Schrubber aus dem Nebenraum, füllt den Eimer mit Wasser, und beginnt zu putzen. Bedächtig. Ein Schritt, ein Strich, Pause, ein Schritt, ein Strich, Pause. Ein Schritt, ein Strich schön-machen-Sie-das. Ronja schrickt hoch. Sie hat die Frau nicht bemerkt, die als erste Kundin an diesem Tag? in dieser Woche? in diesem Monat? die Milchbar betreten hat. Ronja legt den Schrubber beiseite. Sie weiß nicht, warum sie verlegen ist. Vielleicht, weil sie zum ersten Mal seit Wochen geputzt hat und dann auch noch darauf angesprochen wird. Sie leckt sich einen Tropfen Milch vom Handrücken und betrachtet die Frau. Sie ist klein und sehr schlank. Ihre Haare sind zu einem Knoten hochgesteckt. Sie trägt ein blaues Kleid mit dünnen Trägern, das ihre Knie freiläßt. Ein Sommerkleid. Ronja sieht nochmals hin. Die Frau lächelt. Könnte ich einen Milkshake bekommen? Oder sind die hier reserviert? Sie deutet auf die acht vollen und das neunte halbleere Glas. Ronja wird rot. Nein, sagt sie, nein, die sind nicht reserviert. Eigentlich kommt hier nie jemand vorbei. Die Frau zieht eine Augenbraue hoch und Ronja fragt sich, ob sie das vor dem Spiegel geübt hat, eine ganz kleine Bewegung, sehr exakt, die Augenbraue beschreibt einen Halbkreis, wie abgezirkelt. Ronja betrachtet die Augenbraue gebannt und hört sich sagen: Es ist schön, daß Sie gekommen sind. Endlich wird hier jemand Milkshake trinken. Die Frau läßt die Augenbraue wieder an ihren Ausgangspunkt zurückschnellen. Sie lacht. Dann werde ich mal, sagt sie, tritt vor, nimmt eins-zwei ein Glas nach dem anderen in die Hand, setzt es an den Mund und trinkt es in einem Zug aus. Alle acht vollen und das neunte Halbleere. Danach öffnet sie ihre Handtasche und holt ein Taschentuch heraus, mit dem sie sich die Mundwinkel abwischt. Was macht das? fragt sie auf eine Weise, als gelte es, einen Schaden zu beheben. Ronja betrachtet die neun leeren Gläser. Sie hat so lange keinen Milkshake mehr verkauft, daß sie gar nicht mehr weiß, was sie kosten. Geht aufs Haus. So, lächelt die Frau. Dann greift sie nochmals in ihre Handtasche und zieht ihren Geldbeutel hervor. Ronja will abwehren, die Frau schüttelt den Kopf. Sie nimmt eine Visitenkarte heraus. Kommen Sie doch mal vorbei, sagt sie beiläufig und drückt ihr die Karte in die Hand. Dann geht sie zur Tür. An der Tür dreht sie sich um und lächelt. Haben Sie es gemerkt? Der Wind hat nachgelassen.
Ronja schwirrt der Kopf, Ronja weiß nicht, was sie denken soll, Ronja, singt Ronja, Ronja, das war´s. Der Tag X, der Tag, auf den wir alle warten, der Tag, an dem jemand kommt, und dir einen Schlüssel gibt und sagt, probier einfach mal aus, ob der schließt, und natürlich weißt du, daß er schließt, natürlich weiß sie, daß ich kommen werde. Wohin eigentlich? Ronja dreht die Visitenkarte um und sieht sie an. MERLE, steht da, weiter nichts. Ronja flucht, denn das ist besser als Heulen. Merle. Keine Adresse, keine Telephonnummer, gar nichts. Einfach nur Merle. Kommen Sie doch vorbei. Was hat sie damit gemeint?
Ronja setzt sich hin und hängt ihren Kopf zwischen die Beine. Merle. Merle. Merle. Das hat was. Das raunt. Das zieht. Ronja denkt an Merle. Sie denkt an ihre Augenbraue und nennt sie Merle, sie denkt an ihren Haarknoten und nennt ihn Merle, sie denkt an dieses blaue Sommerkleid, das die Knie freiläßt und nennt die Knie Merle. Dann steht sie auf und mixt Milkshakes. Sie wischt mit einem Lappen über die Theke. Sie stellt die neun Gläser Milkshake auf die Theke. Dann macht sie das Licht aus, sperrt die Bar zu und geht.
Ronja geht zur nächsten Telephonzelle. Aus ihrer Hosentasche fischt sie ein paar Münzen. Sie sind so dreckig, daß sie nicht durch den Schlitz rutschen. Ronja hebt ein Taschentuch auf, das auf dem Boden der Zelle liegt, spuckt drauf und poliert die Münzen bis sie blank sind. Dann ruft sie die Auskunft an.
Haben Sie die Nummer von Merle?
Merle? Und weiter? Der Nachname?
Merle. Einfach nur Merle.
Die Frau fragt nach Stadt und Straße. Ronja nennt die Stadt und weiß nicht weiter. Ronja hängt ein. ScheißAuskunft, ScheißTelecom. Sie rennt nach Hause, wirft sich auf ihr Bett
und heult los. Merle verloren.
Irgendwann bemerkt Ronja, daß es dämmert. Das ist gut, denkt Ronja, in der Dämmerung kommen die Geister. Hier gibt es bestimmt viele Geister. Ronja wohnt in einem leer stehenden Haus. Den Fenstern fehlen die Scheiben und der Wind strömt hinein. Ronja wickelt sich in ihre Decke. In Bulemanns Haus, in Bulemanns Haus schauen die Katzen zum Fenster hinaus, singt sie. Das hat ihre Mutter ihr immer vorgesungen. Mutter. Mutte, Mette, Merle. Quatsch. Merle ist nicht ihre Mutter. Und Mutter hat ihr das auch nicht vorgesungen, Mutter ist gestorben. Vater hat ihr das vorgesungen. Vater hat ihr das vorgesungen? Vater ist ein Spießer, Vater würde niemals singen. Egal, sentimentaler Scheiß, sagt sich Ronja, Scheiß Sentimentalität. Ich rufe jetzt die Geister.
Ronja bereitet sich darauf vor. Ronja hat in den letzten Tagen Wasser zum Baden gesammelt. Ronja legt Kohlen nach, um das Wasser warm zu machen. Ronja badet. Ronja reinigt sich, um für die Geister bereit zu sein. Dann setzt sie sich nackt auf einen Holzhocker an den Tisch, den sie neulich beim Sperrmüll gefunden hat. Er wackelt ein wenig, aber die Oberfläche ist glatt. Darauf kommt es an, das Glas muß rutschen. Ronja nimmt den Glasbehälter, in dem sie die Zettel mit den Buchstaben verwahrt. Sie legt die Buchstaben im Kreis. Dann schneidet sie zwei weitere Zettel aus. Auf den einen schreibt sie Ja, auf den anderen Nein. Ronja zündet eine Kerze an. Ronja legt die Stirn in Falten. Ronja bittet den Geist in der Flamme, zu erscheinen. Ronja hält ein Glas über die Flamme. Sie spürt, wie das Glas schwerer wird. Sie stellt das Glas rasch auf den Tisch. Bist du ein Mann? fragt sie, während sie einen Finger auf das Glas legt. Das Glas zögert, dann bewegt es sich mit einem Ruck auf Nein zu. Eine Frau also. Kennst du Merle? Das Glas bewegt sich wieder ruckartig. Das Glas steht auf Nein. Ronja ist enttäuscht. Ein dummer Geist. Oder liegt es daran, daß sie allein ist? Ronja fröstelt. Nackt ist es im Haus nicht auszuhalten und spirituell bringt es auch nichts. Ronja zieht sich was über und sieht dabei aus dem Fenster, sieht den Jungen, der mit seinem Hund vorbeigeht, legt Daumen und Zeigefinger in den Mund, Hey, Hey, du!. Der Junge dreht sich um. Ronja wedelt mit den Händen, der Junge kapiert und kommt zur Tür. Der Hund bellt, als er das Haus betritt. Vielleicht solltest du ihn besser draußenlassen, überlegt Ronja, Hunde mögen keine Geister. Geister? Ronja erklärt. Das Glas. Die Flamme. Der Geist. Die Buchstaben. Ja und Nein. Nein, sagt der Junge. Verschwinde, sagt Ronja. Der Junge verschwindet. Ronja überlegt, ob sie sich nochmals auf das Bett werfen und heulen soll. Ronja hängt den Kopf wieder zwischen die Beine und atmet tief ein. Tarotkarten. Die hat sie noch nicht versucht. Wer ist Merle, fragt Ronja und zieht eine Karte. Sie deckt sie auf. Plötzlich hat Ronja keine Lust mehr, Karten zu ziehen. Karten sind dumm. Karten sind gefährlich. Karten wissen nur, was man selbst wissen will. Sie zieht noch eine Karte. Sie starrt auf die Karte in ihrer Hand. Dann wirft sie sie unter den Kartenstapel, sich selbst aufs Bett und schläft.
Ronja wacht auf. Es ist Mittag. Merle, denkt Ronja, Merle suchen. Ronja zieht ihre Stiefel an und geht los. Kennst du Merle, fragt sie den Penner auf der Bank. Der dreht sich weg und grunzt. Kennt ihr Merle, fragt sie die Stromer an den Imbißbuden. Sie lachen und Ronja riecht das Bier. Nein, sagen sie, nein, Merle kennen wir nicht, aber du bist auch nicht schlecht. Ronja grinst, ganz unter uns Brüder, ihr trinkt zu viel, und geht weiter. Kennt ihr Merle, fragt sie die Leute an der Straßenbahnhaltestelle. Kennst du Merle, fragt sie das Schulkind am Bus. Kennen Sie Merle, fragt sie den Pfarrer, der ihr die Beichte abnehmen will. Wo finde ich Merle? schreit Ronja in die Kuppel der Kirche. Ronja rennt durch die Straßen. Merle! Merle! Merle! Ronja rennt über die Brücke. Merle! Merle! Merle! Die Stadt kennt Merle nicht. Der Fluß kennt Merle nicht. Ronja trauert. Sie setzt den Walkman auf, Ain´t no sunshine when she´s gone auf volle Power und geht durch die Straßen der Stadt, die Merle nicht kennen will. Während sie geht, hört die Sonne auf zu scheinen, es beginnt zu regnen. Ronja will nicht naß werden. Ronja rennt, rennt zurück, zurück über die Brücke. Auf der Brücke steht eine Frau im Kostüm, Handy am Ohr, Brot in der Hand und füttert die Fische, die Fische die, das weiß Ronja, Merle nicht kennen, sie hat sie gefragt. Aber sie hat die Frau noch nicht gefragt. Eine Yuppie-Frau, weiß Ronja. Sie fragt sie trotzdem. Kennen Sie Merle? schreit sie und übertönt die Musik in ihrem Kopf. Natürlich, sagt die Frau. Merle ist meine Schwester. Ronja schaltet den Walkman ab. Ronja zieht Merles Visitenkarte aus der Hosentasche und reicht sie der Frau. Die Frau wirft einen Blick darauf und lächelt. Keine Adresse, sagt Ronja. Merle hat keine Adresse, sagt die Frau. Wo finde ich Merle? fragt Ronja. Da drüben steht sie, sagt die Frau. Da drüben. Sie füttert die Enten. Während Merles Schwester die Fische füttert, füttert Merle die Enten. Merles Schwester geht mit Ronja zu Merle, ruft, sieh mal Merle, wen ich dir bringe, ach, und ich muß los, schön, dich wieder, aber gerade ein Anruf, in zwei Stunden schon wieder los, gerade genug Zeit, nach Hause und umziehen. Bis dann. Meine Nummer hast du? Merle nickt. Merle grinst. Merle grinst Ronja an. Merles Schwester geht. Ronja steht. Ronja steht da und grinst zurück. Da bist du also, sagt Merle. Merle hat keine ständige Adresse, Merle wohnt in einem Wohnwagen. Sie bittet Ronja herein und setzt Teewasser auf. Merle trägt ein rotes Sommerkleid, das ihre Knie freiläßt. Ronja betrachtet die Knie und begrüßt sie, betrachtet den Haarknoten und begrüßt ihn und sucht nach der beweglichen Augenbraue. Merles Augenbraue zieht sich nach oben. Du betrachtest mich, sagt Merle und läßt die Augenbraue zurückschnellen. Ich begrüße dich nur, sagt Ronja. Dann fragt Merle Ronja, was sie für Tee will. Ronja und Merle trinken Tee, süßen Tee mit einem scharfen Nachgeschmack. Ein Spezialrezept, sagt Merle und schweigt. Ronja will wissen, was Merle macht. So dies und das, sagt Merle. Ronja fragt, ob sie mitmachen kann. Was? So dieses und jenes, sagt Ronja. Merle lächelt. Wir treffen uns nachmittags. Wir? fragt Ronja. Merle grinst. Wir komischen Vögel. Eine Singklasse nennt man das wohl. Und was machst du morgens? fragt Ronja. Ausschlafen, sagt Merle.
Ach, egal, sagt Ronja sich, scheißegal, was Merle mit all dem meint. Es ist spät geworden. Geh nach Hause, sagt Merle. Komm morgen wieder – morgen nachmittag. Und wohin, fragt Ronja? Kennst du die alte Baumschule? Die alte Baumschule? Die gibt es doch gar nicht mehr. Da ist doch jetzt alles verwildert. Eben, sagt Merle. Der ideale Platz.
Ronja ist zu Hause. Sie legt Kohlen nach. Scheißkalt hier denkt sie, Scheißwind, egal woher du kommst. Bei Merle den Wind gar nicht gespürt. Ronja zieht sich aus und hüllt sich in die Decke. Schlafen, denkt sie. Morgen Merle.
Es ist Morgen, ein sehr dunkler Morgen. Ronja sieht auf die Uhr, sieht, daß es eigentlich nicht mehr Morgen ist, sondern Mittag. Mittag? Warum ist es so dunkel? Ronja lehnt ihren Körper aus ihrem fensterlosen Fenster. Dämmerung. Menschen auf der Straße. Sie blicken nach oben. Sie blicken nach oben und tragen Sonnenbrillen. Ronja tippt sich an die Stirn. Da sieht sie den Jungen von gestern in der Menge stehen, auch mit Sonnenbrille, der seinen sonnenbebrillten Hund an der Leine führt. Ronja steckt zwei Finger in den Mund: Hey. Der Junge wendet seinen Blick vom Himmel ab. Er sieht Ronja und grinst. Magie! ruft er. Und: Heute geht die Welt unter. Ronja ärgert sich, daß sie keine Fenster hat, die sie zuknallen könnte. Sie dreht sich um und als sie wieder hinausblickt, ist es hell, die Leute nehmen ihre Sonnenbrillen ab, der Hund schüttelt sich.
Schade, denkt Ronja. Immer noch die alte Welt. Wer weiß? Vielleicht hat die Welt ja einen Sprung abgekriegt. Vielleicht sickert durch diesen Sprung etwas durch. Hallo, neue Welt, singt Ronja. Hallo Merle.
Ronja legt im ganzen Zimmer Wäsche aus. Ronja macht Bügelyoga. Ronja macht den Fisch, Ronja macht den Pflug, Ronja macht die Heuschrecke. Ronjas Zehen umklammern das Bügeleisen. Ronja läßt das Bügeleisen über den Stoff gleiten. Ronja hat kräftige Zehen. Bügelyoga verbindet das Spirituelle mit dem Praktischen, singt Ronja, so gehet denn hin und bügelt, bügelt, bügelt. Ronja lacht. Genug gebügelt. Merle wartet.
Ronja geht zur Baumschule. Merle ist schon da. Merle ist allein. Merle winkt. Ronja winkt. Hier herunter, sagt Merle. Es ist unter der Baumschule. Ronja und Merle steigen eine Treppe herunter. Ronja spürt. Ronja spürt etwas Weiches. Ronja spürt etwas Weiches an den Armen: Federn. Federn? Ronja lacht. Merle grinst. Ronja hört Stimmen. Ronja hört Zwitschern. Ronja sieht. Ronja sieht Bäume. Husch! ruft Merle, husch-husch auf die Tanne. Ronja fliegt. Neben der Tanne eine Linde eine Birke eine Buche auf der Buche zwei Spatzen der Birke drei Elstern der Linde vier Drosseln der Tanne sie Amsel. Dann fliegt Merle zu ihr. Merle! zwitschert Ronja, was machen wir hier? Wir sind Singvögel, lacht Merle. Wir singen uns vor. Wir erzählen uns.
Ronja ist still.
Ronja staunt. Das ist neu. Das zieht. Das hat was. Ronja singt: Das zieht. Das hat was. Das raunt. Das ist Merle. Die anderen zwitschern und grinsen. Ronja singt, soll ich? Soll ich? Ja, singen die anderen, ja, singt Merle. Gut, singt Ronja:
Ronja legte Kohlen nach ...



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