Nr. 25, Mai 1999
 
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Lukas Cranach, Verleger

Gedruckt wurde dieses Neue Testament zwar in der Wittenberger Druckerei von Melchior Lotter d. J., im September 1522, aber der Geldgeber und damit der Verleger war niemand anderer als Lukas Cranach d. Ä., zusammen mit dem Goldschmied Christian Döring. In Cranachs Werkstatt entstanden auch die 21 großen Holzschnitte zur Offenbarung des Johannes. Die Ausgabe wurde ein Erfolg: Im Dezember waren alle dreitausend Exemplare verkauft, und zwei Jahre später brachte Melchior Lotter den Text in einer zweiten Auflage heraus, jetzt im etwas kleineren Oktavformat und im eigenen Verlag.

Diesmal stammten die Holzschnitte von Georg Lemberger, der sich an die Vorlagen aus Cranachs Werkstatt hielt, außerdem aber noch dreiundzwanzig Abbildungen hinzufügte. Der Künstler lebte seit 1522 als Buchmaler in Leipzig, ging aber zehn Jahre später als Anhänger Luthers nach Magdeburg.
Die Apostel in seinen Abbildungen sind aus der Schreibstube in die nicht allzu ungepflegte Wildnis eines Eremitendaseins versetzt (wie hier oben der heilige Jakobus d. Ä.).. Typisch für Lemberger sind der auratisch ausladende Lichterkranz um den Kopf des Heiligen und die scharfkantigen Felsumrisse im Hintergrund.

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