Nr. 24, April 1999
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Die Marginalie
 

 

Wildnis und Beständigkeit



Kommentar des Fotografen:
Es gibt eine wunderbare Ballade, "American Pie", von Don McLean, intensiv gesungen, 6 Minuten lang, erschienen 1970 oder so, wirklich ein schönes, einfaches Lied mit viel Ausdruck.
Dieses Lied begleitet mich jetzt seit 20 oder 30 Jahren, ich höre es immerwieder, es begegnet mir auch immerwieder, es ist von einer einfachen Schönheit, intensiv.
Und jetzt versieht es dieser Kleingeist von Madonna, ohne zu begreifen, was die Schönheit des Liedes ausmacht, mit allem synthetischen Techno-Kram und will sich damit wieder in die Charts schleudern. Sie macht sich fremde Gefühle, Kreativität und alles, was sie sowieso nicht versteht, zunutze, um wieder populär zu werden.
Es ist schade, dass sowas funktioniert.
Aber meine Sache ist das Sehen des Unspektakulären, die Wildnis in den Menschen, die nicht zu verdrängen ist und die überall herumliegt. Die Wildnis und Beständigkeit, das unausrottbare, das ewige Erneuern, obwohl es immer dasselbe ist - Natur eben.
Und der Hydrant ist mein Symbol. Er steht da, wartet, sieht so viel, obwohl er nicht allem hinterherhechelt (ausprobieren: Verharren Sie mal auf einer Bank eine Stunde und warten Sie, was da alles geschieht). Der Hydrant gehört zu unserm beständigen Weltbild, z.B. ist er schon immer bei den guten Walt-Disney-Zeichnern in den Bildern vertreten, weil er eben zu unserem Leben gehört (leider läßt die Qualität der Mickymaus auch nach).
Franz Hintermann

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