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Kafka I: Die Großnichte
Vorname: Kimberley. Nachname:
Kafka. Beruf: Schriftstellerin. Wohnort: ein Kuhdorf in Wisconsin.
Mit dem berühmteren Namensvetter verwandt oder verschwägert?
Ja und nein.
Legal ist Otto Kafka, Kimberleys Großvater, tatsächlich
ein Cousin von Franz Kafka (und manche Biographen Kafkas sind
überzeugt, daß Otto, der frühe Einwanderer, für
den Helden des Romans "Amerika" die Vorlage lieferte).
Andererseits erfuhr Kimberley schon im Alter von acht Jahren von
ihrer Schwester, daß sie, Kimberley, von den Eltern adoptiert
worden war, weil ihre Mutter keine Kinder mehr bekommen konnte.
Nun ist die Sache eigentlich ganz unaufregend. Kimberley hat ihren
Großonkel nicht nur nie getroffen, sondern alles, was sie
über ihn weiß, erst aus Büchern während ihrer
Schulzeit gelernt. Von einer jüdischen Vergangenheit war
schon in der Generation ihres Vaters keine Rede mehr. Es waren
schon keine Einwanderer mehr, die die Familie bildeten, es waren
Amerikaner. Und was Kimberley schreibt, sind eher journalistische
Kleinwerke und Fingerübungen, auch wenn jetzt erstmals ein
Alaska-Roman darunter ist (Abbildung), der jetzt im Frühjahr
herauskommen soll.
Kafka II: Der noch entferntere Verwandte
Wie Paul Kafka mit Franz Kafka verwandt ist, entzieht sich einer
verständlichen Darstellung. Aber verwandt miteinander sind
sie. Und Paul, dessen Vater Psychoanalytiker, Intellektueller
und Österreicher war, wußte es schon als Kind. Und
im Unterschied zu Kimberley wurde der heute New Yorker lebende
Paul in der jüdischen Tradition erzogen.
Er hat bis jetzt einen Roman veröffentlicht: "Love.
Enter". Mit der Prosa des berühmten Ahnen verbindet
ihn aber nichts. Er bevorzugt andere litearische Vorbilder, etwa
Virginia Woolf. Die "Verwandlung" nennt er "a wonderfully
funny story". Nun ja.
Schöner ist es für ihn, wenn er in einem Nachtclub seinen
Ausweis zeigt und gefragt wird: "Kafka? Irgendwie verwandt?"
Das tut irgendwie richtig gut.
Und von der weit entfernten Verwandten Kimberley Kafka hat er
noch nie gehört.
Die zweite Niederlage
Der Krimi-Schriftsteller Jeffrey Archer, der wegen einer kleinen
Lüge schon seine Londoner Bürgermeister-Kandidatur zurückziehen
mußte, verliert jetzt auch noch seine Mitgliedschaft in
der Konvervativen Partei. Sie hat ihm, der es sogar einmal bis
zum Stellvertretenden Parteivorsitzenden gebracht hatte, Anfang
Februar schlicht den Stuhl vor die Tür gesetzt. Natürlich
ist der Bestseller-Autor "enttäuscht". "Schreiend
ungerecht" nennt er den Hinauswurf.
Der Vorwurf ist eine Lappalie (siehe Die
Gazette 20, Dezember 1999). Aber es war seine Unaufrichtigkeit,
"der Akt des Verbergens" (wie das Ethik-Komitee sagte),
was die Vorwerfbarkeit der Angelegenheit noch erhöhte.
Man reibt sich die Augen: Unsere eigenen Konservativen schleichen
immer noch in der Furcht des Herrn um den Nicht-mehr-Ehrenvorsitzenden
herum.
Fromme Lektüre
Mit lauter Stimme las der Abgeordnete Jerry Denbo seinen Kollegen
in Indianapolis die Zehn Gebote vor, eines nach dem anderen. Und
er schloß mit den Worten: "Wenn irgendjemand von Ihnen
meint, daß das schlechte Grundsätze sind, dann soll
er gegen den Gesetzentwurf stimmen."
Der Entwurf sah vor, daß die Zehn Gebote in allen öffentlichen
Gebäuden ausgehängt werden dürfen, also auch in
Schulen. Mit zweiundneunzig gegen sieben Stimmen wurde der Entwurf
angenommen und ist nun Gesetz im US-Staat Indiana.
Die Sache war und ist nicht unumstritten. Die Gegner der Aktion
verweisen darauf, daß hier gegen den Grundsatz der Trennung
von Kirche und Staat verstoßen werde. Liberale Organisationen
wie die American Civil Liberties Union haben den Schritt bereits
verurteilt. 1980 hat der Oberste Gerichtshof der USA die Werbung
für eine bestimmte Religion in Schulen verboten.
Zum ersten, zum zweiten, zu drittem: P. G. Wodehouse
Unbekannte Bieter aus den USA erwarben die teuersten der P.-G.-Wodehouse-Erstausgaben,
die am 18. Februar in London versteigert wurden. Dazu gehörten
"Not George Washington" (ein Roman, bei dem P. G. Wodehouse
sogar nur als Ko-Autor tätig war) für viertausendfünfhundert
Dollar, "Leave it to Psmith" und "Enter Psmith",
die zusammen für dieselbe Summe weggingen, aber auch "Love
Among The Chickens", der erste Roman des Autors für
Erwachsene: Er brachte fünftausend Dollar herein.
Die Bücher stammten aus einer privaten Sammlung, erklärte
das Autionshaus Christie's.
Räubereien
In Deutschland selbst haben die Nationalsozialisten lediglich
ein Drittel ihrer Raubkunst eingesammelt: zweihunderttausend Objekte,
Bücher, Bilder, Plastiken, Gobelins.
Diese Zahl gab Jonathan Petropoulos bekannt, der Forschungsleiter
der amerikanischen Präsidial-Kommission für Holocaust-Guthaben
in den USA. Etwa hunderttausend Objekte kamen aus Westeuropa und
dreihunderttausend aus Osteuropa und den Teilen der früheren
Sowjetunion, die von der Wehrmacht zeitweise besetzt waren. Dreiundvierzig
andere Staaten haben für solche Nachforschungen ähnliche
Kommissionen eingesetzt.
Jonathan Petropoulos ist Professor für Geschichte in Kalifornien
und der Autor eines Buches über den Kunstraub der Nationalsozialisten.
Wer rettete die Carnegie Hall?
Der Geiger Isaac Sterne (der dort mehr als einhundertfünfundfünzig
Konzerte gab). "Wenn Sie da draußen vorbeigehen und
schweigend horchen, dann hören Sie Toscanini, Horowitz, Heifetz,
Bernstein, Anderson, wie sie Ihnen sagen: Komm Kleiner,
versuch's mal!' Sie stecken in den Mauern und heißen Sie
willkommen."
So beschreibt der Achtzigjährige das berühmte Gebäude
in seinem Buch "My First 79 Years". Im Mai 1960, nach
dem Bau des Lincoln Center, dem neuen Haus für das New York
Philharmonic Orchestra, sollte auf diesem Karree ein Bürohaus
errichtet werden. Aber für Sterne war "die Carnegie
Hall der heilige Gral", und er beredete die verantwortlichen
Politiker so lange, bis zwei Gesetze erlassen wurde, nach denen
die Stadt das Gebäude für fünf Millionen kaufte
und dann an die neugegründete Carnegie Hall Corporation leaste.
Isaac Sterne wurde zum ersten Präsidenten der Corporation
gewählt. Er ist noch heute ihr Vorsitzender.
Eigenwerbung
Der chinesische Präsident Jiang Zemin feiert sich selbst:
mit einem soeben erschienenen Buch, das ihn auf dieselbe Bedeutungshöhe
bringen soll wie Mao Zedong oder Deng Xiaoping. So auch der unmißverständliche,
wenn auch etwas lang geratene Buchtitel: "Mao Zedong, Deng
Xiaoping und Jiang Zemin über Ideologie und politische Praxis".
Es wurde allen staatlichen Angestellten und natürlich allen
Parteimitgliedern zum Intensivstudium dringend empfohlen.
Der Hintergrund der Kampagne ist Jiangs Kampf gegen die Korruption
mehrerer hoher Parteifunktionäre, die sich durch überhöhte
Steuern, mafiose Schutzgelder oder schlichte Unterschlagungen
einen luxuriösen Lebenswandel finanzierten.
Die Zeitungen jubeln den Buchautor entsprechend hoch: "Seit
Genosse Jiang Zemin Generalsekretär wurde [1989], hat er
unter völlig neuen historischen Bedingungen viele bedeutsame
Darlegungen geschrieben, um die neue ideologische und politische
Arbeit zu vervollständigen." Ganz offensichtlich will
der Autor, heute dreiundsiebzig Jahre alt, als einer der großen
chinesischen Ideologen in die Geschichte eingehen.
Ob da ein Buch reichen wird?
Unfrommer Wunsch
"Niemand hat die Berechtigung, dieses unabänderliche
und göttliche Urteil zu widerrufen, das - so Gott will -
vollstreckt werden wird."
Sprach Ayatollah Mohammed Yazdi am 18. Februar beim Freitagsgebet
in Teheran. Das genannte und so innig beschworene Urteil ist die
nun elf Jahre alte Fatwa gegen Salman Rushdie.
Immerhin in Nuancen anders sagte es vier Tage vorher Kamal Kharazi,
der iranische Außenminister: Das Todesurteil für die
"Satanischen Verse" bleibe in Kraft, von einem Widerruf
könne niemals die Rede sein. Und immerhin bezeichnete er
die Äußerungen einiger Ayatollahs als "nicht repräsentativ
für die iranische Regierung".
Der so göttlich Verurteilte plant inzwischen, sein britisches
Exil zu verlassen und in die USA zu gehen. Die Sunday Times berichtete,
er habe sich in New York eine Wohnung gekauft.
Richter-Schelte
In Europa weiß kaum noch einer, wie der Richter hieß,
der vor einem Vierteljahrhundert die Watergate-Prozesse führte
und die berüchtigten Tonbänder als Beweismittel beschlagnahmte.
In den USA jedoch gehört der Name John J. Sirica zur politischen
Bildung. Und wenn jemand ihn beschimpft, kriegt er es mit John
J. Sirica jr. zu tun.
Die Journalistin Renata Adler hatte eigentlich nur vor, ein Buch
zum fünfundsiebzigjährigen Geburtstag der nicht mehr
ganz so glanzvollen Zeitschrift "The New Yorker" zu
schreiben (Titel: "Gone. The Last Days of The New Yorker").
In diesem Kontext kam sie dann kurz auch auf den Richter zu sprechen.
Sie habe herausgefunden, schrieb sie, daß Sirica (gestorben
1992) im Widerspruch zu seinem Ruf als Held und Retter "eine
korrupte, unfähige und unehrliche Figur" war - mit engen
Verbindungen zu dem Kommunistenfresser Joseph McCarthy und zur
Mafia.
Der Sohn nennt nun die Anwürfe "offenkundig absurd und
falsch". Er will nur zugeben, daß sein Vater in den
frühen fünfziger Jahren enge Verbindungen mit McCarthy
pflegte. Die Autorin hält dagegen: "Natürlich kann
ich die Behauptungen belegen, sonst hätte ich sie nicht hingeschrieben."
Wann und wie sie sie belegen wird, behält sie im Augenblick
noch für sich.
Juristisches Detail: Die USA haben kein legales Äquivalent
zur Verletzung des Andenkens Verstorbener. Einen Toten kann man
dort nicht beleidigen.
Zensur im Internet
Die Akronyme purzeln nur so: Eine der fünf Nachfolge-Organisationen
des KGB (Komitee für Staatssicherheit), der FSB (Bundes-Sicherheitsdienst),
hat jetzt die Aktion SORM (System operationaler Ausforschungsmaßnahmen)
gestartet, um mit Hilfe einer speziellen Spionage-Software den
russischen Internet-Surfern über die Schulter zu schauen.
Die entsprechende Verfügung wurde von Präsident Putin,
gerade mal fünf Tage im Amt, am 5. Januar unterzeichnet.
Schon bisher konnte der FSB das Briefgeheimnis ohne große
Umstände unerlaufen. Jetzt aber soll im Überwachungsfall
der gesamte E-Mail-Briefwechsel eines Internet-Nutzers nicht nur
dem FSB, sondern zeitgleich an sechs weitere Institutionen weitergeleitet
werden: an die Finanzbehörden, die Polizei des Innenministeriums,
den Kreml selbst, die Sicherheitsbehörden des Parlaments,
die Sicherheitsbehörden des Präsidenten, die Grenzpolizei
und den Zoll. Es besteht Anlaß zu erheblichen Zweifeln daran,
daß für diese massenweise und automatische Verbreitung
privater Korrespondenz jedesmal die theoretisch nötige richterliche
Genehmigung eingeholt wird.
Die Hardware-Kosten für den Weiterleitungsbetrieb muß
jeder Internet-Provider auch noch selbst tragen. Die fälligen
zwanzig- bis sechzigtausend Mark werden viele Provider in den
frühen Bankrott treiben. Und wer nicht mitspielt, dem wird
kurzerhand der Stecker rausgezogen. So bereits geschehen mit dem
Provider Bayard-Slavia, der sich - als bisher Einziger - gegen
die SORM-Aktionen ausgesprochen hatte.
Yelena Bonner: "Damit ist Rußland wieder zu einem Polizeistaat
geworden."

Ihr Kommentar
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Wie werde ich reich?
Bestimmt nicht, indem ich die Ratschläge
in dem Buch "Wie werde ich reich?" befolge. Höchstens
indem ich es schreibe.
Thomas J. Stanley hat dieses Prinzip begriffen und schreibt am
liebsten über Millionäre. Mitte Februar kam sein neuestes
Buch "The Millionaire Mind" heraus. Und es enthält
Tröstliches.
Er hat nämlich herausgefunden, daß Intelligenz - jedenfalls
schulische - überhaupt nicht nötig ist, um Millionär
zu werden. Keiner der entausendreihundert von ihm untersuchten
Fälle hatte besonders herausragende Schulnoten. Klar, es
gibt ein paar Superschlaue inter seinen Millionären, aber
die große Mehrheit gehört eher zum allenfalls befriedigenden
Durchschnitt.
Was sie erfolgreich sein läßt, sind ganz andere Dinge.
Diese Menschen sind, laut Stanley, vielleicht nicht besonders
intelligent, aber dafür kreativ und praktisch veranlagt.
Sie nehmen sich ein Ziel vor, gehen ein kalkulierbares Risiko
ein, und dann arbeiten sie mehr als andere für dieses Ziel.
Der durchschnittliche Millionär ist vierundfünfzig Jahre
alt, bleibt achtundzwanzig Jahre lang mit derselben - übrigens
weitgehend selbstlosen - Frau verheiratet und hat drei Kinder.
Er ist ehrlich, diszipliniert und freundlich zu seinen Mitmenschen.
Worauf warten wir also noch?
Zwangslektüre
Eine besorgte Mutter beschwerte sich in einem
Brief an eine Hongkonger Zeitung darüber, daß ihre
Tochter und alle anderen Schülerinnen einer Grundschule beim
Eintreffen in der Schule sich erst einmal auf den Boden einer
großen Halle setzen und ein Buch lesen müssen, bis
der Unterricht beginnt. Während der Lektüre darf niemand
aufstehen oder herumlaufen, sogar der Gang zur Toilette ist ein
strafbarer Regelverstoß. Die Halle ist feucht und extrem
heiß, der Boden schmutzig.
Das sei nicht nur ungesund, schreibt die Mutter, sondern so lerne
auch niemand mit Freude lesen. Und das Unterrichtsministerium
solle da doch mal nach dem Rechten sehen.
Finden wir auch.
Der Rächer der Muslime
Wenn die Bewohner der kenianischen Insel Lamu
nicht Ernst August von Hannover hätten, müßten
sie sich glatt selber helfen. So aber hat der Prinz nicht nur
ein Haus auf der Insel, sondern auch die Interessen der dortigen
Muslime im Sinn, wenn er mal einen Landsmann, den Unternehmer
Josef Brunlehner z.B., niederschlägt; jene können sich
nämlich vor diesem "nicht selbst schützen".
Seit an Seite kämpft der Bruder des Adligen, allerdings an
der publizistischen Front, und gibt ein Buch heraus. Es enthält
zweihundertfünfzig - der über dreitausend - Mails aus
allen Altersgruppen und Bevölkerungsschichten, die der Bruder
nach der Schlägerei "spontan" erhalten hat. Angeblich
ist das Werk mit dem beeindruckenden Titel "Die Welfen im
Netz" eine "mitreißende Lektüre über
das älteste Fürstenhaus Europas".
Was der Heckschütze zurückließ
Die B-29, die am 6. August 1945 die erste Atombombe
der Menschheit auf die Menschheit losließ, hieß "Enola
Gay" und George Robert Caron ihr Heckschütze. Er ist
schon seit fünf Jahren tot, aber erst jetzt, Mitte Februar,
sind seine Siebensachen versteigert worden: Fotos, Bücher,
Kleidungsstücke und andere Memorabilia. Die Witwe, Cay Caron,
legt Wert darauf, daß die Gegenstände zu Leuten kommen,
"die die Historie zu würdigen wissen".
Damals hatte man dem Heckschützen im letzten Augenblick eine
Kamera in die Hand gedrückt, mit der die später weltberühmten
Fotos von dem Atompilz über Hiroshima machte.
Der Bücherklau geht um
Noch wagt sich niemand mit einer Verschwörungstheorie
nach vorn, und so bleibt die erstaunliche Häufung von Kepler-Diebstählen
ein erklärungsbedürftiges Phänomen. Sind es wirklich
nur Nachfolgetäter, copy-cats, kleptomane Trittbrettfahrer?
Jedenfalls wurde innerhalb weniger Jahre an weit auseinanderliegenden
Orten gleich mehrere Erstausgaben von Keplers "De revolutionibus
orbium coelstium" gestohlen.
Die einzelnen Fälle: In Krakau nahm ein Bibliotheksbenutzer
das Buch mit auf die Toilette und verschwand. In der Nationalbibliothek
in Kiew zeigte einer einen gefälschten Polizeiausweis her
und beschlagnahmte das Exemplar. Der letzte Diebstahl geschah
im Februar in St. Petersburg. Zwei weitere Exemplare wurden in
der University of Illinois (Champaign-Urbana) und in einem wissenschaftlichen
Institut in Stockholm gestohlen.
Kein Sex im All
Die NASA hat sofort und vehement dementiert,
daß einer der vier Space-Shuttle-Flüge 1966 zur Erprobung
möglichen Geschlechtsverkehrs unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit
durchgeführt wurde.
Der französische Autor Pierre Kohler hatte in seinem jüngst
erschienenen Buch ("The Last Mission") unter Beurufung
auf ein NASA-Dokument namens 12-571-3570 so etwas behauptet. Angeblich
wurde mit zehn Positionen experimentiert; sechs davon verlangten
einen aufblasbaren Tunnel, für die übrigen vier genügte
laut Kohler die klassische Umarmung.
Und das alles in einem einzigen NASA-Dokument?
Wie wird man John Lennon los?
Die Forderung nach Freigabe der John-Lennon-Papiere
geht auf das Jahr 1983 zurück. Damals schon verlangte John
Wiener Einsicht in alle FBI-Dokumente, die sich auf John Lennon
beziehen. Wiener ist Historiker und
Autor des Buches "Gimme Some Truth. The John Lennon FBI Files",
das vor zwei Monaten in Berkeley herauskam. Seine Forderung wurde
auch erfüllt - obwohl darunter Seiten waren, die von der
ersten bis zur letzten Zeile offiziell eingeschwärzt und
unleserlich gemacht waren. Aber zehn Seiten wurden damals nicht
herausgegeben, angeblich weil eine "ausländische Regierung",
von der die Dokumente stammten, um weitergehende Geheimhaltung
gebeten hatte. Es liegt nahe, hinter der ausländischen Regierung
- wenn überhaupt jemanden - Großbritannien zu vermuten
Wieners langer Kampf hat sich gelohnt. Ende Februar hat ein Bundesgericht
der USA die Herausgabe auch der letzten zehn Seiten angeordnet;
darunter sind das Transkript eines Telefongesprächs und zwei
Briefe.
Man vermutet, daß die Regierung Nixon den Musiker wegen
seines Widerstands gegen den Vietnam-Krieg überwachte - und
mit dem Ziel, ihn daraufhin als unerwünschte Person ausweisen
zu können.
Sich umbringen - aber wie?
Derek Humphry ist der Gründer der "Schierlings-Gesellschaft"
und der Autor eines Bestsellers mit dem Titel "Final Exit".
Und der Kommentator eines Videofilms, in dem er zeigt, wie er
seiner ersten Frau nach unerträglich gewordenen Krebs-Schmerzen
dabei hilft, sich ein tödliches Gift in ihren Kaffe zu rühren.
Er zählt des weiteren andere geeignete Gifte auf, die einen
sanften Tod ermöglichen, und wie man sie am besten mit Apfelsaft
verrührt.
Das Video wurde Anfang Februar in Oregon ausgestrahlt, ohne daß
es besonderes Aufsehen erregte. "Da wir immer mehr zu einer
alternden Gesellschaft werden", so die Stellungnahme der
für die Sendung Verantwortlichen, "sollten Themen wie
Tod, Sterben und chronischer Schmerz in aller Offenheit diskutiert
werden." Trotzdem: Der Gouverneur hofft, daß keine
weiteren Sendungen mit dem Video veranstaltet werden und Zeitungsredaktionen
mit dem Material "äußerst besonnen" umgehen.
Es sei "grob unverantwortlich", einen derartigen praktischen
Ratgeber für Selbstmörder im Fernsehen auszustrahlen.
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In memoriam
Zitate aus Charles Schultz' Buch "Charlie
Brown. Snoopy and Me":
- "Ich habe nie Kinder als mein hauptsächliches Publikum
angesehen. Die wahren Fans sind die Erwachsenen, denn sie erinnern
sich daran, wie es war, als sie noch Kinder waren, und sie können
mit den Peanuts' viel mehr anfangen als kleine Kinder."
- "Man kann aus Glück keinen Humor machen."
- Über seinen Hund Spike, der ihn zu Snoopy inspirierte:
"Eines Tages habe ich mal gezählt und festgestellt,
daß Spike einen Wortschatz von mindestens fünfzig Wörtern
hatte. Man konnte ihm sagen: Spike, möchtest du nicht
eine Kartoffel? Warum gehst du nicht runter und holst dir eine?'
und er, er ging sofort in den Keller und steckte seinen Kopf in
den Kartoffelsack und kam mit einer Kartoffel wieder rauf."
- "Von allen Dingen in meinen Zeichnungen bin ich auf die
Schmusedecke von Linus besonders stolz. Vielleicht habe ich den
Ausdruck nicht erfunden, aber ich stelle mir gern vor, daß
ich ihn der Sprache heimisch gemacht habe."
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