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Ein Atem, der nicht schadet
Gefunden jüngst in einer Monatszeitschrift der
deutschen Ultrarechten: eine Buchbesprechung, flügellahm, aber
unbeirrt bemüht, viele lange Wörter und doch konfus (Auszüge).
Bei aller Luzidität seiner Analyse verkennt Schwab jedoch die
Wirkungsmöglichkeiten fundamentalistischer Radikalopposition in
der Bundesrepublik. Da hilft es wenig, die Protagonisten der heutigen
NPD mit ihrer Präferenz für einen nationalen Sozialismus im
Windschatten der alten 48er-Revolutionäre zu verorten; da hilft
auch die Forderung wenig, wonach eine "nationalistische Partei"
eine "neue politische Ordnung von Volk, Staat und Verfassung"
zu propagieren habe. Denn selbst für einen mühseligen Marsch
durch die Institutionen geben solche Handlungsanweisungen wenig her.
Fundamentalopposition allein reicht nicht, um irgendwann an die Hebel
der Macht zu gelangen. Im übrigen geht Schwab, was angesichts der
Stringenz seiner Gedankenführung um so schmerzlicher auffällt,
einer Uralt-Falle des "Systems" auf den Leim, indem er sich
auf die völlig überflüssige Konfliktstellung zwischen
vermeintlich "alter Rechter" und "neuem Nationalismus"
einläßt - jugendliches Revoluzzertum ist schließlich
ebensowenig wie Alter ein Makel. Und warum ständig das ostentative
Bekenntnis zum "Nationalismus"? Weiß Schwab, der immerhin
eine Koryphäe der Verhaltensforschung wie I. Eibl-Eibesfeldt im
Literaturverzeichnus anführt, nicht, daß alle "Ismen"
unzulängliche Vehikel der Auseinandersetzung sind, weil ihnen der
"unausrottbare Fehler der Grenzüberschreitung nach oben'"
(K. Lorenz) anhaftet?
Schwab hat sich mit seinem Werk zweifellos Meriten um eine schonungslose
Bestandsaufnahme der gegenwärtigen deutschen Rechts-Szene erworben.
Auch mit seinem Vorschlag, eine künftige nationale Politik auf
die drei "Bausteine" nationaler Identität, nationaler
Souveränität und nationaler Solidarität zu gründen,
hat er einen erfreulich präzisen Beitrag zur Programmdiskussion
des sogenannten "nationalen Lagers" geleistet. Daß er
sich nicht scheut, in seine Lageanalyse auch die Sichtweisen von Marx
und Engels einzuarbeiten, weist ihn als klarblickenden strategischen
Kopf aus, dem es um die ernsthafte Durchdringung von Sachfragen, nicht
um engstirnige Parteipolitik geht.
Ihr
Kommentar
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