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Die Wiedergeburt einer Weltstadt
Die Library
of Congress zeigt eine Rom-Ausstellung, die auch im Internet zu
sehen ist. Die virtuellen haben gegenüber den tatsächlichen
Exponaten sogar Vorteile:
Sie umfassen auch einige Stücke, die in der Vorbereitung der Ausstellung
dann doch nicht berücksichtigt wurden; und sie bleiben nicht nur
bis Ende April ausgestellt, wie in der Library of Congress, sondern
zeitlich unbegrenzt.
Dargestellt ist die eminente Bedeutung der Vatikanischen Bibliothek
für den Wiederaufbau der Stadt. Rom war ja in den Jahrhunderten
des Früh- und Hochmittelalters fast zu einer Geisterstadt verkommen:
Auf dem antiken Forum, besser auf der haushohen Erdschicht, von der
es bedeckt war, weideten die Kühe, und wer durch den Titusbogen
ritt, mußte den Kopf einziehen, um nicht am oberen Torbogen anzustoßen.
Die Website bietet nicht nur einen profunden - englischsprachigen -
Einführungstext über die Gründung und die Geschichte
der Vatikanischen Bibliothek, sondern vor allem eine illustre Serie
von Abbildungen aus deren Buchbeständen.
Das erste hier wiedergegebene Bild ist ein zwar schematischer, aber
sehr genauer Stadtplan Roms von etwa 1330/40 (aus der "Satyrica
historia" von Paolino Veneziano). Man sieht eine noch dichte Besiedlung
der nördlichen Stadtteile, während das antike Zentrum fast
verlassen liegt. Auf
dem zweiten Bild (aus dem Rom-Buch "Antiquae urbis imago"
von Pirro Ligorio) sind nun auch die südlicheren Stadtviertel deutlich
dichter bebaut, und manche antike Ruinen scheinen bereits vom Häusermeer
fast eingeschlossen.
Das dritte Bild ist schon so etwas wie die Dokumentation des Wiederaufbau-Erfolgs:
Kleinere Künstler zehren vom Ruhm der großen, wenn hier etwa
Giorgio Ghisi die Delphische Sibylle aus der Sixtinischen Kapelle nachzeichnet.
Andere bemerkenswerte Raritäten unter den Abbildungen: eine zweisprachige
(lateinisch- griechische) "Ilias" des Homer von 1477, die
"Sonnenflecken" von Galilei von 1612, ein Bernini-Entwurf
für die Piazza di San Petro (die Kolonnade, die zum Logo der Ausstellung
wurde) oder Pico della Mirandolas Handexemplar des Buches Hiob mit eigenen
Randnotizen.
Ein guter
Rat: Hingehen und sich die schönsten Buchseiten holen.
Ihr
Kommentar
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