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Lynne Marie Rypdal
die ehrenamtliche
züchtigung erleichtert distanz
zu halten ohne zu verlieren
dein herz auf der
honky tonk grave line tour
den hass gelehrt
hat mich der stock
und das gehört zum wertvollsten
was ich gelernt habe geh
weg von hier sprechen sie
deutsch miteinander aber ich
verstehe kein wort
es wird alles wieder
gut er interessiert mich
nicht jetzt ist es soweit
was soll das denn werden
das wird ein schlitten
für das mädchen
damit werde ich sie
nach unten nehmen
wir müssen gehen
wir sind jetzt bald
da ganz bald da
elefanten haben wir
hier natürlich nicht
dann machen wir die tür
zu und ich zünde ein feuer an
dann sind wir geborgen
dann sind wir
seher
wenn wir uns neuen ideen nicht jetzt
so normal wie sie und ich
öffnen mit videogrossprojektionen
den sterbenden die vertraute umgebung
vermitteln weiche schultern
haben mich immer schon
aufgerichtet
zähneknirschend wer sich bekennt
zum geld nicht schlecht nur krank
muss sich zur macht bekennen
eineindeutig
ich lief über ein feld
ohne zu wissen als ich dalag wusste ich
dass ich beide beine verloren hatte
sorge dich nicht der könig hat gerufen
bestellt auf sieben uhr
drei paar krücken und einen
rollstuhl
si entre aquellas ruinas y despojos
hält nur ein jahr statt drei
die prothese des einbeinigen
stepptänzers im schatten
der tempels zwei oder drei
kisten voller fehltritte
nicht zu vergessen die ebenen der
ordnerpflege
du brauchst nicht länger
zu trauern denn das ist mein
posten reserviert für journalisten
und gebrechliche
abhexen
gibt mir dein messer
deine axt in den wald ich
werde nie wieder
gehen
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Kommentar der Autorin
Lynne Marie Rypdal ist in Dombås, Norwegen,
geboren. Als freie Schriftstellerin hatte sie ihre erste original
deutschsprachige Veröffentlichung in der Hörstation
"Utopie und Apokalypse" in der Ausstellung "The
Story of Berlin" 1999.
Das Deutsch kam zu mir. Anfang November reiste ich nach Berlin.
Ich hatte keine Ahnung, dass die Menschen der Stadt wenige Tage
später wie entlassene Häftlinge durch die Straßen
taumeln würden. Statt einiger Wochen blieb ich Monate und
bezog eine Wohnung in Moabit, klein und entsetzlich kalt. Ich
versuchte, den Kachelofen anzuheizen, und füllte die Kammer
mit Qualm. Riss das Fenster auf, hustete in den Hinterhof, sah
den Mond. Der Blödmann grinste. Ich musste lachen und dachte:
Zuhause. - Ich dachte "Zuhause" nicht als Übersetzung.
Später kamen Wörter, für die fand ich in meienr
Sprache keine Entspechung mehr: "Züchtigung", "eineindeutig",
"Zündseil", "Gemeinschaftsgefühl",
"Kennwortschutz". Einen Begriff wie "Freudanhänger"
haben wir nicht.
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