Nr. 20,  Dezember 1999
 


 

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Selbstanzeige

Es sieht ziemlich fertig aus, dieses Jahrhundert. Das neue werden wir von Der Gazette ebenso souverän angehen wie Frank Zumbach oder mit der Gelassenheit, die Andreas Odenwald überhaupt in Deutschland feststellt, im Unterschied zu anderen, endzeitängstlichen Ländern. Auf jeden Fall: Was wir aus dem nächsten Jahrtausend machen, liegt - mit etwas Glück - wie schon immer an uns selbst.

Georg Stefan Troller hat aus Paris das neueste Tagebuchblatt eines Flaneurs geschickt, die Antwort auf die Frage, was dort im Augenblick "branché" ist. Und Alf Gaschocke, ein junges Prosatalent, hat ein abenteuerlich produktives Konzert hinter sich.

Eine Wiederentdeckung für Literatur-Kenner ist Jean Pauls "Wunderbare Gesellschaft": Vision, Phantastik und Prognose an der Jahrhundertwende von 1799.

Im übrigen geht es in dieser Nummer eher dezembrig-weihnachtlich zu (und da ist dann Doisneaus "Maison d'Accouchement" genau gesehen auch ganz passend): Lothar Sauer hat "Il va neiger" von Francis Jammes so schön und flüssig übersetzt, daß es fast ein deutscher Originaltext wird; Johann Heinrich Voß schildert in einem Weinhachtsbrief von 1817 seine Begegnung mit Shakespeare; Mircea Eliade erzählt, womit er die Rauhnächte von 1946 verbringt; Mannix Flynn stellt uns einen irischen Jungen vor, der im Advent plötzlich stolz ist auf "‘Ne tolle Frau", und die Rubrik Buchkunst zeigt die Weihnachtsseite aus einer ausgesprochenen Rarität: einer Rebus-Bibel.

Der himmlische Tagesbefehl "Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind!" ist, aufs Ganze gesehen, noch immer aktuell, auch am Ausgang des Jahrhunderts. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allen ruhige und nachdenkliche Weihnachtstage.

Der Herausgeber

Das Zitat für Leser

Ist Schreiben ein Handwerk? Wenn ja, dann ein ziemlich unordentliches. Oder eines, das aus vielen, einander widersprechenden Ordnungen besteht. Eine Ordnung des Erinnerns und eine des Vergessens, eine des Größenwahns und eine der Demut, des methodischen Aufbaus und seiner mutwilligen Zerstörung.
(Tilman Spengler, Ich, der Autor)

 



Themen

Original nach fünfzig Jahren wieder aufgetaucht: das Besatzungsstatut von 1949.

Andreas Odenwald: "Nach Mitternacht wird es hier
garantiert richtig spannend. Prosit Neujahr!"

Enthüllt: Sigmund Freuds "Geheimes Komitee", komplett mit "Ortsgruppen" und "ZK".

Paul Celan liest die "Todesfuge"an der Adresse: www.lyrikline.de


George Tabori macht sich an einen überraschenden "Kollegen" heran: W. Sh.



 
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 Leserbriefe
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Zu Ulrike Schuster, Am Anfang das Ende (Nr. 19, November 1999):
Ich liebe die Gazette. Ehrlich. Aber die Rubrik "Lyrik" klicke ich doch immer wieder voller Bangen an... Und dann heute: Ulrike Schuster. Ent-setz-lich. Argghhh. Zum schreiend Davonlaufen.Hat man Euch nicht ein für alle Mal untersagt, "Gedichte" zu veröffentlichen, in denen Worte wie "unbestreitbar" vorkommen? Ich suche mal eben den Erlaß heraus, Moment noch...
Also, ich finde ihn jetzt nicht, aber jedem Leser von Geschmack muß das ohnehin klar sein. So. Jetzt habt Ihr mir also den Abend verdorben. Wie wollt Ihr das wieder gut machen? Mit schockierten Grüßen
Waldo Scared Shitless III

Zu Hubert Kretschmer, Foto 001-34 (Nr. 19, November 1999):
Da ist Ihnen ein Irrtum unterlaufen: Das abgebildete Foto ist der 1. Preis im diesjährigen Lomo-Wettbewerb. Korrekter Titel: "Beim Fallen ins Gras". Wer hat sich denn die krank-prätentiöse Bildunterschrift einfallen lassen?
Ede L. Weiß

 
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Herausgeber: Fritz R. Glunk, Irschenhauserstraße 2, D-81379 München
Glunk@Gazette.de

Redaktionelle Mitarbeit: Eva Herold, Ulrich Greiwe, Frank T. Zumbach
Stadtsparkasse München, BLZ 70150000, Kto. 91-103630
Leserbriefe bitte an: Leser@Gazette.de
Manuskripte bitte an: Redaktion@Gazette.de

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