Nr. 20, Dezember 1999
 
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Die pünktliche Sensation

Vor fünfzig Jahren, am 21. September 1959, trat das Besatzungsstatut der Bundesrepublik Deutschland in Kraft und sollte von den drei Hochkommissaren auf dem Petersberg feierlich dem frischgewählten Bundeskanzler übergeben werden. Adenauer jedoch lehnte die Zeremonie ab, und so wurde - laut seinen Memoiren - das verpackte Exemplar erst nach einer kurzen Ansprache François-Poncets ausgehändigt, und zwar in der Garderobe: "Als wir im Auto saßen, sagte ich zu Blankenhorn, er möge nachsehen, was man ihm überreicht habe. Er entnahm dem Paket ein in Pergament gebundenes und besonders kunstvoll gedrucktes Besatzungsstatut, das aber nicht unterzeichnet war."
Das Buch (Adenauer unwillig: "z. d. A.") gelangte nie ins Archiv und blieb ein halbes Jahrhundert lang verschwunden. Jetzt hat sich ein anonymer "Stifter" gefunden, der das vergoldete Exemplar pünktlich zum Jubiläum dem Museum Haus der Geschichte übergab, wo es Direktor Dr. Hermann Schäfer genau fünfzig Jahre nach dem Inkrafttreten präsentieren konnte.
Das Besatzungsstatut legte die Bereiche fest, in denen die junge Bundesrepublik souverän handeln durfte, und andere, die den drei Besatzungsmächten vorbehalten waren. Zu diesen zählten die Kontrolle des Ruhrgebiets und die Reparationsleistungen, die Auswärtigen Angelegenheiten und der gesamte Außenhandel. Darüber hinaus behielten die Alliierten die Möglichkeit, alle Zuständigkeiten der deutschen Regierung wieder an sich zu nehmen, "wenn sie der Ansicht sind, daß dies aus Sicherheitsgründen oder zur Aufrechterhaltung der demokratischen Regierungsform in Deutschland ... unumgänglich ist" (Artikel 3).

 
Dichtung und Wahrheit

Carson McCullers ("Das Herz ist ein einsamer Jäger") hat in ihren Romanen wahrscheinlich ebensoviel Biographisches untergebracht wie Fiktives in ihrer Biographie. Ersteres kennt man, letzteres ist - pace Goethe - zumindest erstaunlich.
Ihre unvollendete Hundertachtundzwanzig-Seiten-Lebensbeschreibung, erschienen im September, trägt den Titel "Illumation and Night Glare". Darin spricht sie ausführlich vom Alkoholismus ihres Ehemannes, verschweigt aber ihren eigenen. Einem Kleid in ihrem Besitz, das nicht älter als siebzig Jahre alt war, verleiht sie ein pharaonisches Alter von zweitausend Jahren.
Trotz der "Fehler und Auslassungen", die der Vorwort-Autor Carlos Dews anmerkt, fanden Kritiker das Buch amüsant und stellenweise "ehrlich". Carson McCullers hat, aus innerer Einsamkeit, zahlreiche prominente Beziehungen gepflegt: Aaron Copland, W. H. Auden und Tennessee Williams zählten zu ihren Freunden. Bei einer Party mit Arthur Miller und Marilyn Monroe kam ihr die Schauspielerin "schüchtern" vor.
Dews brauchte nach eigener Auskunft acht Jahre Vertrauensarbeit bei den Nachlaßverwaltern, bis sie ihm das seit dem Tod der Autorin (1967) unveröffentlichte Manuskript zur Bearbeitung überließen.

Ein etwas einsamer Deutscher

Der Dubliner Literaturpreis International IMPAC ist mit genau einhundertdreißigtausendneunhundert Dollar der bestausgestattete Romanpreis der Welt. Die engere Auswahl für den nächstjährigen Preisträger steht jetzt. Es sind einhunderteins Titel. Die Liste wurde von mehr als hundert Bibliotheken in vierunddreißig Ländern zusammengestellt. Bis zum März 2000 soll die Zahl der Finalisten auf zehn vermindert werden, und im Mai 2000 erfolgt die Preisverleihung.
Unter den hunderteins Kandidaten ist immerhin ein Deutscher: W. G. Sebald mit "Die Ringe des Saturn" (vor drei Jahren als Fischer-Taschenbucherschienen). Er wird eingerahmt von einer Phalanx amerikanischer Romanciers, einundvierzig insgesamt, siebzehn britischen und vier irischen Autoren sowie weiteren aus Ausralien, Frankreich, Kanada, Brasilien und anderen Ländern.

Die Psychoanalyse: die Krankheit, für deren Heilung sie sich hält

Waren die frühen Psychoanalytiker paranoid?
Sigmund Freund und seine ersten Anhänger (Karl Abraham, Max Eitington, Sándor Ferenczi, Ernest Jones, Otto Rank und Hanns Sachs) gründeten etwa 1919 nach einer schon älteren Idee von Jones ein "Geheimes Komitee". Es sollte "die besten und zuverlässigsten Männer" der neuen Lehre vereinen, und zwar ursprünglich die Leiter ihrer "Ortsgruppen", später auch die Mitglieder des sogenannten "Zentralleitungs-Komitees" (die nicht nur sprachlichen Anleihen bei sowohl braunen wie roten Totalitarismen sind unübersehbar). Die so Erwählten sollten sich wie eine verläßliche "Palastwache", "wie Paladine Karls des Großen" schützend vor das große Werk und seinen Schöpfer stellen. "Alles, was er uns sagte und sagen wird", schrieb Ferenczi am 1. Dezember 1919 an Eitington, "muß also mit einer Art Dogmatismus gehegt werden." Freud bemühte in diesem Zusammenhang gern das Tell-Zitat "Seid einig, einig, einig!", mit dem er die Freiheit der Kritik deutlich der orthodoxen Einheit der "Bewegung" unterordnete.
Freud kommentierte zwar kurz das "knabenhafte","vielleicht romantische Element" in den ab 1920 regelmäßigen Rundbriefen des "Geheimen Komitees", den Dogmatismus jedoch und die Immunisierung gegen Kritik ließ er beifällig durchgehen. Und nicht ohne Selbstgefühl figurierte er bei seinen Jüngern als "papa", als "Papst", der für sie immer "ex cathedra" sprach.
Veröffentlich ist der erste Teil der "Komitee-"Korrespondenz jetzt in G. Wittenberger, Chr. Tögel (Hrsg.), Die Rundbriefe des "Geheimen Komitees", Band I, 1913-1920, edition diskord, Tübingen 1999.

Zeitgeschichte auf rumänisch

Ein neues Schulbuch zur Geschichte Rumäniens erregt die Gemüter in Bukarest. Den Autoren geht es, wie sie sagen, "um Erziehung, nicht um Patriotismus".
Vlad der "Pfähler", zum Beispiel, ist jetzt nicht mehr der unüberwindliche Krieger gegen die Türken und eine immerwährend Inspiration für Nationalisten, sondern nur die literarische Vorlage für Dracula (wie im Westen schon immer). Sowas schmerzt. Und auch die jüngere Geschichte bleibt nicht vor Revisionen verschont: Der Sturz Ceausescus vor zehn Jahren ist jetzt alles andere als eine gloriose "Revolution" mit Helden und Schurken, denn damals seien lediglich etwas akzeptablere Regime-Getreue an die Macht gekommen; also müsse man die Ereignisse eher als den schwachen Beginn einer langwierigen Demokratisierung bezeichnen.
Ein Journalist warf dem Schulbuch vor, es "zerstöre" durch die Mißachtung aller Heldentaten die Geschichte Rumäniens. Und eine parlamentarische Initiative, angeführt von Sergui Nicolaescu, Senator und Regisseur vaterländischer Historienschinken, verlangte vom Erziehungsministerium die Einziehung des Schulbuchs, Nicolaescu sogar seine öffentliche "Verbrennung".
Der Erziehungsminister Andrei Marga immerhin verteidigte das Buch als Bestandteil einer dringend erforderlichen Bildungsreform.

Frißt das Internet die klassischen Medien?

Mit einem "emphatischen Nein" antwortet darauf die New Yorker Investmentbank Veronis, Suhler & Associates, die auch einige führende Medienkonzerne der Welt berät.
Die Analyse bezieht sich auf die Vereinigten Staaten, und ihre Ergebnisse sind überraschend. Im Jahr 2003 wird jeder Amerikaner durchschnittlich eine gute halbe Stunde pro Tag im Internet verbringen (eine Steigerung um sechzig Prozent gegenüber 1998), aber auch fast zwölf Minuten pro Tag mehr mit den traditionellen Medien wie Bücher, Zeitungen und Fernsehen. Der Grund dafür: Das Internet schafft durch die schnellere Erledigung bestimmter Tätigkeiten mehr freie Zeit.
Den amerikanischen Zeitungen geht es trotz verschärfter Konkurrenz nicht schlecht. Die Einnahmen der Tages- und Wochenzeitungen betrugen 1998 satte sechzig Milliarden Dollar (davon fast fünfzig Milliarden aus Werbeeinnahmen). Prognose: leichte Steigerungen bis 2003.
Und noch eine gute Nachricht für alle Verleger: Der Papierpreis soll sich von fünfhundertsiebenundachtzig Dollar pro Tonne (1998) bis 2003 um lediglich drei Dollar erhöhen.

Holocaust-Leugner

Dariusz Ratajczak ist siebenunddreißig Jahre alt, Universitätsprofessor in Opole und meint zu wissen, daß die Nationalsozialisten keinerlei Plan zur Ausrottung der Juden hatten, daß die Gaskammern in den Konzentrationslagern nur zur Entlausung der Gefangenen gedacht waren und (eigentlich unlogisch) daß nur drei - nicht sechs - Millionen Juden der Verfolgung zum Opfer fielen. Augenzeugenberichte sind für ihn "sinnlos" und Zeitgeschichtler nur die "Anhänger einer Holocaust-Religion", die allen anderen "ein falsches Bild der Vergangenheit" aufdrängen wollen.
Dies und derlei mehr steht in seinem vor kurzem veröffentlichten Buch "Gefährliche Fragen". Das Werk des seltsamen Historikers wurde nur in wenigen hundert Exemplaren gedruckt und vor allen in Universitätsbuchhandlungen verkauft.
Offenbar notwendigerweise hat auch Polen ein Gesetz gegen die Leugnung des Holocaust. Ratajczak wurde seines Lehramts enthoben und steht jetzt vor Gericht. In der ersten Verhandlung machte er geltend, er habe lediglich die Meinungen anderer Historiker zusammengefaßt, und seine eigene Auffassung entspreche ihnen nicht. Andererseits sagte er aber auch einer Nachrichtenagentur: "Revisionen der Geschichte sind eine historische und soziale Tatsache. Ein Historiker darf davor nicht die Augen verschließen."
Wohl schon wieder ein Mißverstandener. Wie unser Walser.

Buchdiebstähle: ein Rätsel

Die vor sechs Monaten aus der Jagellonen-Bibliothek in Krakau gestohlenen Bücher bleiben - bis auf die wenigen, die inzwischen in Deutschland und Großbritannien wieder aufgetaucht sind - verschwunden. Es waren insgesamt achtundfünfzig ausgesucht wertvolle Manuskripte, darunter astronomische Werke von Kopernikus und Galileo Galilei.
Wie der Diebstahl durchgeführt wurde, ist noch immer unklar. Fest steht nur, daß jedes gestohlene Buch im Regal durch ein eine Atrappe ersetzt wurde. Die Bibliotheksleitung gibt sich entrüstet bei dem Gedanken, ihre eigenen Angestellten könnten "die Heiligkeit der Bibliothek verletzt haben" (andererseits verdienen sie nur zwischen vierhundert und fünfhundertfünfzig Mark pro Monat, wenig genug immerhin für einen Bestechungsversuch).
Eine amerikanische Sicherheitsfirma installiert jetzt ein neues Überwachungssystem - ein Jahr früher als geplant.

Antisemitisches Buch in Ungarn beschlagnahmt

"Die Protokolle der Weisen von Zion" wurden vor hundert Jahren von der zaristischen Geheimpolizei geschrieben, um damit den angeblichen, in Wahrheit völlig fiktiven Plan einer jüdische Weltherrschaft zu "denunzieren". In Ungarn wurde jetzt das antisemitische Machwerk in drei verschiedenen Ausgaben einen Herbst lang kommentarlos in den Buchhandlungen angeboten.
Bis die jüdischen Verbände im Land protestierten. Ende November wurden in Budapest und in zwei weiteren Städten insgesamt fünfzig Exemplare beschlagnahmt, nachdem der Oberste Staatsanwalt das Buch als "Anstiftung zum Rassenhaß" bezeichnet hatte.

Ihr Kommentar

 

Die Lüge hinter der Sonnenbrille

Die chilenische Journalistin und Ex-Bürgermeisterin von Santiago Maria Eugenia Oyarzun hat soeben ein Buch über den früheren Staatschef herausgebracht: "Augusto Pinochet - Dialog mit seiner Geschichte". Sie hat ihn auch auf das berühmte Foto mit der dunklen Sonnenbrille angesprochen, das kurz nach dem Sturz Allendes aufgenommen wurde und heute mit Vorliebe von Anti-Pinochet-Demonstranten verwendet wird.
"Das war meine Methode", sagte er ihr, "etwas zu sagen. Lügen verraten sich durch die Augen, und ich habe oft gelogen."
Also, irgendwie sind unsere Politiker doch besser. Keiner von ihnen trägt eine Sonnenbrille zum Statement.

Klassiker in New York

Von dem Überraschungserfolg der "Kartause von Parma" in New York war schon im vergangenen Monat die Rede.
Vor einigen Wochen trafen sich dreißig Stendhal-Freunde in einer Buchhandlung in Manhattan, als der Dichter und "Kartause"-Übersetzer Richard Howard zu einer Diskussion über den Roman eingeladen hatte. Fast (zu ihrem eigenen Bedauern leider nur fast) hätte dabei eine Teilnehmerin ihn nach Stendhals Einfluß aus Marcel Proust gefragt. Der Roman in der neuen Übersetzung hält sich immer noch in den oberen Plätzen des Bestsellerlisten, in der Nachbarschaft von Frank McCourt und Stephen King. Dreißigtausend Exemplare wurden bis Ende November verkauft, ganz ohne den Film zum Buch, ohne Werbung und Promotion- Kampagne.
Und das ist noch nicht alles an erfolgreicher Klassik. Die Neuübersetzung von Dantes "Inferno" durch den preisgekrönten Dichter Robert Pinsky fand in den letzten fünf Jahren hunderttausend Leser. Die "Ilias" und die "Odyssee", in der Übersetzung von Robert Fagles, Literaturprofessor in Princeton, verkauften sich jeweils mit zweihunderttausend Exemplaren.
Der Stendhal-Übersetzer Howard hat sich als nächste Arbeit schon Flauberts "Éducation sentimentale" vorgenommen.

Sherlock Holmes:
Boomende Memorabilia

Der Detektiv lebt. Jeden Monat treffen in seinem Londoner Haus in der Baker Street Nummer 221b etwa fünfzig Briefe ein (zu drei Vierteln aus den USA), und fast alle Absender bitten um Hilfe bei der Aufklärung eines persönlichen Falles. Die Firma, die inzwischen hier residiert, beantwortet jeden Brief abschlägig, aber liebenswürdig: Holmes würde gern helfen, aber er ist in Rente gegangen und kümmert sich auf Farm in Südostengland nur noch um seine Bienen.
Soeben hat der Detektiv endlich auch vor diesem Haus eine drei Meter hohe Statue erhalten, nachdem man ihm schon unzählige zwischen Edinburgh ind Tokyo errichtet hatte. Das Sherlock-Holmes-Museum hat sich ein Restaurant und einen zweiten Andenkenladen zugelegt und gibt jetzt auch eine Sherlock-Holmes-Kreditkarte heraus. Was im Souvernirshop verkauft wird, ist nicht nur Nippes (wie etwa die berühmte Jägermütze für zweihundert Mark), sondern auch Wertvolleres wie eine Erstausgabe des Romans "Der Hund von Baskerville" (zweihundertsechzigtausend Mark) oder ein Originalmanskript (etwas teurer, fast achthundertfünfzigtausend Mark).
Dabei hatte Arthur Conan Doyle von seinem Helden bald so genug, daß er ihn schon 1893 (in "The Final Problem") in den Reichenbach-Wasserfällen in der Schweiz ertrinken ließ - nur sechs Jahre nach seinem ersten Auftritt in "A Study in Scarlet".

Noch ein Rücktritt

Der Bestseller-Autor Jeffrey Archer ist nicht mehr der konservative Bürgermeisterkandidat für London. Man hat ihn auf einer Schwindelei erwischt.
Eine lächerliche Affäre eigentlich. Sie ist auch noch dreizehn Jahre alt. Damals wehrte er sich gegen den Vorwurf der Tageszeitung "Daily Star", er habe ein Verhältnis, halb Arbeitgeber-, halb sexuell, mit der Prostituierten Monica Coghlan. Das stimmte tatsächlich nicht ganz. Außerdem: Den Abend, um den es in der Klage ging, hatte Archer mit einer Freundin verbracht; um ihren Namen aus der Sache herauszuhalten, bat er seinen Freund Ted Francis, vor Gericht zu bezeugen, Archer sei den ganzen Abend bei ihm gewesen. So geschah es. Und jetzt ist Archer deswegen seine Kandidatur los (und den Posten als Stellvertretender Vorsitzender der britischen Konservativen auch).
Die Klage hat ihm damals 1,7 Millionen Mark an Schadensersatz eingebracht, dazu kamen noch mal hundertsiebzigtausend aus einer ähnlichen Klage gegen "News of the World"

So wird das nichts!

Zwei Literaturlexika sind jetzt auch auf CD erhältlich, und beide tun weder sich, noch dem Medium einen Gefallen.
"Kindlers Neues Literaturlexikon" kostet einen noch annehmbaren Preis von vierhundertachtundneunzig Mark (Systhem Verlag). Die böse Überraschung kommt danach: Das Ding installiert sich, der Bildschirm wird schwarz, Windows startet neu - und das wars dann. Nirgendwo findet sich eine Spur des installierten Lexikons (erst nach langer Suche entdeckt man, vielleicht, in einer gut versteckten Textdatei einen Hinweis, die Installation ein zweites Mal durchzuführen). Auf Reporternachfragen erklärte der Verlag, er wisse selber nicht genau, was da los sei. Hat es nicht wenigstens ein Lektor mal selbst installiert?
Rigoroser geht es bei dem "Kritischen Lexikon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur" zu (edition text+kritik, vierhundertsechzig Mark). Es hat eine eingebaute Zeitsperre, die sämtliche Daten der CD immer wieder, erstmals Ende Mai 2000, unlesbar macht. Dem ist nur dadurch zu entgehen, daß man dreimal im Jahr rechtzeitig das update kauft, für jedesmal achtunddreißig Mark. Erst wenn man dieses Abonnement kündigt, erhält der Leser einen weiteren Schlüssel, der die Daten wieder lesbar auf den Bildschirm bringt.
Ziemlich ruppig!

Däubler-Gmehlin begrüßt,

was denn auch sonst, die Entscheidung von amazon.com, die englische Übersetzung von Hitlers "Mein Kampf" nicht mehr nach Deutschland zu liefern. Die Justizministerin erhofft sich davon ein "positives Signal" auch an andere, keine rassistische und menschenverachtende Literatur mehr in dieses Land zu schicken.
Bei amazon.de, dem deutschen Ableger des Internet-Buchhändlers, war das Buch ohnehin nicht verfügbar. Bereits im August hatte Bertelsmann das Buch bei seinem Internet-Anbieter BOL zurückgezogen und gleichzeitig seinen Partner in den USA, barnesandnoble.com, gebeten, ebenso zu verfahren. Mary Ellen von barnesandnoble.com gab bekannt, die Anfrage werde zur Zeit noch geprüft.


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