Nr. 2. April 1998
 
Inhalt

Selbstanzeige

Leitartikel

Der Kommentar
von Florian Sattler 
Gastkolumne
Andreas Hopf 

Das Interview
mit Lionel von dem Knesebeck 

Leseproben:
Deutsche Landschaft
E-Mail-Roman
Bruder Ty

Liegen lassen

Net-Ticker 

Buchkunst
Lyrik: Corinna Thomas 
Fotogalerie Peuckert

Unzeitgemäß
Lese-Effekte

Die Adresse

Filme
Die Marginalie
von Marcus Jensen 

Leserbriefe
Impressum


 

Selbstanzeige 

Aus dringendem Anlaß hat der aktualisierte Net-Ticker diesmal die ungewöhnliche Form eines Leitartikels. 
Zum Inhalt: In aller Heimlichkeit bereitet die Bundesregierung ein Abkommen vor, dessen Auswirkungen abenteuerlich und unabsehbar sind. Dem äußeren Anschein nach geht es um den Schutz ausländischer Direktinvestitionen (weshalb bis jetzt lediglich die Wirtschaftspresse davon Laut gab, und das - bei der schlechten Informationslage - nur sporadisch). In Wahrheit aber betrifft das umfassende Abkommen geradezu alles (falls man nicht rechtzeitig den Finger hebt, sogar die nationale Verteidigung und die Ausgabe von Führerscheinen, beides "Monopole" im Vertragssinn) und jeden von uns (nicht nur Bücherleser und Autoren). Es ist höchste Zeit, daß der Text aus dem Verborgenen und den Wirtschaftsressorts der Presse herauskommt. Er braucht zwingend die öffentliche politische Diskussion. 
Der Leitartikel zeichnet die Entstehungsgeschichte des Vertrags nach und kritisiert die Geheimhaltung des Verfahrens. Sodann werden die Auswirkungen des Vertrags auf die Urheberrechte untersucht, seine zwei tragenden Prinzipien und die vernichtende Stellungnahme des Europäischen Parlaments dargestellt. Danach behandelt der Artikel die durch den Vertrag drohende Gefährdung demokratischer Politikfreiheiten
Die Recherchen zu dem Artikel waren durch die Osterferien erschwert. Die Gazette wird aber ihre Nachforschungen in den nächsten Wochen verstärken und in ihrer Mai-Nummer erneut zu dem Thema berichten. 

Der Herausgeber 



Leserbriefe

Zu: Augusta Förster, Abendland Reply (in Die Gazette 1, März 1998) 

Ein paar schöne Bilder sind der Autorin gelungen, etwas Ganzes ist nicht draus geworden. Ich kriege es jedenfalls nicht zusammengesetzt, auch nicht mit der peinlichen Hilfe der Selbstinterpretation. Im Gegenteil: Die von dichterischer Freiheit - eine auch hier überstrapazierte Lizenz - gedeckten Willkürlichkeiten im Gedicht geraten in schiefes Licht, wenn im Begleittext elementare Regeln verletzt werden: »der Rhythmus wird bestimmt und eigene Gefühle... erstastet« - werden ertastet, bitteschön. Ob dann auch die »Fäßer« nur orthographisch daneben sind oder tatsächlich der ä-Dehnung wegen mit ß geschrieben werden? Gleichviel: Einige Bilder sind schön, und so habe ich doch etwas, ja auch etwas Poetisches von den Zeilen gehabt. Das Foto freilich, das angeblich den Impuls für die Zeilen geliefert hat, wird nicht einmal in Konturen sichtbar. Und die Überschrift gehört in die selbe peinliche Schublade wie die »energetischen Eckpfeiler«. 
Sorry, aber so empfinde ich das, und das muß doch ebenso erlaubt sein wie die Veröffentlichung der in Rede stehenden Verse. 
Trotzdem: Mehr bitte. 
Friedemann Bedürftig, Hamburg-Rissen 
 

Liebe Redaktion, 
nachdem mein Deutschlehrer gemeint hat diese Web-Seite sei "cool", habe ich sie mir gleich zu Gemüte geführt. Ich bin zwar durch die "Selbstanzeige" leicht verwirrt, finde dafür aber das Zitat von Groucho Marx so gut, dass ich mich frage, ob es nicht möglich wäre, eine Rubrik Zitate in das Magazin aufzunehmen (Zitat: weniger als 30 Wörter). Denn ihr scheint ein Gespür für gute Zitate zu haben. Schade finde ich, dass der Kommentar von Augusta Förster zu ihrem Werk "Abendland reply" kaum Möglichkeiten für Eigeninterpretationen offenläßt. Für mich ist das wie ein Kreuzwort-Rätsel in dem die Lösung schon eingetragen ist. Das Gedicht wirkt für sich; einzig ein kurzer "Lebenslauf" der Autorin (und evtl. die Entstehungsgeschichte des Textes)  sind von Interesse.Die besten Gedichte sind die über die man noch monatelang nachdenken muß. 
Cornelius Menig (K12) 

Schreiben Sie uns doch auch mal



Impressum

Herausgeber: Fritz R. Glunk, Irschenhauserstraße 2, D-81379 München 
Glunk@Gazette.de 
Redaktion: Bernd Eichhorn, Eva Herold, Mariela Sartorius 

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