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Texte,
die wir nicht verstehen
Unzeitgemäß
Die
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Peinlichkeiten
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Selbstanzeige
Das Glanzstück
dieser Nummer ist ganz klar Wagenbachs Rede
zum fünfundreißigsten Geburtstag seines "Verlags
für wilde Leser", auch wenn der häufige Applaus und
alle Lacher des Publikums der schöneren Lesbarkeit halber in der
Transskription des Exklusiv-Mitschnitts weggelassen wurden.
Lesenswert auch das Prosastück von
Matthias Falke, in dem ein Autor aus einer Katastrophe Ruhm und
Ansehen schlägt.
Sodann: die Ausstellungen der Library of Congress. In diesen Tagen zeigt
sie die Kostbarkeiten der Sächsischen
Staatsbibliothek, darunter die von Dürer bebilderte Passio
von 1511.
Ein zweiter Adressen-Hinweis ist vorerst nur für Französischsprechende
gedacht, "Le Monde interactif". Die
wichtigste Tageszeitung des alten Kontinents hat eine Website, die vor
allem durch ihr überraschend (aber wie lange noch?) zugängliches
Archiv beeindruckt. Ihre Ausbaupläne sind atemberaubend. Und die
Site funktioniert - anders als die online gegangene Encyclopedia
Britannica.
Diesen und die beiden nächsten Monate wird die Marginalie von zwei
Autoren gehalten, Daniel Hermsdorf und Benjamin
Heßler, die einen abenteuerlichen Schnellgang durch
zweitausend Jahre europäische Geschichte vorlegen: schräg,
respektlos und weiterbildend.
Und schließlich: Wollen Sie sehen, wie sich Trittin
am Computer anstellt?
Bescheiden, aber mit Nachdruck müssen wir hier aber auch auf die
erfreuliche zweite Auflage eines Buches unseres Redakteurs Frank T.
Zumbach hinweisen: E. A. Poe. Eine Biographie, Artemis &
Winkler, Düsseldorf/Zürich 1999. Die "Neue Zürcher
Zeitung" schrieb dazu: "Zumbachs ebenso sorgfältig wie
fesselnd geschriebene Studie ... verlebendigt einen bedeutenden Schriftsteller,
indem sie uns seine Zeit und Umwelt vor Augen führt, aber auch
die Deformationen nicht verschweigt, die Entstellungen nicht beschönigt,
die Poes An- und Einpassung verhinderten. ... Es ist zu hoffen, dass
sich unsere Sinne auch wieder für etwas noch Befremdlicheres schärfen
weren: die Poesie des Untergangs. Poe hat sie wie sein deutscher Zeitgenosse
Nikolaus Lenau unermüdlich zelebriert, und beide haben sie gelebt.
Ein Leben in zwei Worten: vollendes Scheitern. Die Biographie Zumbachs
buchstabiert sie auf vorbildliche Weise durch."
Wie unerschrocken der Autor dafür recherchiert hat, lesen
Sie in der Fundsache.
Der Herausgeber
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Das
Zitat für Leser
Paul Muldoon: "Mich interessiert nicht die Absicht
des Dichters, mich interessiert nur die Absicht des Gedichts."
Charles Simic: "Ich stimme zu. Gott, in seiner unendlichen Gnade,
hat die Gedichte schlauer gemacht als die Dichter."
(Harper's Magazine, 9/1999)
Themen
Klaus Wagenbach: "Dann
waren die Genossen in den Institutionen, wo sie immer hinwollten, und
hörten schlagartig auf zu lesen."
Peter Sloterdijk:
"Meine Rede hat in Deutschland eingeschlagen wie der Blitz."
J. Leinemann: "Joschka
Fischer ist dieser Kierkegaard-Typ, der sagt, das Leben wird nach vorn
gelebt und nach hinten verstanden."
Thomas Mann an Günter
Grass: "Es herrscht eine gewisse Verwobenheit zwischen beiden
Welten, der Ihren und der meinen."
Sigrid Löffler
entdeckt eine "neue Gattung, die auf rein literarische Qualitätskriterien
pfeift."
Lichtenberg über
die "transcendente Ventriloquenz des Schwärmers": "Hat
er nicht zu deiner weltlichen Logick geschworen, so stoße ihn
bis zur nähern Untersuchung aus dem Haus."
Andreas Hopf: "Gibt
es echte Rührung in der falschen?"
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