Nr. 19,  November 1999
 


 

Inhalt

Der Kommentar
Gastkolumne

Leseproben
Das Interview
Net-Ticker

Buchkunst
Lyrik
Kurzprosa
Fotogalerie
Die Marginalie

Lese-Effekte
Fundsache
Texte, die wir nicht verstehen
Unzeitgemäß
Die Adresse
Peinlichkeiten

Am Kiosk

Leserbriefe
Archiv
Impressum

Selbstanzeige

Das Glanzstück dieser Nummer ist ganz klar Wagenbachs Rede zum fünfundreißigsten Geburtstag seines "Verlags für wilde Leser", auch wenn der häufige Applaus und alle Lacher des Publikums der schöneren Lesbarkeit halber in der Transskription des Exklusiv-Mitschnitts weggelassen wurden.
Lesenswert auch das Prosastück von Matthias Falke, in dem ein Autor aus einer Katastrophe Ruhm
und Ansehen schlägt.
Sodann: die Ausstellungen der Library of Congress. In diesen Tagen zeigt sie die Kostbarkeiten der Sächsischen Staatsbibliothek, darunter die von Dürer bebilderte Passio von 1511.
Ein zweiter Adressen-Hinweis ist vorerst nur für Französischsprechende gedacht, "Le Monde interactif". Die wichtigste Tageszeitung des alten Kontinents hat eine Website, die vor allem durch ihr überraschend (aber wie lange noch?) zugängliches Archiv beeindruckt. Ihre Ausbaupläne sind atemberaubend. Und die Site funktioniert - anders als die online gegangene Encyclopedia Britannica.
Diesen und die beiden nächsten Monate wird die Marginalie von zwei Autoren gehalten, Daniel Hermsdorf und Benjamin Heßler, die einen abenteuerlichen Schnellgang durch zweitausend Jahre europäische Geschichte vorlegen: schräg, respektlos und weiterbildend.
Und schließlich: Wollen Sie sehen, wie sich Trittin am Computer anstellt?


Bescheiden, aber mit Nachdruck müssen wir hier aber auch auf die erfreuliche zweite Auflage eines Buches unseres Redakteurs Frank T. Zumbach hinweisen: E. A. Poe. Eine Biographie, Artemis & Winkler, Düsseldorf/Zürich 1999. Die "Neue Zürcher Zeitung" schrieb dazu: "Zumbachs ebenso sorgfältig wie fesselnd geschriebene Studie ... verlebendigt einen bedeutenden Schriftsteller, indem sie uns seine Zeit und Umwelt vor Augen führt, aber auch die Deformationen nicht verschweigt, die Entstellungen nicht beschönigt, die Poes An- und Einpassung verhinderten. ... Es ist zu hoffen, dass sich unsere Sinne auch wieder für etwas noch Befremdlicheres schärfen weren: die Poesie des Untergangs. Poe hat sie wie sein deutscher Zeitgenosse Nikolaus Lenau unermüdlich zelebriert, und beide haben sie gelebt. Ein Leben in zwei Worten: vollendes Scheitern. Die Biographie Zumbachs buchstabiert sie auf vorbildliche Weise durch."
Wie unerschrocken der Autor dafür recherchiert hat, lesen Sie in der Fundsache.

Der Herausgeber

Das Zitat für Leser

Paul Muldoon: "Mich interessiert nicht die Absicht des Dichters, mich interessiert nur die Absicht des Gedichts."
Charles Simic: "Ich stimme zu. Gott, in seiner unendlichen Gnade, hat die Gedichte schlauer gemacht als die Dichter."
(Harper's Magazine, 9/1999)

 

Themen

Klaus Wagenbach: "Dann waren die Genossen in den Institutionen, wo sie immer hinwollten, und hörten schlagartig auf zu lesen."

Peter Sloterdijk: "Meine Rede hat in Deutschland eingeschlagen wie der Blitz."

J. Leinemann: "Joschka Fischer ist dieser Kierkegaard-Typ, der sagt, das Leben wird nach vorn gelebt und nach hinten verstanden."

Thomas Mann an Günter Grass: "Es herrscht eine gewisse Verwobenheit zwischen beiden
Welten, der Ihren und der meinen."

Sigrid Löffler entdeckt eine "neue Gattung, die auf rein literarische Qualitätskriterien
pfeift."


Lichtenberg über die "transcendente Ventriloquenz des Schwärmers": "Hat er nicht zu deiner weltlichen Logick geschworen, so stoße ihn bis zur nähern Untersuchung aus dem Haus."

Andreas Hopf: "Gibt es echte Rührung in der falschen?"


 
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 Leserbriefe
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zur Kolumne "Wohin treibt DIE ZEIT?"
Also was Schattinger (was für ein mutloses Pseudonym!) sich da gegen DIE ZEIT ausgedacht hat, ist vor allem eins: halbherzig. Meint er es nun gut mit der Beilage oder hat er sie zum Abschuß freigegeben? Oder meint er es nur gut mit der ZEIT und nicht so gut mit der Beilage? Warum schmeißt er sie - ich meine das LEBEN - nicht einfach weg? Klar ist die Beilage ziemlich - wenn nicht rettungslos - mißlungen. Aber halt trendy. Was soll die gebremste Kritik daran?
Karin Gensler, Linz

Zu Goldners "Dalai Lama":
Typisch, daß Sie jetzt die gar nicht eingetretene Aufregung über den Verriß Goldners mit einer unbelegten, wenn nicht glatt erfundenen "Morddrohung" gegen den Autor neu schüren möchten. Es wird Ihnen nicht gelingen. Die Autorität des Dalai Lama ist über solche Anwürfe wie "den Fall eines Gottkönigs" erhaben - und daran gewöhnt. Solche Angriffe einfach zu ignorieren ist allemal effektiver als jede Drohung.
Claudia Bennecke, Kirchheim unter Teck

Eine Anregung zu Leserbriefen:
Warum machen Sie es nicht wie jede gut eingerichtete Homepage und bringen direkt unter den wichtigsten Artikeln einen Mail-Link an? So, wie es jetzt ist, müßte man sich bei Ihnen zuerst durch die alten Leserbriefe durchgewühlt haben, sich dann den einsamen Link dort merken und nach jedem Artikel dahin zurückkehren. Mich wundert, daß Sie überhaupt Leserbriefe kriegen.
Michael Benkert, Basel
(Danke. Ist geschehen.)

Zu "Peinlichkeiten":
Tut mir leid, aber das Allerpeinlichste an der ZDF-Reklame haben sie nicht mal bemerkt. Daß nämlich von diesen Leuten jede und jeder über 49 schon als "Alte" und "Alter" bezeichnet wird.
Olaf Rubick, Malta


 
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Die Gazette
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