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Ulrike Schuster
Am Ende der Anfang
(Das Anhören der Wellen)
I
Eine Woge, auf und ab.
Wachen, hinab dann, die Träume.
Es wird Tag, es zieht in die Nacht.
Endlich ein Schiff durch beide Bereiche:
Sprache, Bilder und Wort, Klang und
Zeichen lauten den Traum.
Und dämmern auf zum Tag. Rhythmus
Die Mondlast der Meere. Gezeiten und
Gegenströmung, die Schiffe, zeichnen im Sand.
Reißen auf - reißen
Fort - in die Tiefe - reißen
Mit ihr von dort jetzt das Land.
II
Nachdem du an Land gespült worden warst,
lerntest du ein neues Atmen und vergaßt, daß dir einmal
Kiemen gewachsen waren.
An Land gespült taucht es dich ins Meer zurück, und
es ist die Sprache.
Sprache gehört mir nicht. Sprache kann ich
nicht besitzen.
Die Lust, die es dir schenkt, wenn du spürst,
wie es dich trägt, indem du mit geschickter Bewegung das
Meer für dich zu nutzen weißt.
Sprache füllt nicht nur den Mund. Sie umströmt
dich, sie ist Teil meines Leibs. Wie das Meer, das mich als die
salzigen Flüssigkeiten des Körpers durchpulst.
Deine amphibe Natur, deine Herlunft - dem Meer
entstiegen hebt und senkt sich dein Brustkorb im Rhythmus des
Atems, hebt und senkt sich von Wort zu Wort: Du verstehst nicht.
Nichts wissen. Ja. Und versuchen zu verstehen,
zu enträtseln. Steht da etwas geschrieben?
Unbestreitbar, daß da etwas ist: Ja.
Der Schläfer in seinem Traum, wie er ihn
atmet. Um ihn alles. In ihm. Dem Rhythmus überlassen wird
Weite, darin Möglichkeit für - für etwas wie Melodie?
Du horchst. Was da ist, wandelt sich in Zeichen.
Du versuchst zu verstehen, du horchst nach - einen Augenblick
lang ist alles deutlich. Es ist wahr.
Ihr
Kommentar
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