Nr. 18, Oktober 1999
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  Der Augenblick, der über ein Leben entschied

Die Abbildung (im "Pantheon der Deutschen" 1796) hält den Lese-Moment symbolisch fest: Leibniz nachdenklich unter einem Baum an einer Quelle hat zwei Bücher vor sich liegen - die Philosophie der "Alten" und die neuere Naturwissenschaft. In einem Brief an Rémond de Monmort erklärt er die Szene:
 

Als ich noch ein Kind war, lernte ich den Aristoteles, und selbst die Scholastiker schreckten mich nicht zurück; und das thut mir noch bis heute auf diese Stunde nicht leid. Indeß fand ich auch an Plato und Plotin einiges Behagen, so wie an anderen Alten, die ich zu Rathe zog. In der Folge, als ich aus den Trivialschulen entlassen war, fiel ich über die Neuern her, und ich erinnere mich, daß ich in einem Lustwäldchen bei Leipzig, das Rosenthal genannt, allein spatzieren ging, um zu überlegen, ob ich die substanziellen Formen beibehalten sollte. Der Mechanismus siegte endlich, und brachte mich dahin, daß ich mich auf die Mathematik legte.


 
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