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Der Augenblick, der über
ein Leben entschied
Die Abbildung (im "Pantheon der Deutschen" 1796) hält
den Lese-Moment symbolisch fest: Leibniz nachdenklich unter einem Baum
an einer Quelle hat zwei Bücher vor sich liegen - die Philosophie
der "Alten" und die neuere Naturwissenschaft. In einem Brief an Rémond
de Monmort erklärt er die Szene:
Als ich noch ein Kind war, lernte ich den Aristoteles, und selbst die
Scholastiker schreckten mich nicht zurück; und das thut mir noch bis
heute auf diese Stunde nicht leid. Indeß fand ich auch an Plato und
Plotin einiges Behagen, so wie an anderen Alten, die ich zu Rathe zog.
In der Folge, als ich aus den Trivialschulen entlassen war, fiel ich über
die Neuern her, und ich erinnere mich, daß ich in einem Lustwäldchen
bei Leipzig, das Rosenthal genannt, allein spatzieren ging, um zu überlegen,
ob ich die substanziellen Formen beibehalten sollte. Der Mechanismus siegte
endlich, und brachte mich dahin, daß ich mich auf die Mathematik
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