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Ali Babas Wörter-Höhle
Sicher stand jeder - also gut: fast jeder oder wenigstens der
eine oder andere Übersetzer - schon einmal vor dem Problem, was das
Wort "stiff" in der Frage" Did you get it stiff or hard?" bedeutet, und
seine verläßlichsten Wörterbücher schweigen ihm nur
stumm entgegen. Das OED ist gerade nicht zur Hand, die Internetsuche führt
ihn allenfalls zu Was tun? Erstens: ruhig bleiben. Zweitens: Im "Dictionary of Phrase and Fable" von E. Cobham Brewer von 1894 nachschlagen. Es steht hier jedem Suchenden zur Verfügung. Die Gast-Website mit dem vielversprechenden Namen "Bibliomania" ist sichtbar noch im Aufbau. Die bisher aufgenommene Werke, Primär- und Sekundärliteratur, sind noch von geringer Zahl, die Auswahl schier zufällig (darunter etwa Clausewitz, "Vom Kriege" oder Freuds "Traumdeutung", natürlich englische Versionen, sowie - wörtlich - "Shakespeare - (In)complete Works"). Aber diese Mängel verfliegen wie dünner Nebel vor dem Glanz,
den Brewers Wörterbuch ausstrahlt. Es ist ein linguistischer Basar,
eine Schatzhöhle der Redensarten, ein sprachlicher Lustgarten. Ein
höchst einladender Spazierweg durch die entlegene Wörterwelt
des 19. Jahrhunderts.
Speziell Redensarten sind in paradiesischer Fülle erklärt.
Mitunter wird man sogar bei fiktiven Namen fündig, etwa bei "Quixada, Guiterre", einer Figur aus "Don Quixote". Und das "stiff" aus der Eingangsfrage? Es heißt nichts anderes als "in Form eines Schuldscheins" (wobei dann "hard" neudeutsch natürlich "in Cash" heißt, und "stiff" bezieht sich auf die harten Zinsen, die für die Stundung verlangt wurden). Fazit: Mit besten Gewissen als letzte Zuflucht allen zu empfehlen, die sich intensiv mit englischen Texten bis 1900 beschäftigen (müssen). Aber auch allen bloß neugierigen Spaziergängern. |
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