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Über das sogenannte "Hinaustreten
aus dem Ich-Raum in den Volksraum":
So schreibt Jürgen N i e r e n t z: "Junge Dichtung: Aufblick
bedeutet dieses Wort und Hoffnung und Sinnbild des Werdenden, das vor dem
müder Werdenden gläubig sich entfaltet. Nicht Reife bedeutet
es, sondern das Reifende. Nicht Vollendung bedeutet es, sondern Mühe
und Bemühung. Nicht Weisheit bedeutet es, sondern Drang und Kampf
und junges Bluten. Nicht sich außer die Zeit zu stellen und die Mühsal
des Herzens zu besiegen ist die Aufgabe der entflammten Künder in
aufbrechenden Epochen, sondern Kamerad und Deuter zu sein. ... Nicht Kreise
und Gemeinden gilt es zu organisieren, sondern eine Kameradschaft zu werden,
die sich eins weiß im Ziel. Über Lorbeerkränzen und dem
Zuspruch der Verstaubten steht das Leuchten eines einzigen jungen Gesichts,
steht der stumme Dank des einfachen Arbeiters, Bauern und Soldaten, der
das Gesetz seines Handelns verklärt sieht im Herzblut des Gesanges.
Denn das ist die Aufgabe junger Dichtung, die ihre Sendung begriff: Männlicher
Klang zu sein, reiner Klang zu sein, Klang guter Kameradschaft zu sein
in der aufbrechenden Zeit der Sänge und Gesetze." Und bei Gerhard
S c h u m a n n lesen wir: "Die Aufgabe unserer Zeit sehen wir darin,
eine heroische Kunst zu schaffen, die der heroischen Weltauffassung und
Lebenshaltung der deutschen Bewegung entspricht und sie in großen
Gesichten gestaltet, und gleichzeitig diese heroische Bewegung mit ihrem
dröhnenden Schritt der Millionen durch die Kräfte des Herzens
und der Seele zu verinnerlichen. In einer solchen heroischen Kunst, die
nicht erstarrt in Fassade und Gebärden, sondern durchseelt ist von
tiefem, lebendigem Leben, sehen wir die heraufwachsende Gestaltwerdung
unserer Zeit."
in: Dr. Hellmuth Langenbucher, Volkhafte Dichtung der
Zeit, Berlin 1941, Seite 34f |