Nr. 16,  August 1999
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 Portrait: Goethe
 Berühmte Tiere 
 Pierre Gripari

 

 

Wer in aller Welt ist oder war "Bubbles"?

Sie leben hoch - die beiden Macher des neuen Lexikons der berühmten Tiere, möchte man ausrufen. Und Elke Heidenreich ergänzt hierzu: »Das schönste Lexikon, das ich je gesehen habe!«. Sie zweifeln? Zuviel der Ehre für so ein Buch, noch dazu, da es ein simples Lexikon ist? - Dann sollten Sie einige Blicke hineinwerfen. Sie werden darin mehr als reichliche Informationen finden zu bekannten Tieren aus Film, Geschichte, Märchen und Literatur. Wohl jeder kennt Flipper oder Lassie, Miss Piggy oder den Bärenmarken-Bär. Aber wie war das nochmal mit diesem "Spatz vom Wallraffplatz" ?

Da sehen Sie es. Da war eben doch was. So etwa vor 30 Jahren nämlich wurden diese 21 TV- Folgen mit dem gleichnamigen Serienhelden, nach einem Konzept von Gert K. Müntefering und Armin Maiwald (bekannt von "Die Sendung mit der Maus") entworfen und gespielt. Dieser Spatz erkundet, als Sperlingsmarionette, in kleinen Geschichten spielerisch seine grosse Stadt, zufällig Köln. Noch Fragen? Keine!

Nun, von Alf, über den Yogi Bär bis hin zu Wawa, dem muschelbesitzenden Waran, bekannt aus den Urmel-Sendungen der Augsburger Puppenkiste, den Zentauren oder dem Zerberus der griechischen Mytholgie entdeckt der Leser von Seite zu Seite immer wieder alte, aber eigentlich doch neue Enthüllungen über seine Stichwörter-Tiere.

Die beiden Herausgeber haben für den Piper-Verlag wirklich hervorragende Recherchearbeit geleistet. Man findet darin sogar "Bubbles"; für alle, die ihn nicht kennen: das ist bzw. war Michael Jacksons "Schmuseaffe" oder emotionsloser: sein Schimpanse, der 1989 von einem Jeep überfahren wurde. 

Dieses Buch ist ein Lexikon, welches einerseits informiert, andererseits jedoch in manchmal längst vergangene TV- und Literaturwelten entführt, mit denen jeder von uns großgeworden ist, oder meinetwegen sage ich auch heutzutage gerade noch groß wird.

Darum sollte dieses wirklich mehr als unterhaltsame Werk unbedingt mit in den Bücherschrank. Solche "Schmöker" sind heutzutage lebensnotwendig, um nicht nur Kindern, sondern auch den lustlos gewordenen Lesekundigen, immer wieder aufs neue, das Lesen, nein, das Wissen durch beispielsweise derartigem Lesestoff schmackhaft zu machen. 

Aber Sie sind noch immer nicht überzeugt? - Nun, dann vielleicht bei diesen Stichwörtern: Abraxas. Bismarckhering. Bremer Stadtmusikanten. Das Camel-Camel. Der Erdal-Frosch.
Fipps, der Affe. Fafnir, der Drache. Herr Nilsson oder Pu, dar Bär, und und und ...

Man könnte denken, dieser Band enthält wirklich fast alle Tiere der gesamten Welt. 
Aber ganz egal ob man FachWissen benötigt oder nur einfach mal abenteuerlich kleine Unterhaltungsgeschichten erfahren und durchlesen möchte. Jeder wird dieses Lexikon länger als fünf Minuten in Händen halten. Dafür schließe ich gerne jede Wette ab. 

Doch falls ich mich täuschen sollte, und Sie lieber Leser, mit diesem gedruckten Wälzer so überhaupt nichts Rechtes anfangen können. Bitte, bitte, teilen Sie es mir doch mit! - Denn
einen derartigen Standpunkt könnte ich mir vielleicht gerade noch so mit einer rigiden Weltabgewandheit erklären!

Nun, für alle anderen Mitleser, kann ich nur wärmsten Herzens und besten Gewissens empfehlen: Kaufen. Lesen. Ins Regal stellen, und: immer wieder rausholen. Lesen. Vorlesen 
und / oder: Weiterempfehlen !

Josef Mahlmeister

Karen Duve und Thies Völker (Hrsg.)
Lexikon der berühmten Tiere
Neu erschienen in der Serie Piper 2648, München, August 1999
750 Seiten, 12 x 19 Zentimeter
DM 19.90, öS 145, sFr 19,--

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