Die
Gazette Nr. 14, Mai/Juni 1999:
Die Peinlichkeiten des Monats
Ali Khan, Moderator bei TV-München, über seine Sendung:
"Mag sein, daß es Scheiße ist. Aber es ist aus meinem tiefsten
Innersten."
Verstanden: Wes das Herz voll Scheiße ist, dem geht der Mund
über.
Dieter E. Zimmer über alte Computer-Alphabete:
"Wo waren die deutschen Umlaute, die französischen Akzentzeichen,
das spanische ñ, das dänische å, das isländische
?"
Ja, wo ist es denn nur, das isländische " "? Wenn nicht mal der
Satzcomputer der ZEIT es hat?
"5 Tips für bessere Ergebnisse" mit Übersetzungssoftware,
aus PC-Praxis 6/99:
"Durch geschickte Satzstellung und Beobachtung einiger Regeln können
Sie den Programmen die Erkennung der jeweiligen Satzbedeutung wesentlich
erleichtern.
1. Bilden Sie möglichst kurze, einfache Sätze, und beachten
Sie dabei die strikte Reihenfolge Subjekt, Prädikat, Objekt. ‘Der
Mann geht zum Auto.' Das ist eine Satzkonstruktion, die auch im Englischen
üblich ist.
2. Vermeiden Sie die Einbettung von Teilsätzen. Ungünstig
ist etwa eine solche Konstruktion: ‘Den Mann, den ich gestern auf der Straße
traf, kenne ich.' Einfacher für das Übersetzungsprogramm wäre
es so: ‘Den Mann kenne ich. Ich traf ihn gestern auf der Straße.'
3. Weit auseinanderliegende Satzteile, die eigentlich zusammengehören,
erschweren ebenfalls die Übersetzung. Fehleranfällig sond Konstruktionen
wie ‘Komm, wenn Du fertig bist, doch mal her'; leichter zu übersetzen
wäre ‘Komm doch mal her, wenn Du fertig bist'.
4. Vermeiden Sie die Zusammensetzung von Wörtern, deren Sinn auch
bei getrennter Worwahl zu erkennen ist. ‘Der Kirchenchorleiter' ist schwerr
zu übersetzen als ‘Der Leiter des Kirchenchores'.
5. Versuchen Sie, möglichst hochsprachlich zu formulieren; mieden
Sie umgangssprachliche Ausdrücke ebenso wie regionale Wendungen."
Blöde Frage: Wäre es da nicht einfacher, von vornherein auf
Englisch zu schreiben?
Roger de Weck zur neuen Beilage der ZEIT:
"Zum ersten Mal erscheint der neue Teil ‘Leben'. Er ist, wie der Name
besagt, farbig. Schön und auch schön schwierig ist das Leben.
Zum Beispiel unsere Titelgeschichte ..."
Farbig? Das Leben schon, aber nicht der ZEIT-Teil "Leben" (der ist
höchstens so bunt wie eine BILD-Illustrierte). Da hat der Herausgeber,
dem durchsichtigen Wortspiel zuliebe, einfach das Wort von seinem Gänsefüßchen
entblättert. Künftig besser aufpassen, Roger!
Die SZ über den Krieg im Kosovo am 30. März:
"Serben erschießen fünf Albaner-Führer."
Woraufhin eine gleich fünffache Auferstehung stattfand: Die Toten
waren wenige Tage darauf wieder unter den Lebenden.
Und dann noch diese eigene Peinlichkeit in der letzten Gazette:
Peter Handke: "Sie können sich Ihre Leichen in den Arsch stecken."
(laut SPIEGEL)
Ziemlich unangenehm, daß Handke nur "Ihre Betroffenheit" dorthin
zu stecken empfahl (laut "konkret").