Die Gazette Nr. 14, Mai/Juni 1999:

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Filmlexikon mit nur kleinen Fehlern

Für alle, die sich schon immer gefragt haben, woher die Kino-Journalisten ihr stupendes Film- Wissen haben, hier die Antwort: aus der Internet Movie Data Base (IMDB für Insider). 
Die IMDB ist wohl das größte zur Zeit verfügbare Filmlexikon im Internet. Es verzeichnet über einhundertsiebzigtausend Filme und dazu fast zweieinhalb Millionen Einträge. Und das Schönste daran: Die Benützung ist kinderleicht und kostenlos. 
Seit kurzem hat sich die IMDB ein neues Design gegeben und präsentiert sich nun auch mit etwas wie einer deutschsprachigen Version (was nebenbei eine ausgesucht häßliche Navigationsleiste zum Ergebnis hatte). Die Rubrikenüberschriften und ähnliche Angaben sind dabei in deutscher Sprache zu lesen, nicht jedoch anderes und Wesentlicheres, zum Beispiel die Inhaltsangaben zu den einzelnen Filmen. Natürlich versteht auch die Suchmaschine deutsch, aber auf sie kann man sich bei deutschen Titeln nun wirklich nicht verlassen: Sie findet bei "verweht" vielleicht einen obskuren Film "Vom Schicksal verweht" von 1942, nicht aber den eigentlich gemeinten. Aber solche Pannen widerfahren dem Suchenden nur bei den nicht-englischen Titeln. 
Bei allem anderen ist die Suchmaschine unübertrefflich. Nach der Eingabe von "Eastwood" bietet sie zur genaueren Auswahl sieben Schauspieler mit diesem Namen, sechs Schauspielerinnen, einen Komponisten, zwei Regisseure, drei Drehbuchautoren, drei Produzenten und noch ein paar andere Mitarbeiterkategorien samt Namen (wobei Clint natürlich einmal als Schauspieler und einmal als Regisseur auftreten kann). Zu Clint Eastwood listet sie dann alle sechsundsechzig Filme mit dem Schauspieler auf, alle dreiundzwanzig mit dem Regisseur, alle siebzehn des Produzenten und einen Film ("Für eine Handvoll Dollar") des Drehbuchautors Clint Eastwood auf (der im Vorspann dabei ungenannt blieb). Jeder Titel ist selbstverständlich anklickbar, was zu den weitergehenden Informationen hinführt. Die umfassen dann nicht bloß das Produktionsjahr, die Besetzung, den Inhalt und Kritiken, sondern sehr oft auch Dialogzitate, Details aus der Produktion (daß etwa Natalie Portman im neuen "Star Wars I" fast ihren gesamten Text nach dem Ende der Aufnahmen, weil George Lucas fand, ihre Stimme habe sich während der Arbeit verändert) und im Film stehengebliebene Pannen oder falsche Anschlüsse. Außerdem gibt es ein Schwarzes Brett, einen chatroom, das heißt - seltsamerweise - zwei, nach Geschlechtern getrennt. Und wer will, kann der IMDB sogar seinen eigenen Filmkommentar mailen. 
Um einen Begriff von der Gründlichkeit dieses Nachschlagewerks zu geben: Es verfolgt zur Dokumentation der Filmprämierungen regelmäßig insgesamt vierhundertsieben Preisverleihungen von Los Angeles über Heidelberg und Karlovy Vary bis Pusan.