| Filmlexikon mit nur kleinen Fehlern
Für alle, die sich schon immer gefragt haben, woher die Kino-Journalisten
ihr stupendes Film- Wissen haben, hier die Antwort: aus der Internet
Movie Data Base (IMDB für Insider).
Die IMDB ist wohl das größte zur Zeit verfügbare Filmlexikon
im Internet. Es verzeichnet über einhundertsiebzigtausend Filme und
dazu fast zweieinhalb Millionen Einträge. Und das Schönste daran:
Die Benützung ist kinderleicht und kostenlos.
Seit kurzem hat sich die IMDB ein neues Design gegeben und präsentiert
sich nun auch mit etwas wie einer deutschsprachigen Version (was nebenbei
eine ausgesucht häßliche Navigationsleiste zum Ergebnis hatte).
Die Rubrikenüberschriften und ähnliche Angaben sind dabei in
deutscher Sprache zu lesen, nicht jedoch anderes und Wesentlicheres, zum
Beispiel die Inhaltsangaben zu den einzelnen Filmen. Natürlich versteht
auch die Suchmaschine deutsch, aber auf sie kann man sich bei deutschen
Titeln nun wirklich nicht verlassen: Sie findet bei "verweht" vielleicht
einen obskuren Film "Vom Schicksal verweht" von 1942, nicht aber den eigentlich
gemeinten. Aber solche Pannen widerfahren dem Suchenden nur bei den nicht-englischen
Titeln.
Bei allem anderen ist die Suchmaschine unübertrefflich. Nach der
Eingabe von "Eastwood" bietet sie zur genaueren Auswahl sieben Schauspieler
mit diesem Namen, sechs Schauspielerinnen, einen Komponisten, zwei Regisseure,
drei Drehbuchautoren, drei Produzenten und noch ein paar andere Mitarbeiterkategorien
samt Namen (wobei Clint natürlich einmal als Schauspieler und einmal
als Regisseur auftreten kann). Zu Clint Eastwood listet sie dann alle sechsundsechzig
Filme mit dem Schauspieler auf, alle dreiundzwanzig mit dem Regisseur,
alle siebzehn des Produzenten und einen Film ("Für eine Handvoll Dollar")
des Drehbuchautors Clint Eastwood auf (der im Vorspann dabei ungenannt
blieb). Jeder Titel ist selbstverständlich anklickbar, was zu den
weitergehenden Informationen hinführt. Die umfassen dann nicht bloß
das Produktionsjahr, die Besetzung, den Inhalt und Kritiken, sondern sehr
oft auch Dialogzitate, Details aus der Produktion (daß etwa Natalie
Portman im neuen "Star Wars I" fast ihren gesamten Text nach dem Ende der
Aufnahmen, weil George Lucas fand, ihre Stimme habe sich während der
Arbeit verändert) und im Film stehengebliebene Pannen oder falsche
Anschlüsse. Außerdem gibt es ein Schwarzes Brett, einen chatroom,
das heißt - seltsamerweise - zwei, nach Geschlechtern getrennt. Und
wer will, kann der IMDB sogar seinen eigenen Filmkommentar mailen.
Um einen Begriff von der Gründlichkeit dieses Nachschlagewerks
zu geben: Es verfolgt zur Dokumentation der Filmprämierungen regelmäßig
insgesamt vierhundertsieben Preisverleihungen von Los Angeles über
Heidelberg und Karlovy Vary bis Pusan. |
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