| Salingers niegesehene Bücher
Jerry Burt, ein früherer Nachbar und Freund von Jerome D. Salinger
(„Der Fänger im Roggen") gibt jetzt bekannt, der Autor habe fünfzehn
oder sechzehn fertige Manuskripte in einem begehbaren Panzerschrank in
seinem Haus in Vermont. Salinger habe es ihm selbst im Jahr 1978 gesagt.
Einmal habe Burt den Safe sogar offen gesehen, es sei dort aber dunkel
gewesen, so daß er nichts erkennen konnte. Weiter: Salinger habe
keinen Plan gehabt, was er mit den Manuskripten anfangen sollte, „vielleicht
hat er sie seitdem ja auch verbrannt".
Seit
dem „Fänger" (1951) und „Franney und Zooey" (1961) hat Salinger außer
ein paar Zeitungsartikeln nichts mehr veröffentlicht. Er lebt völlig
zurückgezogen. An jedem Baum am Weg zu seinem Haus sind grell orangerote
Schilder „Zutritt verboten" angenagelt. Er gibt keine Interviews und läßt
sich nicht fotografieren. Das Foto hier ist etwa vierzig Jahre alt.
Vor zwei Jahren kündigte ein kleiner Verlag die Veröffentlichung
eines dritten - kleinen - Salingerbuchs an, betitelt „Hapworth 16, 1924";
das ist ein längerer Artikel von 1965 für „The New Yorker". Aber
es blieb bei der Ankündigung.
Ich aber sage euch
Vergessen Sie alles, was Sie je über das Christentum zu wissen
glaubten. Es ist alles falsch. Es war alles ganz anders. Und endlich wissen
wirs genau.
Lynn Pricknett und Clive Prince haben es herausgefunden und uns in
ihrem neuesten Buch „The Templar Revelation" kundgetan: Jesus wurde in
Ägypten geboren und in den Isis-Osiris- Kult eingeweiht; dann wanderte
er aus und schloß sich dem Kult um Johannes den Täufer an (der
natürlich ebenfalls ein ägyptischer Adept war); irgendwann beschließt
er, sich selbständig zu machen, nimmt sich Maria Magdalena zur „heiligen
Frau" und spielt mit ihr Osiris und Isis. Es ging ihm also nicht um einen
neuen Glauben, sondern um die Wiederaufrichtung der alten Mysterien. Diese
Wahrheiten waren dem Orden der Tempelritter bekannt, und deshalb wurde
er ausgerottet. Auch das geheimnisvolle „Priorat von Sion" wußte
davon, und diese Leute gibt es heute noch, im Verborgenen natürlich.
Wenn Sie jetzt nicht wissen, was das „Priorat von Sion" ist, dann ist das
Buch sowieso nichts für Sie.
Beweise? Sie gehen, in den Worten der Autoren, so: Die ganze Sache
funktioniert wie ein Geheimdienst; nichts ist, was es zu sein vorgibt;
die klarsten Aussagen „können sehr gut" pure Desinformation sein.
„Selbstverständlich ergibt das noch keinen Beweis." Im Ernst? Das
macht aber nichts. Wenn etwas unglaublich klingt, dann nur deshalb, weil
uns solche Informationen bisher vorenthalten, die wahren Fakten unterdrückt
wurden. Fazit: Je unwahrscheinlicher, umso wahrer.
Wenn man einmal diesen Kopfstand geschafft hat, ergibt sich, wie im
Buch der beiden, alles von selbst. Die Autoren hangeln sich atemberaubend
vom Talmud zu den Apokryphen hinüber und ebenso selbstsicher durch
einen genealogischen Eigenbau aus Rosenkreuzern, Hermetikern, Häretikern,
Freimaurern und anderen Okkultismen.
Die „Verschwörung" der etablierten Kirchen hat offenbar zweitausend
Jahre lang funktioniert, bis Pricknett/Prince ihr die Maske von Gesicht
gerissen haben. Die Werbung für das Buch befürchtet bereits „eine
Erschütterung der Fundamente der christlichen Kirchen".
Das Paar hat uns vor einigen Jahren schon einmal eine Enthüllung
geschenkt, „Die Jesus- Fäschung", mit der sie das Turiner Grabtuch
als Leonardo-da-Vinci-Foto entlarvten. Irgendeine Erschütterung war
damals zwar nicht festzustellen. Aber in den Augen der Autoren ist vermutlich
gerade das der Beweis für die unterdrückte Wahrheit ihrer Behauptung.
China I: Wieder ein Autor in Haft
An einem unbekannten Ort in China, vermutlich seit Anfang März,
wird der Schriftsteller Wang Lixiong festgehalten. Wang hat sowohl unter
seinem Klarnamen wie auch als „Bao Mi" politische Romane veröffentlicht:
„Yellow Peril", „Keep Secret" und „Sky Burial", die in englischer Sprache
in Toronto publiziert wurden. In China kursierten davon mehrere erfolgreiche
Raubdrucke. Die drei Bücher stehen dort auf dem kommunistischen Index.
Im Februar ist Wang in die überwiegend muslimische Provinz Xinjiang
im Nordwesten Chinas gereist, um für sein nächstes Buch zu recherchieren.
Mitte Februar rief er das letzte Mal von dort seine Familie an und teilte
mit, er „habe ein Problem". Seitdem hat man nichts mehr von ihm gehört.
China II: Wieder eine Zeitung verboten
Diesmal ist es eine wissenschaftliche Zeitschrift namens „Fangfa", die
sich vor allem mit naturwissenschaftlichen Themen beschäftigt und
eine für China bescheidene Auflage von 20000 Exemplaren hat. Im vergangenen
Jahr jedoch erschienen darin auch einige politische Artikel, darunter der
Beitrag eines Autors, den die Behörden einer „subversiven Oppositionspartei",
dies als solche gar nicht geben kann, zurechnen.
Das Verbot der Zeitschrift ab April 1999 wurde nicht etwa mit dem Inhalt
dieses oder anderer politischer Artikel begründet, sondern raffinierter
damit, daß „zuviele sozialwissenschaftliche Artikel" darin auftauchten.
Unter anderen Umständen würde diese Begründung boshaft-
interessante Fragen provozieren (etwa: Wie wenig Politik darfs denn bitte
sein?).
Der Herausgeber Feng Xiapzhe ist jedoch guten Mutes. „Es wird in Kürze
ein Arrangement geben; es wird nicht lang dauern."
Und doch ist eine gewisse Nervosität in Peking vor intellektuellem
Abweichlertum unübersehbar: Wir nähern uns dem zehnten Jahrestag
der Niederschlagung der Demokratiebewegung auf dem Tienanmen-Platz.
Dürfen Türken Hitler lesen?
Serdar Sommuncu ist Türke und liest öffentlich aus „Mein Kampf",
und das schon seit drei Jahren, und in Deutschland, und auf Deutsch, für
Deutsche also. Kann so etwas gutgehen?
Als er in Saarbrücken zur Wehrmachtsausstellung auftrat, wurde
schon erbost gefragt: „Warum muß der Türke uns Geschichtsunterricht
geben?" Inzwischen kriegt er, logisch, auch schon Drohanrufe. Aber auch
vor dem Gesetz ist man, wie er sagt, „nicht immer sicher": Im Bamberg verurteilte
man ihn wegen „Verbreitung rechtsnationalen Gedankengutes" mehrmals zu
einer Geldstrafe.
Seine Lesung ist ein Happening. „Flüsternd, brüllend, bellend,
trampelnd, Hitlers Gestik bis zur perfekten Bloßstellung nachahmend"
(die „taz") trägt er den Text des Autors vor.
Absurde Lage: Der Besitz des Buches ist in Deutschland nicht verboten,
nur der Kauf, der Verkauf und der Nachdruck.
Der Vortragende warnt deshalb seine Zuschauer/hörer: „Kauft das
Buch nicht; es lohnt sich nicht."
Ein Arier in den USA
David Duke, früher Leiter des Ku Klux Klan, ist Kandidat für
einen republikanischen Sitz im Kongress. In 736-Seiten-Buch „Mein Erwachen"
formuliert er seine Forderungen an eine „weiße Renaissance" in den
USA.
Seine früheren Verbindungen zum Ku Klux Klan und Nazi-Organisationen
bezeichnet er heute als „jugendliche Verirrungen". Was ihn aber nicht hindert,
Schwarze auch heute noch als den Weißen intellektuell unterlegen
zu bezeichnen und nach einer „physischen Revolution" zu rufen (was immer
das heißt), um „unser Überleben zu sichern, das durch die höchsten
Gesetze Gottes und der Natur gerechtfertigt ist". Gleichzeitig lehnt er
es ab, Rassist genannt zu werden, da er doch daran glaubt, „daß die
Rassen friedlich koexistieren sollten, wahlweise mit Homelands für
Minoritäten". So wie einst in Südafrika?
Immerhin: Selbst die Fundis unter seinen Parteifreunden sehen ihn nicht
gern in ihren Reihen und räumen ihm kaum Chancen ein.
Heimarbeit lohnt sich
Eine sozusagen private Internet-Buchhandlung. Im Eßzimmer bei
Linda und Lyle Bowlin in Cedar Falls, Iowa, stapeln und reihen sich neue
Bücher, bevor sie an die Besteller verschickt werden. Linda macht
sie versandfertig und die achtzehnjährige Tochter die Buchhaltung.
Das hält die Gemeinkosten niedrig.
Und das ermöglicht es den Bowlins, Bücher erheblich billiger
zu verkaufen als die „Konkurrentin" Amazon.com oder andere, und zwar mit
Preisnachlassen zwischen fünfunddreißig und vierzig Prozent
(und ausgewisenem Preisvergleich). Sein erster Monatsumsatz, vor anderthalb
Jahren, war vierhundert Dollar, jetzt ist er auf viertausend gestiegen
- pro Tag.
„Ich sehe keinen Grund", sagt er, „warum nicht jeder im Internet ein
Geschäft eröffnen und Erfolg haben sollte. Es gibt sicher keine
20000 Leute, die Software wie Microsoft produzieren können, aber es
gibt 20000, die auf diese Weise einen Buchladen oder eine Apotheke oder
einen Videoverleih aufmachen können."
Bowlins Laden ist ersichtlich noch im Aufbau. Als er vor kurzem seine
beiden Computer mit einem neuem Mail-System aufrüstete, gingen ihm
„einige E-Mail verloren" (aber keine Bestellungen fügt er hinzu, höchstens
Anfragen).
Und er läßt sich was einfallen: Zehn Prozent des Kaufpreises
gehen an eine Wohlfahrtsorganisation, die der Käufer selbst bestimmt.
Dalai Lama mißbraucht
Allerdings, wie bei ihm zu vermuten, mit seinem Einverständnis.
Der Psychiater Dr. Howard Cutler hatte jedenfalls mehrere Stunden Gespräche
mit ihm, begeisternde Gespräche. Der Dalai Lama, so Cutler hinterher,
hat „die große Fähigkeit, mit einem anderen Menschen in Kontakt
zu kommen; er ist warmherzig und sehr freundlich und lacht sehr viel."
Und wenn man dieses innere Glück so vor sich hat, immer noch Cutler,
„will man natürlich etwas davon haben". Natürlich.
Und nun, fünf Jahre Schreibarbeit später, haben wir zwangsläufig
ein Buch von Cutler, der bisher noch keines veröffentlicht hat, nicht
mal einen medizinischen Artikel.
Das Buch heißt „The Art of Happiness: A Handbook for Living"
und steht auf der Bestsellerliste der New York Times auf Platz zwölf.
Wer den „Sinn des Lebens" (Kapitelüberschrift) sucht, wird dort angeblich
fündig.
Für Nicht-Englischsprachige: Keine Angst, das Ding findet bestimmt
einen deutschen Verleger.
Bill Gates, mal so, mal so
In seinem neusten Buch „Business @ the Speed of Thought" preist der
Autor die Segnungen der Elektronik für die Geschäftwelt. Die
durchgehende elektronische Erfassung von Umsatz (14,4 Milliarden Dollar
1998) und Gewinnen (zwischen zwanzig und dreißig Prozent davon),
behauptet er, sei bei Microsoft die übliche Praxis. Und so müßten
es alle halten: „Das Digitale verändert Ihr Unternehmen."
Vor Gericht wurde aus diesem Ballon die Luft herausgelassen. Der Wirtschaftswissenschaftler
Richard Schmalensee sagte hier aus, er könne dem Richter keine detaillierten
Angaben über Microsofts Gewinne machen, da die Buchhaltung der Firma
ausgesprochen low-tech sei, handgefertigt auf Blättern von Papier.
Das Publikum im Saal hielt die Luft an vor Schreck. Und was sagte der Ankläger
nach dieser Aussage? „Keine weiteren Fragen, Euer Ehren", wie im Krimi.
Gates' Buch ist am 24. März erschienen. Die Verhandlung gegen
Microsoft geht am 12. April weiter. |
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Eine Million Pfund
Honorarvorschuß hat Geri Halliwell für
ihre Memoiren herausgeholt. Das Ex-Spice-Girl ist sechsundzwanzig Jahre
alt.
Buch im Müll
Ein „unschätzbar wertvolles Buch" wurde in Vancouver
aus einem Papierkorb gerettet. Gefunden hat das Buch ein Parkwächter
am 16. März. Eine Woche vorher war es einem Angestellten des Marinemuseums
von Vancouver aus dem Wagen gestohlen worden.
Bei dem wundersamen Fund handelt es sich um ein handgeschriebenes
Buch über Flaggensignale von Schiff zu Schiff, angefertigt im Jahr
1792 von Kapitän George Vancouver, nach dem auch die Stadt benannt
ist.
Immerhin Achtzehnter
Daß der Buchhändler überhaupt auf einer
Liste der angesehensten Berufe erscheint, ist ja schon ein schöner
Erfolg. Früher drängten ihn noch Apotheker und Busschaffner in
die Niederungen der Ungenanntheit.
Geschafft hat diesen Durchbruch Allensbach. Natürlich
steht wie eh und je der Arzt mit fünfundsiebzig Prozent unerreichbar
an der Spitze, erst weit dahinter gefolgt vom Pfarrer mit vierzig. Das
leibliche Wohl geht eben vor. Auch die nächsten Gruppen - Rechtsanwälte,
Professoren, Diplomaten - halten sich noch respektabel.
Ganz unten, als letzter auf der Liste, steht also der
Buchhändler: Offenbar achtet ihn nur ein mageres Fähnlein von
acht Prozent der Befragten. Und was die Sache, so gesehen, noch schlimmer
macht: Seine Reputation ist sogar geringer als die von Politikern (elf)
oder Gewerkschaftsführern (neun Prozent).
Schriftsteller übrigens liegen mit fünfundzwanzig
Prozent ganz gut im Mittelfeld.
Das Empire schlägt zurück
Bei „unoffiziellen" Sachbüchern ist Vorsicht geboten,
selbst wenn man eine Time/Warner- Tochter ist. Little Brown, ein kleiner
Verlag aus diesem Konzern, hatte es gewagt, ein „Unauthorized STAR WARS
Compendium" herauszubringen, natürlich ohne George Lucas vorher zu
fragen (sonst wäre es ja ein „Authorized Compendium"). Vergangenen
Monat verbot ein kalifornisches Gericht die Veröffentlichung. Das
Buch beeinträchtige die Urheberrechte an dem Warenzeichen „Star Wars".
„Wir haben ein weltweites Team im Einsatz", sagt Lucas'
Lizenzfirma, „um den unerlaubten Gebrauch von Star Wars und aller dazgehörigen
Lizenzprodukte zu unterbinden, wo immer und wann immer er eintritt, in
diesem Land und im Ausland. Wir werden dafür alles Geld ausgeben,
das nötig ist und solange es nötig ist, um die Unverletztheit
und die Authentizität von Star Wars zu bewahren."
Darf Mickymaus rauchen?
Eine akademische Studie belegt, daß Comics-Figuren
kein Vorbild für amerikanische Kinder sind. In über sechzig Prozent
nämlich aller Zeichtentrickfilme der letzten sechzig Jahre wird geraucht
und getrunken.
Untersucht wurden die Zeichentrickfilme zwischen 1937
und 1997 vom MGM/United Artists, 20th Century Fox, Universal Studies, Walt
Disney und Warner Bros., und vierunddreißig davon enthalten mindestens
eine Rauch- und Alkoholszene. Dr. Adam O. Goldstein, Professor und Autor
der Studie, hat alles penibel erfaßt:
- Sechsundsiebzig Figuten rauchten während einer
Gesamtdauer von mehr als fünfundvierzig Minuten,
- dreiundsechzig Figuren tranken siebenundzwanzig Minuten
lang Alkohol;
- Zigarren und Wein sind die hauptsächlichsten Drogen,
aber auch Zigaretten, Pfeifentabak und Schnäpse kommen vor, sogar
Champagner.
Die Untersuchung erschien im Märzheft des angesehenen
Journal of the American Medical Association.
Na denn Prost!
Disney zahlt Konventionalstrafe
9,3 Millionen Dollar für ein nicht gepuschtes schwarz-gelbes
Tier namens Marsupilami, eine Kreuzung aus Maus und Beutelratte!
Vor neun Jahren hatte die Firma Marsu eine neue Comic-Figur
entwickelt, das Marsupilami. Gelegentlich taucht es in französischsprachigen
Comics in Frankreich und Belgien auf, seltener auch in Deutschland. Trotzdem
ist es ziemlich unbekannt geblieben. Und daran ist nun Disney schuld. Denn
Marsu hatte die noch freien Marsupilami-Weltrechte an Disney abgegeben.
Disney versprach, dreizehn halbstündige Fernsehfilme mir Marsupilami
herzustellen und das Tierchen in Spielwarenläden zum begehrten
Kinder-Artikel hochzuloben. Aber außer einer ziemlich inkompetenten
Promotion-Tour, so das Gericht in San Francisco am 25. März, ist nichts
geschehen. Also muß Disney zahlen.
Die Geldstrafe war vielleicht, aber nicht sehr, schmerzlich
für Disney, aber die No-Show der überflüssigen Beutelmaus
ist eine gute Nachricht.
„Ein Japan, das nein sagen kann"
lautete der Titel eines japanischen Bestsellers von 1989.
Der Autor, Shintaro Ishihara, sechsundschzig Jahre alt, bewirbt sich jetzt
für den Posten des Distriktgouverneurs der Hauptstadt unter dem Slogan
„Ein Tokio, das nein sagen kann", einer Kriegserklärung an die Regierung..
Sein Buch war eine Kampfansage an Amerika, das seiner
Ansicht nach Japan hemmungslos schurigelt und herumstößt und
ihm Vorschriften macht, wie es seine Wirtschaft wieder in Gang bringen
kann. Auch mit der amerikanischen Sicherheitspolitik in Ostasien ist er
nicht einverstanden; er meint, Japan brauche eine von den USA unabhängige
Verteidigungskapazität.
Er scheint die Stimmung des kleinen Mannes zu treffen,
ebenso der kleinen Frau. „Das sollte nicht immer nur eine Einbahnstraße
aus Amerika sein", meint eine Tokioter Hausfrau zu dem Kandidaten, „wir
müssen fähig sein, auch einmal unsere Ansicht darzustellen."
Monica und der Kosovo
Es gibt Situationen, da versteht der Russe keinen Spaß.
Monica L., fast schon auf dem Weg zur Werbetour für ihr Buch wurde
von ihrem Moskauer Verleger wieder ausgeladen.
Der Grund ist die Bombardierung Jugoslawiens durch die
NATO. Nicht nur, daß die Moskauer amerikanische Flaggen verbrennen
und die Botschaft mit Tintenbeuteln und Eiern bewerfen, jetzt machen sie
auch noch der Jung-Autorin das Leben schwer: kein Besuch, keine Werbekampagne:
„Die Situation im Balkan läßt es nicht zu", sagte eine Sprecherin
des Verlags Vagrius. Es wird halt immer alles einen Sack geworfen, auch
hier: „Das Verhältnis sowohl zu ihr als auch zur Führung ihres
Landes hat sich geändert; wir glauben nicht, daß sie hier freundlich
empfangen würde."
Es stimmt offenbar: Inter arma silent musae (wenn der
Spruch hier überhaupt anwendbar ist). |