Die Gazette Nr. 12, März 1999:

Buchkunst

Der Autor ruft sein Werk zurück

Diese Seite, im Original 28,5 Zentimeter breit und 42 Zentimeter hoch, ist die letzte Seite der „Canterbury Tales" von Geoffrey Chaucer in der Prachtausgabe der Londoner Kelmscott Press von 1896. Für diesen Druck wurde von Edward Prrince eine besondere Schrift geschnitten, die „Chaucer Type". Die insgesamt 87 Holzsschnitte im Buch sind von Edward- Coley Burne-Jones, die Holzstichbordüren und die Initialen von William Morris. Die Herstellung der Bildpartien dauerte mehrere Jahre.
Die Abbildung zeigt den Dichter, eine im Buch immer wiederkehrende Figur, beim Abschied von seiner Muse, der „Poesis", wie die Inschrift in ihrem Heiligenschein verrät. Der rot gesetzte Schlußsatz des Textes lautet: „Heere is ended the book of the Tales of Caunterbury, compiled by Geffrey Chaucer, of whos soule Jhesu Crist have mercy. Amen."
Im abgebildeten Text bittet der Autor den Leser um ein Gebet: Gott möge ihm seine „Schuld" vergeben, und was hier mit „giltes" gemeint ist, sind  - die gesammelten Werke des Autors, „namely my translaciouns and editynges of worldly vanitees". Diese „Eitelkeiten" und „Unwürdigkeiten" verleugnet er ausdrücklich und listet sie der Ordnung halber auch noch alle auf, wobei in überraschender Selbstreferenz auch das „sündhafte" Werk, das genau diese Distanzierung enthält, ausdrücklich genannt ist, „The Tales of Caunterbury".