| Dalí und Disney
Salvador Dalí hat bei aller skurrilen Selbstveröffentlichung
manches von sich geheimgehalten. Auch seine tiefe Religiosität. Sie
ist daran erkennbar, daß er zweimal Dantes „Göttliche Komödie"
in Bilder gesetzt hat. Das erste Mal, ab 1951, malte er hundert Aquarelle
als Holzschnitt-Vorlagen für eine staatliche italienische Jubiläumsausgabe
der „Komödie" zum siebenhundertsten Geburtstag Dantes (1965), die
dann aber doch nicht in Italien zustandekam, sondern durch einen Verleger-Mäzen
in Frankreich.
Anfang der sechziger Jahre schuf er einhunderteins Gouachen auf Zellophan
(Abbildungen rechts), und zwar für einen Zeichentrickfilm, den niemand
anderer als Walt Disney produzieren sollte. Die beiden von sich überzeugten
Männer gingen allerdings wieder auseinander, weil darüber zerstritten,
ob das Produkt „Ein Film von Walt Disney" oder „von Salvador Dalí"
heißen sollte. Disney weigerte sich, den Künstlernamen im Vor-
oder Nachspann des Films überhaupt zu nennen, da seine Zeichner grundsätzlich
anonym bleiben sollten.
Seitdem ruhen die Gouachen im Besitz von Dalís Privatsekretärs
und Managers John Peter Moore in Cadaqués.
Erst
jetzt wagt sich ein noch etwas geheimnisvolles Team wieder an den ehrgeizige
Plan dieses Zeichentrickfilms. Ernst Witzel hat dazu eine Website
eingerichtet, in der diese Nachricht zwar verbreitet wird, freilich nur
ankündigend und noch kaum substantiiert. Auch auf Anfragen gibt er
sich verschlossen. Er sagt nicht, wer den Film nun realisieren wird oder
wann mit dem Kinostart zu rechnen ist, betont aber die Ernsthaftigkeit
und Solidität, auch die finanzielle, des Projekts.
Man wird wohl in ein paar Monaten wieder mal nachfragen müssen. |
Der gefallene Engel
Zerberus
Satan im Eismeer
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