Die Gazette Nr. 11, Februar 1999:

Die Peinlichkeiten des Monats

Der bayerische Ministerpräsident zur Wirkung des neuen Deutschlandbild-Designs von Wolff Olins: Da merke man,
„das sind aufgeschlossene junge Leute, die dieses Land auch mit verkörpern, neben den anderen Traditionen wie Goethe, Schiller und den übrigen deutschen Klassikern".
Vielleicht müssen wir schon froh sein, daß er die zwei kennt; die übrigen sind ja auch nicht so wichtig.

ZEITmagazin:
„Total fidel. 40 Jahre kubanische Revolution ..."
Und das, nachdem in der begleitenden ZEIT Klaus Harpprecht über die miesen Kalauer in anderen Medien herzieht. „Glucksende Peinlichkeit" (sein Titel).

Marc Hodler auf die Frage, ob es im Internationalen Olympischen Komitee Agenten gibt, die IOC-Mitglieder-Stimmen verkaufen:
„Im IOC gibt es keine Agenten, im IOC als solchem."
Vielleicht gibt es auch keine Agenten als solche oder keine Stimmen als solche, ganz sicher aber nicht mehr die Olympischen Spiele als solche.

FAZ-Magazin, Bildunterschrift zum Foto einer drallen Kuh:
„Was für ein strammer Euter! Kühe sind die schönsten Supermodels."
Aber vielleicht denken wir da etwas obsoleszent. Neuerdings, seit auch Frau Kessel im "Spiegel" rezensiert wird, gilt sowas ja irgendwie als geistreich.

Festschrift für Ludwig Eckes, Alkoholhersteller:
"Unbeugsame Gestalten wie Ludwig Eckes bürgen (dafür), daß die Behauptung freiheitlichen Menschseins noch über Leitbilder verfügt."
Wir sind dankbar. Wenigstens eine Behauptung hat noch Leitbilder, wenn schon sonst niemand mehr. Und dann auch noch den Vater von Eckes-Edelkirsch - berauschend!

"Esquire"-Chefredakteur  David Granger über das neue Männermagazin "Maxim":
"Es ist kein schlechtes Magazin. Es ist nur begrenzt in seinen Erwartungen und Vorstellungen von dem, was ein Mann ist."
Gut, daß immerhin einer unsere Grenzen kennt.