Die Gazette Nr. 11, Februar 1999:

Lyrik

Wiebke Schönherr (Moskau)

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Das Märchenland
Zeit
Fließt aus.

Am Sonnenhimmel
sehe ich die Puppen tanzen,
mit Röcken
aus thebengrau,
Atemblau.

Sie winken dem abtreibenden Paradies.
 
 
 

Vor mir
liegt ein Knochensplitter,
fein
zerstückelt,
wie aus dem Herzen geschnitten.

Daneben
kämpft
ein Sternennagel,
rotbraun
verrostet,
wie aus der Seele gerissen.

Daneben steht
ein
Mantelschwarz,
hohl
und ausgetrunken,
und aus dem Leben geworfen.

In meiner Unruh
von Licht geschlagen -
steigt
von Myrtenrauch
ein Trauermantel auf,
aus gebrannten
Ascheschalen.
Löse mich
gebrochen
in Schwefel auf,
und lasse die goldenen Fäden
ihr Mitleid spinnen.